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Österreich - Kärnten
Kärntner Bauvorschriften
geändert am 16.04.2008

XV. Abschnitt - Krankenanstalten

Die Bestimmungen dieses Abschnittes gelten für Krankenanstalten im Sinne der Krankenanstaltenordnung 1992, LGBl Nr 2/1993, in der jeweils geltenden Fassung, soweit § 155a nicht anderes bestimmt. Darüber hinaus gelten die Bestimmungen dieses Abschnittes auch für Einrichtungen im Sinne des § 1 Abs 3 lit a und d der Krankenanstaltenordnung 1992.

Die Bestimmungen dieses Abschnittes gelten für selbständige Ambulatorien (Röntgeninstitute, Zahnambulatorien und ähnliche Einrichtungen) im Sinne des § 2 Z. 7 der Krankenanstaltenordnung 1992 mit der Maßgabe, daß
a) § 156 nicht anzuwenden ist;
b) § 158 Abs 1 nicht anzuwenden ist und Abs 2 nur dann, wenn das selbständige Ambulatorium über Betten verfügt;
c) eine weitere Stiege nach § 163 Abs 1 dann nicht vorgesehen werden muß, wenn das selbständige Ambulatorium über keine Betten verfügt;
d) die Mindestbreite der Hauptstiege (§ 163 Abs 2) unter den Voraussetzungen der lit c 1,20 m betragen muß;
e) Etagenheizungen abweichend von § 164 Abs 1 auch neben Räumen angeordnet werden dürfen, die der Unterbringung oder der Behandlung von Kranken dienen;
f) Bettenaufzüge nach § 169 Abs 1 nur vorgesehen werden müssen, wenn das selbständige Ambulatorium über Betten verfügt;
g) § 171 nur anzuwenden ist, wenn das selbständige Ambulatorium über Betten verfügt;
h) abweichend von § 173 Abs 1 gemeinsame Abortanlagen für Kranke und Besucher zulässig sind.

Die Festlegung des Standortes von Krankenanstalten hat unter Bedachtnahme auf den Außenlärm sowie den Grad der Luftverschmutzung und so zu erfolgen, daß im Verhältnis zur Größe in einem angemessenen Ausmaß Grünanlagen und Erholungsflächen vorgesehen werden können.

(1) Die Anordnung der Gebäude auf dem Grundstück und der Raumgruppen zueinander hat so zu erfolgen, daß entsprechend ihrem Verwendungszweck die bestmöglichen Funktionsverhältnisse geschaffen werden.

(2) Die Bestimmungen des § 48 Abs 1 gelten sinngemäß für die Anordnung von Räumen, die der Unterbringung von Kranken dienen.

(1) Zu- und Abfahrtswege sind so anzuordnen, daß die Eingänge für Besucher und Kranke von den Zufahrten für die Rettung und für Wirtschaftszwecke getrennt sind.

(2) Die Anlieferung von Kranken muß so erfolgen können, daß diese keinen Witterungseinflüssen ausgesetzt sind.

In Gebäuden mit Räumen, die der Unterbringung oder der Behandlung von Kranken dienen, sind tragende Bauteile in einer dem Stand des technischen Brandschutzes entsprechenden Brandwiderstandsklasse und aus nichtbrennbaren Baustoffen auszuführen. Die Verwendung anderer Baustoffe ist zulässig, wenn im Interesse der Brandsicherheit unter Berücksichtigung der Größe und Lage des Gebäudes sowie der vorgesehenen technischen Brandschutzeinrichtungen keine Bedenken bestehen.

(1) Die Größe der einzelnen Räume ist entsprechend dem Verwendungszweck zu bemessen.

(2) Räume, die nicht der bloß vorübergehenden Unterbringung von Kranken dienen, sind so zu bemessen, daß je Bett ein Luftraum von mindestens 20 m3 sichergestellt ist.

Die Bestimmungen des § 51 gelten sinngemäß für Gebäude oder Gebäudeteile mit Räumen, die der Unterbringung oder der Behandlung von Kranken dienen.

Die Bestimmungen des § 159 gelten auch für Decken.

(1) Über dem Erdgeschoß liegende Geschosse, in denen sich Räume zur Unterbringung oder Behandlung von Kranken befinden, sind durch mindestens eine Hauptstiege und ab dem ersten Vollgeschoß mindestens durch eine weitere Stiege mit einem Ausgang ins Freie zu verbinden. Die Stiegen sind so anzuordnen, daß sie ein rasches Entleeren des Gebäudes auch hinsichtlich der nicht gehfähigen Kranken ermöglichen.

(2) Die Breite der Hauptstiegen und ihrer Podeste muß mindestens 1,30m betragen. Gewendelte Hauptstiegen dürfen nicht vorgesehen werden.

(3) Hauptstiegen, ihre Podeste und Zugänge sind hochbrandbeständig auszuführen. Hauptstiegen sind gegen ihre Zugänge durch mindestens brandhemmend ausgebildete Türen abzuschließen.

(4) Außenstiegen sind zu überdachen.

(5) Gänge, die Räumen zugeordnet sind, die der Unterbringung oder der Behandlung von Kranken dienen, sind ihrem Verwendungszweck entsprechend, jedoch mindestens 2,20 m breit, auszubilden.

