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Niederösterreichische Bautechnikverordnung 1997
geändert am 26.12.2007 / Grösse : 531 KB

Gliederungszahl

8200/07

Land

Niederösterreich

Text

NÖ Bautechnikverordnung 1997

(NÖ BTV 1997)

8200/7-0 Stammverordnung 108/98 1998-07-23

Blatt 1-79

CELEX: 378L0170, 382L0885,
389L0106, 390L0396,
392L0042, 393L0068,
393L0076

8200/7-1 1. Novelle 82/03 2003-09-18

Blatt 3, 7, 11, 13, 16-18, 23-25, 31, 34, 36, 37, 41-44, 46, 47, 53,

57, 62, 64, 73-75, 75a, 79, 80

CELEX: 31999L0032

8200/7-2 2. Novelle 74/07 2007-07-09

Blatt 30, 31, 32, 37, 42, 46, 51, 51a, 53, 79

Ausgegeben am

7. September 2007
Jahrgang 2007

74. Stück
Die NÖ Landesregierung hat am 6. August 2007 aufgrund der §§ 34 Abs.
5, 43 Abs. 3, 58 Abs. 2 und 3, 61 Abs. 1 und 2, 62 Abs. 7, 63 Abs. 1,
64 Abs. 6 und 65 Abs. 2 der NÖ Bauordnung 1996, LGBl. 8200-13,
verordnet:
Änderung der NÖ Bautechnikverordnung 1997
Die NÖ Bautechnikverordnung 1997, LGBl. 8200/7, wird wie folgt
geändert:

  1. Im § 73 wird folgender Abs. 4 angefügt:
  2. Im § 74 Abs. 4 erhalten die Ziffern 2 und 3 die Bezeichnung Z. 3
    und 4.
    Ziffer 2 (neu) lautet:
  3. Im § 76 Abs. 5 wird folgender Satz angefügt:
  4. Im § 91 wird folgender Abs. 3 angefügt:
  5. Im § 92 Abs. 1 erster Satz wird nach dem Wort "Mengen"
    das Wort "grundsätzlich" eingefügt.
    Im § 92 Abs. 1 wird folgender Satz angefügt:
  6. Im § 106 Abs. 1 Z. 1 wird dem bisherigen Text die Wortfolge "in
    Kindergärten (Gruppen- und Bewegungsräume), in Schulen

(Klassenzimmer und Gruppenräume)," sowie dem Wort
"Verkaufsstätten" das Wort "in" vorangestellt.

  1. Im § 119 Abs. 5 wird nach dem Wort "Geschossen" der
    Klammerausdruck "(Erschließungsebenen)" eingefügt:
  2. Im § 137 erhält der Absatz 2 die Bezeichnung Abs. 3.
    § 137 Abs. 2 (neu) lautet:
  3. Im § 137 Abs. 3 (neu) tritt an die Stelle des Zitats "Abs. 1" das
    Zitat "Abs. 1 und 2".
  4. Im § 137 Abs. 3 Z. 1 (neu) wird das Wort "und" durch einen
    Beistrich sowie in Z. 2 der Punkt durch das Wort "und" ersetzt und
    folgende Z. 3 angefügt:
  5. Im § 138 entfällt die Z. 3.
  6. Im § 139 wird folgender Abs. 3 angefügt:
  7. Im § 143 wird der bisherige Text durch folgenden Text ersetzt:
  8. Im § 210 Abs. 2 wird folgende Z. 3 angefügt:
    Niederösterreichische Landesregierung:
    Onodi
    Landeshauptmann-Stellvertreterin
    Inhaltsverzeichnis
    1. Teil: Begriffsbestimmungen und §§
    2. gleichwertiges Abweichen
      Begriffsbestimmungen 1
      Gleichwertiges Abweichen 2
  1. Teil: Ein- oder Zweifamilienhäuser
  1. Abschnitt: Allgemeine Anforderungen
    Dauerhaftigkeit 3
    Allgemeiner Brandschutz 4
    Fluchtwege 5
    Wärmeschutz 6
    Schallschutz 7
  2. Abschnitt: Wände, Decken, Fußböden,
    Verputze, Verkleidungen, Dächer und
    Vorbauten
  1. Kapitel: Wände
    Brandwiderstand von Wänden 8
    Brandwände 9
    Außenwände als Brandwände 10
  2. Kapitel: Decken
    Brandwiderstand von Decken 11
    Sonstige Anforderungen an Decken 12
  3. Kapitel: Fußböden
    Brennbarkeit von Fußbodenbelägen 13
  4. Kapitel: Verputze und Verkleidungen
    Außenwände 14
  5. Kapitel: Dächer
    Dachneigung 15
    Dacheindeckung 16
    Dachöffnungen und Dachaufbauten 17
    Zugänge zu nicht ausgebauten Dachräumen 18

Ableitung der Dachwässer 19

6. Kapitel: Vorbauten
Anforderungen an Vorbauten 20

3. Abschnitt: Gänge und Stiegen
Stiegen 21
Durchgangsbreite und Durchgangshöhe
von Gängen und Stiegen 22
Stufen 23
Handläufe 24

4. Abschnitt: Fenster, Türen, Verglasungen,
Geländer, Brüstungen und Schächte
Fenster 25
Türen und Tore 26
Verglasungen 27
Geländer und Brüstungen 28
Schächte 29

5. Abschnitt: Feuerungsanlagen, Heizräume
und Brennstofflager
Anforderungen 30

6. Abschnitt: Haustechnische Anlagen

1. Kapitel: Lüftungen
Allgemeines 31
Brandsicherheit 32
Lüftung ohne mechanische Lüftungsanlage 33

2. Kapitel: Wasser und Abwässer
Trinkwasserversorgung 34
Anlagen für Abwasser 35
Senkgruben und Sickergruben 36

7. Abschnitt: Wohnungen, Aufenthaltsräume
und Räume anderer Art
Niveau der Räume 37
Raumhöhe 38
Beheizung, Belichtung und Belüftung von
Aufenthaltsräumen 39
Wohnungen 40
Wohnungen und Aufenthaltsräume im
Dachgeschoß 41
Belüftung von Nebenräumen 42

