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Österreich - Kärnten
Kärntner Bauvorschriften
geändert am 16.04.2008

XII. Abschnitt - Garagen

(1) Garagen sind bauliche Anlagen zum Einstellen von Kraftfahrzeugen.

(2) Stellplätze sind freie Flächen, die dem Abstellen von Kraftfahrzeugen dienen.

(3) Nach der Größe der Anlage unterscheidet man
a) Kleinanlagen bis zu einer Bodenfläche von 200 m2;
b) Mittelanlagen mit einer Bodenfläche von über 200 m2 bis 1000 m2;
c) Großanlagen mit einer Bodenfläche von über 1000 m2.

Die Größe der Stellplätze und Garagen ist nach der Art und Anzahl der abzustellenden Kraftfahrzeuge zu bemessen. Die Fläche für ein zweispuriges Kraftfahrzeug muß mindestens 2,30 m x 5,00 m betragen.

Stellplätze sind zu befestigen. Werden mehr als zehn Stellplätze unmittelbar nebeneinander angeordnet, sind sie staubfrei zu befestigen.

(1) Die Breite der Zu- und Abfahrten von Stellplätzen ist entsprechend der Art der abzustellenden Kraftfahrzeuge zu bemessen.

(2) Die Breite der Zu- und Abfahrten muß bei Stellplätzen für Kraftfahrzeuge bis zu einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen in Mittel- und Großanlagen mindestens 2,80 m und bei Stellplätzen für Kraftfahrzeuge mit einem höheren zulässigen Gesamtgewicht in Mittel- und Großanlagen mindestens 3,50 m betragen.

(3) Die Befestigung der Zu- und Abfahrten hat entsprechend der Befestigung der Stellplätze zu erfolgen.

(4) Zu- und Abfahrten bei Großanlagen müssen getrennte Fahrstreifen haben. Auf eine bauliche Trennung kann verzichtet werden, wenn die Sicherheit, Leichtigkeit und Flüssigkeit des Verkehrs gewährleistet ist. Zu- und Abfahrten dürfen sich nicht kreuzen. Bei Großanlagen darf eine größere Fahrbahnbreite angeordnet werden, wenn dies im Interesse der Sicherheit, Leichtigkeit und Flüssigkeit des Verkehrs erforderlich ist.

(1) Rampen sind so anzuordnen und auszubilden, daß sie eine gefahrlose Benützung ermöglichen.

(1a) Die Neigung von nicht überdeckten Rampen darf 10 Prozent, die Neigung von überdeckten Rampen 15 Prozent nicht überschreiten.

(2) Alle Stellen von Rampen, an denen Absturzgefahr besteht, müssen durch Geländer, Brüstungen oder ähnliches entsprechend abgesichert werden. Die Bestimmungen des § 22 Abs 2 und 3 finden keine Anwendung.

(1) Soweit dies im Interesse der Sicherheit, insbesondere im Interesse der Verkehrssicherheit, erforderlich ist, ist vor der Zufahrt zu Stellplätzen und Garagen eine Staufläche in einer der Art der abzustellenden Kraftfahrzeuge entsprechenden Größe vorzusehen.

(2) Vor der Einfahrt in Großanlagen sind jedenfalls Stauflächen vorzusehen.

(1) Tragende Bauteile von Garagen für Mittel- und Großanlagen sind brandbeständig herzustellen. Werden Garagen für Mittel- und Großanlagen unter Gebäuden, die Aufenthaltsräume enthalten, angeordnet, sind tragende Bauteile hochbrandbeständig herzustellen.

(2) Oberirdische eingeschossige Mittelanlagen dürfen aus nicht brandbeständigem, aber unbrennbarem Material hergestellt werden. Oberirdische eingeschossige Kleinanlagen müssen aus unbrennbarem Material hergestellt werden.

(3) Oberirdische offene Garagen, das sind Garagen, deren Fußboden im Mittel nicht mehr als 1,50 m unter oder mindestens an einer Seite in Höhe oder über der Geländeoberfläche liegt und die unmittelbar ins Freie führende unverschließbare Öffnungen in einer Größe von insgesamt mindestens einem Drittel der Gesamtfläche der Umfassungswände haben, dürfen aus nicht brandbeständigem, aber unbrennbarem Material hergestellt werden, wenn auf Grund der gewählten Ausführung der tragenden Bauteile sowie der Verwendung, Größe, Lage, Art und Umgebung der baulichen Anlagen keine Bedenken, insbesondere brandschutztechnischer Art, dagegen bestehen.

Durch als Brandwände ausgebildete Trennwände sind Garagen und ihre Nebenräume von anderen Raumverbänden sowie Garagen von Nebenräumen abzuschließen.

(1) Erdgeschossige Garagen und mehrgeschossige, offene oberirdische Garagen sind durch Brandwände in Brandabschnitte von höchstens 5000 m2 Grundfläche zu teilen.

(2) Mehrgeschossige, geschlossene oberirdische Garagen und unterirdische Garagen mit selbsttätigen Feuerlöschanlagen sind durch Brandwände in Brandabschnitte von höchstens 3000 m2 Grundfläche - alle übrigen unterirdischen Garagen in Brandabschnitte von höchstens 2500 m2 Grundfläche - zu teilen.

Zwischen Garagen mit mehr als einem Stellplatz und Verkehrswegen, die zu anderen Raumverbänden führen, sind Sicherheitsschleusen anzuordnen.

(1) Eine ausreichende und ständige Belüftung von Garagen ist vorzusehen.

(2) Garagen für Mittel- und Großanlagen sind ausreichend belüftet, wenn ein viermaliger Luftwechsel pro Stunde sichergestellt ist oder durch geeignete technische Vorkehrungen sonst gewährleistet wird, daß eine Gefährdung von Personen ausgeschlossen ist.

Fußböden in Garagen sind aus nicht brennbaren Baustoffen herzustellen. In Garagen für Mittel- und Großanlagen sind Fußböden überdies flüssigkeitsundurchlässig herzustellen und mit Gefällen zu Sammelgruben oder Kanaleinläufen zu versehen. Die Sammelgruben und Kanaleinläufe sind tragfähig abzudecken.