(1) Krankenanstalten sind mit zentralen Feuerungsanlagen auszustatten. Feuerungsanlagen dürfen nicht unmittelbar neben Räumen liegen, die der Unterbringung oder der Behandlung von Kranken dienen. Sie sind jedoch leicht erreichbar anzuordnen.

(2) Die Heizung in den einzelnen Räumen muß entsprechend ihrem Verwendungszweck regelbar sein.

(1) In Krankenräumen ist eine ausreichende, den gesundheitlichen Anforderungen entsprechende Belichtung vorzusehen; ist dies durch Tageslicht nicht im gesamten Raum möglich, so ist die ausreichende Beleuchtungsstärke durch künstliche Belichtung sicherzustellen.

(2) Vor den Fenstern von Krankenräumen sind - soweit dies im Hinblick auf die Lage dieser Räume erforderlich erscheint - Sonnenschutzeinrichtungen vorzusehen.

(1) Durch Lüftungs- und Klimaanlagen darf keine Übertragung von Keimen erfolgen. Lüftungs- und Klimaanlagen dürfen nicht unmittelbar neben Räumen liegen, die der Unterbringung oder der Behandlung von Kranken dienen.

(2) Operationsräume sind zu klimatisieren.

Die Bestimmungen des § 68 gelten auch hinsichtlich von Krankenanstalten.

Die Bestimmungen des § 69 gelten auch hinsichtlich von Krankenanstalten.

(1) Befinden sich Räume zur Unterbringung oder zur Behandlung von Kranken über dem Erdgeschoß, sind entsprechend tragfähige Bettenaufzüge vorzusehen. Vor dem Bettenaufzug ist eine Fläche zum Abstellen der Betten vorzusehen. Durch das Abstellen der Betten darf die lichte Breite von Gängen oder sonstigen Verkehrsflächen nicht beeinträchtigt werden.

(2) Personal- und Güteraufzüge sind vorzusehen, wenn der Verwendungszweck der Räume über dem Erdgeschoß dies erfordert.

(3) Aufzüge für Besucher sind vorzusehen, wenn über dem dritten Vollgeschoß Räume zur Unterbringung von Kranken angeordnet sind.

(1) Der Bodenbelag ist gleitsicher und entsprechend dem Verwendungszweck der Räume auszubilden. In Aufenthaltsräumen ist der Bodenbelag aus schwer brennbaren und nur schwach qualmenden Baustoffen herzustellen.

(2) In Räumen, die der Unterbringung oder der Behandlung von Kranken dienen, ist der Bodenbelag fugenarm und fußwarm auszubilden.

(3) In explosionsgefährdeten Räumen darf nur ein Bodenbelag verwendet werden, der eine elektrostatische Aufladung nicht begünstigt.

(1) Die Türen zu Räumen, die der Unterbringung oder der Behandlung von Kranken dienen, sind so breit auszubilden, daß ein ungehinderter Transport von Betten ermöglicht ist.

(2) Türschwellen dürfen nicht vorgesehen werden.

Die Wandflächen von Feuchträumen sind mindestens bis zu einer Höhe von 1,80 m wasserabweisend und abwaschbar auszubilden.

(1) Abortanlagen sind getrennt für Kranke, für das Personal und für Besucher anzuordnen.

(2) Abortanlagen für Besucher dürfen nicht im unmittelbaren Bereich von Räumen, die der Unterbringung oder der Behandlung von Kranken dienen, angeordnet werden; sie müssen jedoch von diesen leicht erreichbar sein.

(3) Die für Kranke vorgesehenen Abortanlagen sind so anzuordnen, daß sie eine einwandfreie und gefahrlose Benützung sowie die Beaufsichtigung und die Hilfe durch Pflegepersonal zulassen.

Krankenanstalten sind mit einer Trinkwassernotausstattung zu versehen.

Für mehrgeschossige Gebäude mit Räumen, die der Unterbringung oder der Behandlung von Kranken dienen, gilt § 115 unabhängig von der Größe der Räume sinngemäß.

Über die Bestimmungen der §§ 42 und 43 hinaus ist für eine einwandfreie Beseitigung von Abwässern und sonstigen Abfallstoffen vorzusorgen. Infektionswässer sind vor ihrer Ableitung keimfrei zu machen.

(1) Zur Lagerung von Gasbehältern ist ein von außen zugänglicher und explosionssicher ausgestatteter Raum vorzusehen.

(2) In Operationsräumen sind geeignete Vorkehrungen gegen Explosionen zu treffen.

Die Bestimmungen des § 74 gelten auch hinsichtlich von Krankenanstalten.

In Gebäuden oder Gebäudeteilen mit Räumen, die der Unterbringung oder der Behandlung von Kranken dienen, sind für die Versorgung aller Einrichtungen der ärztlichen und der pflegerischen Betreuung der Kranken mit elektrischer Energie sowie für die künstliche Belichtung dieser Gebäude und Gebäudeteile zwei voneinander unabhängige Energiequellen vorzusehen. Die Ersatzenergiequelle ist so einzurichten, daß sie sich bei Ausfall der anderen Energiequellen selbsttätig einschaltet. Die Ersatzenergiequelle muß auch von Hand aus eingeschaltet werden können und durch mindestens vier Stunden eine ausreichende Versorgung sicherstellen.