8. Abschnitt: Mögliche Ausnahmen
Ausnahmen 43

3. Teil: Andere Gebäude und Bauwerke

9. Abschnitt: Allgemeine Anforderungen
Dauerhaftigkeit 44
Allgemeiner Brandschutz 45
Fluchtwege 46
Wärmeschutz 47
Schallschutz und Erschütterungsschutz 48

10. Abschnitt: Wände, Decken, Fußböden,
Verputze, Verkleidungen, Dächer und
Vorbauten

1. Kapitel: Wände
Brandwiderstand von Wänden 49
Brandwände 50
Außenwände als Brandwände 51
Innenwände als Brandwände 52

2. Kapitel: Decken
Brandwiderstand von Decken 53
Sonstige Anforderungen an Decken 54

3. Kapitel: Fußböden
Fußböden und Fußbodenbeläge 55
Brennbarkeit von Fußbodenbelägen 56

4. Kapitel: Verputze und Verkleidungen
Außenwände 57
Wände, Decken und Dachuntersichten 58

5. Kapitel: Dächer
Dachkonstruktion 59
Dachneigung 60
Dacheindeckung 61
Dachöffnungen und Dachaufbauten 62
Zugänge zu nicht ausgebauten
Dachräumen 63
Ableitung der Dachwässer 64

6. Kapitel: Vorbauten
Anforderungen an Vorbauten 65

11. Abschnitt: Gänge, Stiegen und
Stiegenhäuser
Gänge und sonstige Verbindungswege 66
Stiegen 67
Durchgangsbreite und Durchgangshöhe
von Gängen und Stiegen 68
Zwischenpodeste und Stufen 69
Handläufe 70
Stiegenhäuser 71
Brandschutzbestimmungen für Stiegenhäuser 72

12. Abschnitt: Fenster, Türen, Verglasungen,
Geländer, Brüstungen, Schächte und
Falltüren
Fenster 73
Türen und Tore 74
Verglasungen 75
Geländer und Brüstungen 76
Schächte und Falltüren 77

13. Abschnitt: Feuerungsanlagen
Andere Rechtsvorschriften 78

1. Kapitel: Feuerstätten
Allgemeine Betriebssicherheit 79
Aufstellen von Feuerstätten 80
Ableitung der Abgase 81

2. Kapitel: Schornsteine und Verbindungsstücke
Brandbeständigkeit von Schornsteinen 82
Sonstige Anforderungen an Schornsteine 83
Mündungen und Querschnitte von
Schornsteinen 84
Wärmedurchlaßwiderstand 85
Einleitung in Schornsteine 86
Schornsteinanschlüsse 87
Reinigung von Schornsteinen 88
Verbindungsstücke 89

3. Kapitel: Heizräume
Anforderungen an Heizräume 90

4. Kapitel: Brennstofflager
Allgemeine Anforderungen 91
Öllagerräume 92

14. Abschnitt: Haustechnische Anlagen

1. Kapitel: Aufzüge
Anforderungen an Aufzüge 93
Personenaufzüge und Fahrtreppen 94

2. Kapitel: Lüftungen
Allgemeines 95
Brandsicherheit 96
Lüftung ohne mechanische Lüftungsanlage 97
Raumlufttechnische Anlagen 98

3. Kapitel: Wasser und Abwässer
Trinkwasserversorgung 99
Anlagen für Abwässer 100
Senkgruben und Sickergruben 101

4. Kapitel: Abfall
Abfallsammelräume 102
Abwurfschächte 103

5. Kapitel: Leitungen
Verlegung von Leitungen 104

15. Abschnitt: Wohnungen, Aufenthaltsräume
und Räume anderer Art
Niveau der Räume 105
Raumhöhe 106
Beheizung, Belichtung und Belüftung von
Aufenthaltsräumen 107
Wohnungen 108
Wohnungen und Aufenthaltsräume im
Dachgeschoß 109
Dachbodenresträume 110

Belüftung von Nebenräumen 111
Waschküchen, Wäschetrocknungsräume,
Einstellräume und Abstellräume 112

4. Teil: Sondervorschriften für bestimmte
Bauwerke

16. Abschnitt: Abgrenzung und erhöhte
Anforderungen
Abgrenzung 113
Besonderer Verwendungszweck 114

17. Abschnitt: Erhaltungswürdige Bauwerke,
Althausbauten, Bauwerke auf bestimmten
Flächenwidmungen und Kleinbauwerke
Erhaltungswürdige Bauwerke und
Althausbauten 115
Nebengebäude, Bauwerke im Grünland, auf
Verkehrsflächen und
Bauwerke vorübergehenden Bestandes 116
Kleinbauwerke 117

18. Abschnitt: Barrierefreie Gestaltung von
Bauwerken
Allgemeines 118
Eingänge, Stiegen und Aufzüge 119
Gänge und Türen 120
Klosette 121
Wohngebäude 122
Zubauten und Abänderungen 123

19. Abschnitt: Reihenhäuser und
Kleinwohnhäuser
Gemeinsame Bestimmungen 124
Reihenhäuser 125
Kleinwohnhäuser 126

20. Abschnitt: Hochhäuser
Brandabschnitte 127
Tragende Bauteile 128
Außenputze und Fassadenverkleidungen 129
Fensterbrüstungen, Loggien und Balkone 130
Sicherheitsschleusen 131
Stiegen 132
Hauptstiegenhäuser, Verbindungsgänge
und Kellerstiegenhäuser 133
Sicherheitsstiegenhäuser 134
Personenaufzüge 135
Sicherheitsbeleuchtung und
Ersatzstromanlage 136

21. Abschnitt: Bauwerke für größere
Menschenansammlungen
Verwendungszweck 137

Ausnahmen 138
Brandschutz 139
Gänge und Stiegen 140
Ausgänge und Fluchtwege 141
Sicherheitsbeleuchtung und
Ersatzstromanlage 142
Klosettanlagen 143
Sitzplätze 144
Stehplätze 145

22. Abschnitt: Verkaufsstätten
Verwendungszweck 146
Brandschutz 147
Brandschutzeinrichtungen 148
Ausgänge und Verkehrswege 149
Sicherheitsbeleuchtung und
Ersatzstromanlage 150

23. Abschnitt: Betriebsgebäude
Brandschutz 151

24. Abschnitt: Landwirtschaftliche und
forstwirtschaftliche Bauwerke
Wände und Decken von
Wirtschaftsgebäuden 152
Stallungen 153
Düngersammelanlagen 154

25. Abschnitt: Abstellanlagen für Kraftfahrzeuge

1. Kapitel: Allgemeine Bestimmungen
Anzahl der Stellplätze 155
Zu- und Abfahrten 156
Rampen 157

2. Kapitel: Garagen
Bauliche Gestaltung von Garagen mit
höchstens 100 m2 Nutzfläche 158
Bauliche Gestaltung von Garagen mit mehr
als 100 m2 Nutzfläche 159
Fußböden 160
Tore, Türen und Fenster 161
Verbindungen mit anderen Räumen 162
Fluchtwege 163
Lüftung von Garagen 164
Heizungen 165
Brandabschnitte für Garagen mit mehr als
400 m2 Nutzfläche 166
Rauchabzugsöffnungen 167
Brandmeldeanlagen, Fluchtwegorientierungs-
und Sicherheitsbeleuchtung 168
Sonderbestimmungen 169
Verbote 170

26. Abschnitt: Schutzräume
Anzahl der Schutzplätze 171
Ausführung 172

5. Teil: Heizungen

27. Abschnitt: Brennstoffe
Zulässige Brennstoffe 173
Feste Brennstoffe 174

28. Abschnitt: Feuerstätten
Allgemeine Anforderungen 175
Emissionsgrenzwerte 176
Wirkungsgrade 177
Technische Dokumentation 178
Typenschild 179
Allgemeine Prüfbedingungen 180
Prüfbedingungen für händisch beschickte
Feuerstätten 181
Prüfbedingungen für automatisch beschickte
Feuerstätten 182
Prüfbedingungen für Feuerstätten für
flüssige Brennstoffe 183
Besondere Prüfbedingungen für Feuerstätten
für gasförmige Brennstoffe 184
Feuerstätten über 400 kW
Nennwärmeleistung 185

29. Abschnitt: Betrieb von Feuerstätten
Feuerstätten für gasförmige und für flüssige
Brennstoffe 186
Altanlagen 187

30. Abschnitt: Überprüfung von Feuerstätten
Überprüfungsperiode 188
Überprüfungsumfang 189
Überprüfungsverfahren 190
Prüfbefund 191
Überprüfungsbefugnis 192
Verlust der Überprüfungsbefugnis 193
Prüfung von Gewerbetreibenden 194
Meßgeräte 195

31. Abschnitt: Energiesparende Anforderungen
an Zentralheizungs- und
Brauchwasseranlagen
Regelung der Feuerungsleistung bei
Zentralheizungsanlagen 196
Wärmedämmung von Wärmeverteilungs anlagen 197
Bestimmung der Heizlast von Gebäuden 198

32. Abschnitt: Anzuwendende technische
Normen
Geltende technische Normen 199

6. Teil: Lagerung brennbarer Flüssigkeiten

  1. Abschnitt: Allgemeine Bestimmungen
    Brennbare Flüssigkeiten 200
    Lagerung 201
  2. Abschnitt: Lagerbehälter und Leitungen
    für brennbare Flüssigkeiten der
    Gefahrenklasse III

Mindestausstattung 202
Lagerung in Gebäuden 203
Unterirdische Lagerung 204
Lagerung im Freien 205
Leitungen 206
Absperr- und Sicherheitseinrichtungen 207
Aufschriften 208
Prüfungen, Befunde 209

7. Teil: Umgesetzte EU-Richtlinien,

Schlußbestimmungen
Umgesetzte EU-Richtlinien und
Informationsverfahren 210
Schlußbestimmungen 211

1. Teil
Begriffsbestimmungen und gleichwertiges Abweichen
§ 1
Begriffsbestimmungen
Die nachstehenden Begriffsbestimmungen haben folgende Bedeutung:
Abgase (Verbrennungsgase): die in der Feuerungsanlage bei der
Verbrennung entstehenden gasförmigen Verbrennungsprodukte
einschließlich der in ihnen schwebenden festen oder flüssigen Stoffe
sowie die Gaskomponenten, die sich aus der Verbrennungsluft und dem
Luftüberschuß oder aus einer allfälligen Abgasreinigung ergeben
brandgefährdeter Raum: Raum, in dem

  1. feuergefährliche oder leichtbrennbare Stoffe hergestellt,
    verarbeitet oder in gefahrdrohender Menge gelagert werden oder
  2. aufgrund seines besonderen Verwendungszweckes eine erhöhte

Brandgefahr besteht
Brandschutzschleuse: Schleuse mit wirksamer Lüftung ins Freie und mit
brandbeständigen Umfassungsbauteilen, nichtbrennbarem Fußboden und
brandhemmenden, selbstschließenden und in Fluchtrichtung
aufschlagenden Türen
Dachboden: begehbarer, nicht ausgebauter Dachraum über der Decke des
obersten Hauptgeschosses
Emissionsgrenzwert bei Feuerungsanlagen: die maximal zulässige Menge
eines im Abgas enthaltenen Inhaltsstoffes; der Emissionsgrenzwert
(ausgenommen die Rußzahl) wird bei Kleinfeuerungen als Massenwert des
Inhaltsstoffes auf den Energieinhalt (Heizwert) des Brennstoffes
bezogen (angegeben in Milligramm/Megajoule, mg/MJ)
NOx-Emissionen: die Summe der Emissionen von Stickstoffmonoxid und

Stickstoffdioxid, berechnet und angegeben als Stickstoffdioxid (NO2)
OGC-Emissionen: die Summe der Emissionen von organisch gebundenem
Kohlenstoff, berechnet und angegeben als elementarer Kohlenstoff
CO-Emission: die Emission von Kohlenstoffmonoxid
Staubemission: die Emission von dispergierten (feinverteilten)
Partikeln, unabhängig von Form, Struktur und Dichte; diese wird auf
Basis eines gravimetrischen Meßverfahrens quantitativ beurteilt
(gewogen)
Rußzahl: der Grad der Schwärzung eines Filterpapiers,

verursacht durch die aus der Verbrennung stammenden und
emittierten Feststoffteilchen (qualitative Beurteilung)
Abgasverlust: Anteil der Brennstoffwärmeleistung, der ungenützt mit
den Abgasen den Wärmeerzeuger verläßt
Ölderivate: schwerflüchtige organische Substanzen, die sich bei der
Bestimmung der Rußzahl auf dem Filterpapier niederschlagen
Ein-oder Zweifamilienhaus: Wohngebäude mit einer oder zwei
Wohnungen und höchstens zwei Hauptgeschossen
Garage: Raum, der zum Einstellen von Kraftfahrzeugen bestimmt ist,
einschließlich der Räume und Verbindungswege, die deren Betrieb
dienen; bei der Berechnung der Nutzfläche (Gesamtbodenfläche) werden
im Freien liegende Zu- und Abfahrten nicht mitgerechnet; das
Einstellen eines Kraftfahrzeuges liegt dann nicht vor, wenn
die Batterie ausgebaut und der Treibstoffbehälter entleert ist
Hauptstiege und Hauptgang: notwendige Verbindung von
Aufenthaltsräumen mit dem Ausgang ins Freie; andere notwendige
Verbindungen sind Nebenstiegen und Nebengänge
Kleinwohnhaus: Wohngebäude mit drei oder vier Wohnungen und
höchstens zwei Hauptgeschossen
Reiche: höchstens 1,20 m breiter Raum zwischen benachbarten
Gebäuden
Reihenhaus: Wohngebäude mit

  1. reihenartig, nicht übereinander angeordneten Wohnungen
    (einschließlich Keller und Dachboden)
  2. höchstens drei Geschossen mit Aufenthaltsräumen über dem
    anschließenden Gelände und
  3. jeweils eigenen Wohnungseingängen unmittelbar vom Freien
    Stand der Technik: der auf den einschlägigen wissenschaftlichen
    Erkenntnissen beruhende Entwicklungsstand fortschrittlicher
    technologischer Verfahren, Einrichtungen, Bau -und

Betriebsweisen, deren Funktionstüchtigkeit erprobt und erwiesen
ist; bei der Bestimmung des Standes der Technik sind insbesondere
vergleichbare Verfahren, Einrichtungen,
Bau - und Betriebsweisen
heranzuziehen
Teillast: Wärmeleistung einer Feuerungsanlage, die kleiner ist
als die Nennwärmeleistung
Wärmeleistungsbereich: der vom Hersteller der Feuerungsanlage
festgelegte Bereich, in dem diese bestimmungsgemäß betrieben werden

kann
Wohnungstrennwand: Wand, die Wohnungen voneinander oder von anderen
Räumen trennt
Wohnungstrenndecke: Decke, die Wohnungen voneinander oder von anderen
Räumen trennt
Wohnungsstiege: Hauptstiege innerhalb einer Wohnung
§ 2
Gleichwertiges Abweichen
Von den nachfolgenden bautechnischen Bestimmungen darf über die
bereits vorgesehenen Ausnahmen hinaus dann abgewichen werden, wenn

die Abweichung die wesentlichen Anforderungen nach § 43 Abs. 1 Z.
1 bis 6 der NÖ Bauordnung 1996, LGBl. 8200, die in dieser
Verordung als Zielvorgaben näher bestimmt sind, gleichwertig erfüllt.

2. Teil
Ein- oder Zweifamilienhäuser

1. Abschnitt
Allgemeine Anforderungen
§ 3
Dauerhaftigkeit

(1)
Ein- oder Zweifamilienhäuser müssen gegen das Eindringen und
Aufsteigen von Wasser im Boden (z.B. Bodenfeuchtigkeit,
Grundwasser) abgedichtet sein.
(2)
Sind Bauteile sonstigen schädigenden Einwirkungen ausgesetzt, so
müssen sie aus dementsprechend widerstandsfähigen Baustoffen
hergestellt oder gegen diese Einwirkungen geschützt sein.
§ 4
Allgemeiner Brandschutz
(1)
Brandbeständige Bauteile müssen in ihren wesentlichen Teilen
aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen; dies gilt nicht
für brandbeständige Abschlüsse von Öffnungen.
(2)
Leichtbrennbare Baustoffe dürfen dann nicht verwendet werden,
wenn sie einen Brand oder dessen Ausbreitung begünstigen können.
(3)
Tragbare Feuerlöscher sind für Räume bereitzuhalten, wenn dies
wegen ihres besonderen Verwendungszweckes notwendig ist, um
Gefahren für Personen und Sachen zu vermeiden (z.B. Heizraum,
Brennstofflagerraum, Garage).
§ 5
Fluchtwege
(1)
Jede Wohnung muß in jedem Geschoß mit Aufenthaltsräumen zwei
voneinander unabhängige Fluchtwege haben. Es genügt jedoch ein
Fluchtweg, wenn über diesen ein sicheres Verlassen des Gebäudes im
Brandfall möglich ist.
(2)
Der zweite Fluchtweg darf über eine Stelle führen, die von der
Feuerwehr von außen mit ihren üblichen Rettungsgeräten erreicht
werden kann.
(3)
Führt der zweite Fluchtweg (Rettungsweg) über eine Stelle, die
nur mit einer Fluchtleiter erreicht werden kann, so darf diese

Stelle nicht höher als 8 m über dem anschließenden Gelände liegen,
und es müssen die dafür erforderlichen Zugänge und Durchgänge
vorhanden sein.

§ 6
Wärmeschutz

(1) Bei Bauteilen von beheizten Räumen dürfen folgende
Wärmedurchgangskoeffizienten nicht überschritten werden:

Bauteil W/m2K
1. Wände gegen Außenluft (z.B.
Außenwände, Wände gegen
nicht ausgebaute Dachräume) 0,40
2. Wände gegen unbeheizte
Gebäudeteile und Brandwände 0,70
  1. Wände gegen getrennte Wohnungen 1,60
  2. Erdberührte Wände und Fußböden 0,50
  3. Decken gegen Außenluft (z.B.
    Flachdächer, Decken über
    Durchfahrten, Decken gegen nicht
    ausgebaute Dachräume) 0,22
  4. Decken gegen unbeheizte
    Gebäudeteile 0,40
  5. Decken gegen getrennte Wohnungen 0,90
  6. Fenster und Türen gegen Außenluft
    (gemittelt über Rahmen und
    Verglasung) 1,80
  7. Außenfassaden von beheizten
    Gebäudeteilen, bei denen die Fläche
    von Fenstern und Türen mehr als 30 %
    der Fassadenfläche beträgt 0,90
(2)
Für Dachschrägen gelten die Bestimmungen des Abs. 1 für Wände,
jedoch bei einer Dachneigung von weniger als 60o die für Decken.
(3)
Abweichend von Abs. 1 sind höhere Wärmedurchgangskoeffizienten
zulässig,
    1. wenn nachgewiesen wird (z.B. durch die Berechnung einer
      Energiekennzahl), daß durch besondere bauphysikalische Maßnahmen
      nur jener Transmissionswärmeverlust entsteht oder nur jener
    2. Heizwärmebedarf notwendig ist, der gegeben wäre, würden die
      Anforderungen nach Abs. 1 eingehalten
  1. bei Gebäudeteilen, die nach ihrem Verwendungszweck nur
    unwesentlich beheizt werden
(4)
Bauteile müssen so aufgebaut sein, daß weder im Inneren noch an
deren Oberfläche eine schädigende Wasserdampfkondensation
auftritt.
§ 7
Schallschutz
(1)
Für Wohnungen in Ein- oder Zweifamilienhäusern gelten folgende
Anforderungen:
  1. Luftschalldämmung von Außenbauteilen
    resultierendes Schalldämm-Maß,
    mindestens
    Außenwände einschließlich Fenster
    und Türen, Dachschrägen mit
    Fenstern 38 dB
  2. Luftschalldämmung von Trennbauteilen
    bewertetes Schalldämm-Maß Rw,
    mindestens
    a)Wohnungstrennwände und

Wohnungstrenndecken 57 dB

b)Wände und Decken zwischen
Wohnungen und solchen Garagen,
die nicht zur Wohnung gehören 63 dB

3. Trittschalldämmung
bewerteter Normtrittschall pegel Ln,T,w, höchstens
a)Wohnungstrenndecken und Decken

gegen die andere Wohnung 48 dB

b)Decken innerhalb einer Wohnung,
sofern die andere Wohnung durch
Schall-Längsleitung beeinträchtigt
wird 48 dB

c)Stiegen und deren Podeste, sofern
sie mit einer Wohnungstrennwand
gegen Wohnräume verbunden
sind 50 dB

(2) Haustechnische Einrichtungen oder Anlagen in Zweifamilienhäusern,
bei deren Betrieb Schall in Wohnräume der anderen Wohnung
übertragen werden kann, sind gegen diese Schallübertragung so
abzudämmen, daß keine unzumutbaren Belästigungen entstehen.

2. Abschnitt
Wände, Decken, Fußböden, Verputze,
Verkleidungen, Dächer und Vorbauten

1. Kapitel
Wände
§ 8
Brandwiderstand von Wänden

(1)
Außenwände, tragende Innenwände und Wohnungstrennwände müssen
mindestens brandhemmend sein.
(2)
Eine brandbeständige Ausführung ist jedoch erforderlich für
Außenwände und tragende Innenwände von Kellerräumen.
(3)
Für aussteifende Wände, tragende Pfeiler und Stützen sowie für
deren Unterstützungsbauteile gelten die Abs. 1 und 2.
§ 9
Brandwände
(1)
Brandwände müssen brandbeständig und so beschaffen sein, daß sie
bei einem Brand ihre Standsicherheit nicht verlieren und die

Ausbreitung von Feuer auf andere Gebäude, Gebäudeteile oder

Nachbargrundstücke verhindern.

(2)
Diese Anforderungen müssen auch in Verbindung mit anderen
Bauteilen (z.B. Decken, Dachstuhl, Außenwandverkleidungen) erfüllt
werden.
(3)
Brandwände sind entweder mindestens 15 cm über Dach hochzuführen
oder es ist, wenn es der Baustoff zuläßt, der auf Brandwänden
aufliegende Teil der Dacheindeckung hohlraumfrei in Mörtel zu
verlegen.

§ 10
Außenwände als Brandwände
Außenwände sind als Brandwände und öffnungslos zu errichten

  1. an einer Grundstücksgrenze, sofern nicht das angrenzende
    Grundstück als Verkehrsfläche, Parkanlage oder Grüngürtel gewidmet
    oder ein Gewässer (mindestens 5 m breit) ist;
  2. gegen eine Reiche;

3. bei einem Abstand von weniger als 3 m, gerichtet gegen eine
Grundstücksgrenze, wenn es die Sicherheit von Personen und
Sachen aufgrund der zulässigen Bebauung auf dem Nachbargrundstück
erfordert, es sei denn

a) das angrenzende Grundstück ist als Verkehrsfläche, Parkanlage oder
Grüngürtel gewidmet oder es ist ein Gewässer (mindestens 5 m
breit) oder

b) es handelt sich lediglich um Vorbauten und diese sind im
Verhältnis zur Außenwand untergeordnet.

2. Kapitel
Decken
§ 11
Brandwiderstand von Decken

(1)
Decken müssen mindestens brandhemmend sein.
(2)
Eine hochbrandhemmende Ausführung ist jedoch erforderlich
  1. für Kellerdecken und
  2. für Decken über Durchfahrten oder Durchgängen, die den einzigen

Fluchtweg bilden.
§ 12
Sonstige Anforderungen an Decken

(1)
Die Decke über dem obersten Hauptgeschoß muß so tragfähig sein,
daß sie im Brandfall auch die Trümmerlast der darüber befindlichen
Bauteile tragen kann.
(2)
Bildet den oberen Raumabschluß keine Decke, sondern ein
Dach, so gelten die Bestimmungen für Dachgeschosse (§ 41)
sinngemäß.

3. Kapitel
Fußböden
§ 13
Brennbarkeit von Fußbodenbelägen
Nichtbrennbare Fußbodenbeläge sind erforderlich

  1. im Dachboden, jedoch nur im Bereich von Reinigungsöffnungen von
    Schornsteinen (in einem Umkreis von mindestens 60 cm gemessen in
    der Grundrißprojektion);
  2. im Bereich von Feuerstätten in einem ihrer Art und Größe
    entsprechenden Ausmaß (z.B. offene Kamine).
  1. Kapitel
    Verputze und Verkleidungen
    § 14
    Außenwände
    Außenwände sind zu verputzen oder zu verkleiden, soweit deren
    Oberflächen von außen sichtbar sind. Dies gilt nicht für Wände, die
    gegen Witterungseinflüsse beständig sind.
  2. Kapitel
    Dächer
    § 15
    Dachneigung
(1)
Dachneigungen von mehr als 45o sind zulässig, wenn der
erforderliche Lichteinfall auf Hauptfenster zulässiger Gebäude auf
Nachbargrundstücken und bestehender bewilligter Gebäude auf dem
Baugrundstück gesichert und im Bebauungsplan nichts anderes
bestimmt ist.
(2)
Bei Dachneigungen von mehr als 25o sind Vorrichtungen
anzubringen, die das Herabfallen von Schnee und Eis auf
Verkehrsflächen oder Nachbargrundstücke verhindern.

§ 16
Dacheindeckung
Die Dacheindeckung muß aus Baustoffen bestehen, die

  1. widerstandsfähig gegen Flugfeuer und Wärmestrahlung sind;
  2. nichtbrennbar sind, allerdings nur bei Dächern mit traufenseitigen

Brandwänden.
§ 17
Dachöffnungen und Dachaufbauten

(1)
Dachöffnungen und Dachaufbauten sind in Dächern mit
traufenseitigen Brandwänden (bei giebelständigen Gebäuden) nur
dann zulässig, wenn keine Gefahr einer Brandübertragung besteht.
(2)
Bei Dächern mit giebelseitigen Brandwänden müssen von den
Brandwänden entfernt sein:
  1. Dachöffnungen mindestens 1 m;
  2. Dachgauben oder ähnliche Dachaufbauten (z.B. Dacherker)
    mindestens 3 m; ein geringerer Abstand ist zulässig, wenn keine
    Gefahr einer Brandübertragung besteht.
    Bei der Beurteilung der Gefahr einer Brandübertragung

(Abs. 1 und 2 Z. 2) ist die zulässige Bebauung
auf dem Nachbargrundstück zu berücksichtigen.

(3)
Durch Dachaufbauten (z.B. Dachgauben, Dacherker) darf der
erforderliche Lichteinfall auf Hauptfenster zulässiger

Gebäude auf Nachbargrundstücken und bestehender bewilligter

Gebäude auf dem Baugrundstück nicht beeinträchtigt werden.
§ 18
Zugänge zu nicht ausgebauten Dachräumen

(1)
Die Zugänge müssen brandhemmende Abschlüsse haben. Zugangstüren
müssen nach außen aufschlagen und selbstschließend sein.
(2)
Kein Brandwiderstand ist für die Abschlüsse erforderlich, wenn
trotzdem die Sicherheit von Personen und Sachen gewährleistet

ist (z.B. bei Zugängen unmittelbar vom Freien).
§ 19
Ableitung der Dachwässer
Dachrinnen, Abfallrohre oder sonstige Einrichtungen zur technisch
einwandfreien Sammlung und Ableitung von Niederschlagswässern sind
dann erforderlich, wenn

  1. diese von einem Dach auf Verkehrsflächen oder Nachbargrundstücke
    gelangen können oder
  2. eine gesammelte Ableitung zur Vermeidung von Beeinträchtigungen

(z.B. Durchfeuchtungen) erforderlich ist.

6. Kapitel
Vorbauten
§ 20
Anforderungen an Vorbauten
Für Vorbauten (z.B. Balkone, Erker und Veranden) gelten die
Bestimmungen für Wände, Decken und Dächer sinngemäß. Ein geringerer
oder kein Brandwiderstand ist erforderlich, wenn trotzdem die
Sicherheit von Personen und Sachen gewährleistet ist.

3. Abschnitt
Gänge und Stiegen
§ 21
Stiegen

(1)
Jedes nicht ebenerdig zugängliche Geschoß muß über eine Stiege
(notwendige Stiege) erreichbar sein.
(2)
Für Zugänge zu Dachböden oder Spitzböden sind anstelle von
Stiegen auch andere Aufstiegshilfen (z.B. Einschubtreppen,
Klapptreppen) zulässig.
(3)
Für zusätzliche Stiegen gelten die Bestimmungen für notwendige
Stiegen nur dann und insoweit, als es die Sicherheit von Personen
erfordert.
§ 22
Durchgangsbreite und Durchgangshöhe von Gängen und Stiegen
(1)
Mindeste Breite
  1. Hauptgänge und Hauptstiegen: 1 m
  2. Nebengänge und Nebenstiegen: 90 cm

(2) Zulässige Einengung der Breite von Gängen, Stiegen und
Stiegenpodesten (Durchgangsbreite):

  1. durch vorstehende Bauteile (z.B. Handläufe, Geländer, Pfeiler):
    höchstens 10 cm
  2. durch nachträglich eingebaute Aufstiegshilfen (z.B.
    Treppenschrägaufzug): höchstens 30 cm (weggeklappt)

(3)
Mindeste lichte Durchgangshöhe

  1. von Hauptgängen: 2,10 m
  2. von Hauptstiegen, Nebenstiegen und Nebengängen: 2 m
    § 23
    Stufen
(1)
Das Steigungsverhältnis der Stufen muß je nach der Lage
(außerhalb oder innerhalb von Gebäuden) und der Stiegenform so
gewählt werden, daß die Stiege sicher begangen werden kann.
(2)
Mindestmaße und Höchstmaße von Stufenhöhen und Stufenauftritten
  1. Stufenhöhe: höchstens
    Hauptstiegen und Nebenstiegen 20 cm
  2. Stufenauftritt: mindestens
    Hauptstiegen und Nebenstiegen 25 cm
    Die Stufen einer Stiege müssen innerhalb eines Geschosses

gleich hoch sein und in der Gehlinie gemessen gleiche
Auftritte haben.

(3)
Stufenauftritt für Stiegen mit gewendeltem Stiegenlauf:
mindestens 13 cm (20 cm vom inneren Stiegenrand gemessen)
(4)
Bei Stiegen ohne Setzstufen darf das lichte Maß der Öffnung
zwischen den Stufen höchstens 12 cm betragen.
§ 24
Handläufe
(1)
Handläufe müssen bei notwendigen Stiegen mit mehr als vier Stufen
jedenfalls an einer Seite angebracht werden.
Bei gewendelten Stiegen muß der Handlauf am äußeren
Stiegenrand angeordnet sein.
(2)
Handläufe müssen fest und griffsicher sein und so hoch

angebracht werden, daß sie bequem und sicher benützt
werden können.

4. Abschnitt
Fenster, Türen, Verglasungen, Geländer, Brüstungen und Schächte
§ 25
Fenster
Über die Straßenfluchtlinie dürfen Fenster und Fensterläden nur dann
aufschlagen, wenn die Verkehrssicherheit nicht beeinträchtigt wird.
§ 26
Türen und Tore

(1)
Türen und Tore müssen leicht und ohne Gefahr benützt
werden können.
(2)
Türen und Tore dürfen nicht über die Straßenfluchtlinie
aufschlagen. Dies gilt nicht für Balkontüren.
(3)
Lichte Breite von Türen:
  1. Hauseingangstüren, Wohnungseingangstüren und alle Türen, die zu
    Aufenthaltsräumen führen: mindestens 80 cm
  2. Türen von Nebenräumen: mindestens 60 cm.
    § 27
    Verglasungen
(1)
Unter Glasdächern, Dachverglasungen und Dachflächenfenstern oder
Oberlichtverglasungen in Decken muß eine Schutzvorrichtung gegen
das Herabfallen von Glasstücken angebracht werden, es sei denn es
wird Sicherheitsglas oder sicherheitstechnisch gleichwertiges
Material verwendet.
(2)
Absturzsichernde Verglasungen sind aus Verbundsicherheitsglas
auszuführen. Andere Glasarten sind nur dann zulässig, wenn
die Sicherheit von Personen trotzdem gewährleistet ist.
§ 28
Geländer und Brüstungen
(1)
An allen nach dem Verwendungszweck zugänglichen Stellen eines
Ein- oder Zweifamilienhauses, von denen Personen abstürzen können,
müssen standsichere Geländer oder Brüstungen angebracht werden,
außer die Absicherung widerspricht dem Verwendungszweck (z.B. bei
Schwimmbädern).
(2)
Geländer und Brüstungen müssen mindestens 1 m hoch sein; eine
Höhe von 90 cm genügt für Brüstungen, die oben mindestens 20 cm
dick sind. Diese Mindesthöhen gelten aber nicht für Brüstungen,
die das Abstürzen auf andere Art verhindern.
(3)
Die Höhe von Geländern (Brüstungen) ist zu messen: Lotrecht von
der zu sichernden Stelle (bei Stiegen von der Stufenvorderkante)
bis zur Geländeroberkante (Brüstungsoberkante), bei
Fensterbrüstungen bis zur Fensterrahmenkante.
(4)
Geländer und Brüstungen müssen auch Kinder ausreichend schützen.
Sie müssen daher folgende Anforderungen erfüllen:
  1. Sie dürfen das Überklettern nicht erleichtern und
  2. müssen das Durchkriechen verhindern.

(5) Eine Schutzvorrichtung gegen das Herunterfallen von Gegenständen

(z.B. Fußleiste) muß am Fuß von Geländern gegen Verkehrsflächen
oder Nachbargrundstücke angebracht werden (z.B. bei Balkonen,
Loggien und Dachterrassen).

§ 29
Schächte
Schächte sind tragsicher und verkehrssicher abzudecken (z.B.
Kellerlichtschächte, Putzschächte, Brunnenschächte).

  1. Abschnitt
    Feuerungsanlagen
    § 30
    Anforderungen
    Für Feuerungsanlagen, Heizräume und Brennstofflager gelten die
    Bestimmungen der §§ 78 bis 92 des 3. Teils.
  2. Abschnitt
    Haustechnische Anlagen

1. Kapitel

Lüftungen
§ 31
Allgemeines
Lüftungsanlagen, Luftleitungen und Luftschächte müssen so
beschaffen sein, daß keine Gefahren für Personen und Sachen
entstehen.
Sie sind so anzuordnen und herzustellen, daß sie

  1. den Betrieb von Feuerstätten nicht beeinträchtigen,
  2. gereinigt werden können und
  3. die Abluft ins Freie führen.
    § 32
    Brandsicherheit

(1) Im Brandfall darf durch Lüftungsanlagen, Luftleitungen oder
Luftschächte Feuer oder Rauch nicht übertragen werden in

  1. andere Geschosse oder Wohnungen
  2. Dachböden und nicht ausgebaute Dachräume
    und zwar auf die Dauer von mindestens 30 Minuten.

(2) Luftleitungen einschließlich ihrer Dämmstoffe und Luftschächte
müssen aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen. Brennbare
Baustoffe sind nur dann zulässig, wenn trotzdem die Sicherheit von
Personen und Sachen gewährleistet ist.

§ 33
Lüftung ohne mechanische Lüftungsanlage
Für Luftleitungen oder Luftschächte, die nicht Bestandteil einer
mechanischen Lüftungsanlage sind, gilt zusätzlich:

  1. die lichten Abmessungen für die Seitenlänge oder den Durchmesser
    müssen mindestens 12 cm betragen (bei glattwandigen Rohren genügen
    mindestens 10 cm)
  2. Ziehungen dürfen von der Lotrechten höchstens 30o abweichen

2. Kapitel
Wasser und Abwässer
§ 34
Trinkwasserversorgung

(1)
Ist ein Ein- oder Zweifamilienhaus an eine
Wasserversorgungsanlage angeschlossen, so muß eine
Wasserentnahmestelle in jeder Wohnung eingerichtet werden.
(2)
Trinkwasserbrunnen müssen zum Schutz gegen Verunreinigung
einwandfrei angelegt und gefaßt werden (z.B. ausreichende Abstände
von grundwassergefährdenden Lagerungen oder zu Füllstellen von
brennbaren Flüssigkeiten, Hochführen des oberen Brunnenendes über
das umgebende Niveau, oberflächenwasserdichte Brunnenabdeckung und
Brunnenkranzausbildung).
§ 35
Anlagen für Abwässer
(1)
Ableitungsanlagen müssen so bemessen und hergestellt werden, daß
Abwässer technisch einwandfrei, gefahrlos sowie störungsfrei
abgeleitet werden und die Anlagen überprüft und gereinigt werden

können.

(2)
Falleitungen für Schmutzwässer müssen mit einem für die
Entlüftung wirksamen Querschnitt über Dach geführt werden.
(3)
Bei Einleitung der Abwässer in eine öffentliche Kanalanlage
sind alle Entwässerungsgegenstände (z.B. Klosett, Waschbecken),

die unterhalb der Rückstauebene liegen, gegen Rückstau so
zu sichern, daß oberhalb der Rückstauebene anfallende Abwässer -
auch im Falle eines Rückstaus - in das öffentliche Kanalnetz
abfließen können.

§ 36
Senkgruben und Sickergruben

(1)
Senkgruben, Sickergruben und Abwasserkanäle müssen von
Trinkwasserbrunnen und Quellfassungen für Trinkwasser einen
Mindestabstand von 10 m haben, jedenfalls aber so weit entfernt
sein, daß entsprechend den Bodenverhältnissen und
Grundwasserverhältnissen keine Gefahr einer Verunreinigung des
Trinkwassers besteht.
Ein geringerer Abstand ist für Senkgruben und Abwasserkanäle dann
zulässig, wenn sie doppelwandig ausgeführt werden.
(2)
Für Senkgruben und Sickergruben gilt zusätzlich:
  1. sie müssen dicht, tragsicher und verkehrssicher abgedeckt sowie
    mit den erforderlichen Einstiegsöffnungen versehen sein
  2. die Einstiegsöffnungen müssen im Freien liegen und eine lichte
    Weite von mindestens 60 cm haben
  3. Senkgruben
    a) müssen über Dach entlüftet werden (auch über die Falleitung

zulässig),
b) müssen flüssigkeitsdicht sein und
c) dürfen weder unter Aufenthaltsräumen noch unmittelbar

angrenzend an Wände von Aufenthaltsräumen errichtet werden.

7. Abschnitt
Wohnungen, Aufenthaltsräume und
Räume anderer Art
§ 37
Niveau der Räume

(1) Der Fußboden von Wohnräumen muß liegen:

  1. über dem anschließenden Gelände (bei Gebäuden an der
    Straßenfluchtlinie über dem Niveau in der Straßenfluchtlinie),
  2. mindestens 50 cm über dem höchsten örtlichen Grundwasserspiegel
    und
  3. in Hochwasserüberflutungsgebieten mindestens 30 cm über dem
    100jährlichen Hochwasser.
(2)
Bei Gebäuden, die am Hang liegen, muß der Fußboden von
Wohnräumen mindestens an einer Seite über dem anschließenden
Gelände liegen. Die Wände der Räume dürfen höchstens zur Hälfte
der jeweiligen Wandfläche erdberührt sein.
(3)
Andere Aufenthaltsräume dürfen unter dem anschließenden Gelände

liegen, wenn besondere Vorkehrungen gegen eindringendes Wasser

(§ 3 Abs. 1) getroffen werden.
§ 38
Raumhöhe

(1) Die lichte Raumhöhe muß betragen:

  1. in Aufenthaltsräumen in den Hauptgeschossen mindestens 2,50 m
  2. in Räumen anderer Art (z.B. Nebenräume) mindestens 2,10 m.
(2)
Für Teilflächen (z.B. bei Raumnischen, Deckenabschrägungen) darf
die Mindestraumhöhe unterschritten werden, soweit es der
Verwendungszweck zuläßt.
(3)
Im Dachgeschoß muß jeder Aufenthaltsraum über mindestens der
halben Fußbodenfläche eine lichte Raumhöhe von mindestens 2,40 m
haben; Raumteile mit einer lichten Höhe von weniger als 1,50 m
werden in die Fußbodenfläche nicht eingerechnet.
§ 39
Beheizung, Belichtung und Belüftung
von Aufenthaltsräumen
(1)
Schornsteinanschlüsse nach § 57 der NÖ Bauordnung 1996, LGBl.
8200, müssen für den Anschluß einer Feuerstätte für feste
Brennstoffe geeignet sein.
(2)
Aufenthaltsräume müssen durch unmittelbar ins Freie führende
Fenster (Hauptfenster) ausreichend belichtet und belüftet werden
können.
(3)
Hauptfenster müssen so angeordnet sein, daß ein freier
Lichteinfall unter 45o gesichert ist (bei einer seitlichen
Abweichung des Lichteinfalles von höchstens 30o).
Untergeordnete Bauteile, die den Lichteinfall auf
Hauptfenster nur unwesentlich beeinträchtigen (z.B.
Schornsteinköpfe, Geländer), bleiben unberücksichtigt.
(4)
Bei der Berechnung des freien Lichteinfalls dürfen Grundflächen
eines angrenzenden Grundstückes einbezogen werden, wenn sie auf
Grund der baurechtlichen Bestimmungen oder eines grundbücherlich
sichergestellten Rechtes nicht bebaut werden dürfen.
(5)
Die Gesamtfläche der Hauptfenster (Fensterfläche) muß in der
Architekturlichte gemessen mindestens ein Zehntel der
Fußbodenfläche des zugehörigen Aufenthaltsraumes betragen. Bei
Wohnräumen mit Raumtiefen von mehr als 5 m ist die Fensterfläche
um je 10 % für jeden vollen Meter Mehrtiefe zu vergrößern.
Ragen Bauteile (z.B. Balkone, Dachvorsprünge) über Hauptfenster
desselben Gebäudes mehr als 50 cm horizontal gemessen in den
freien Lichteinfall hinein, so muß die erforderliche
Fensterfläche mindestens ein Sechstel der Fußbodenfläche des
zugehörigen Aufenthaltsraumes betragen. Solche Bauteile über
Hauptfenstern dürfen jedoch nicht mehr als 2 m in den freien
Lichteinfall ragen.
(6)
Aufenthaltsräume müssen dann nicht unmittelbar ins Freie führende
Hauptfenster haben (z.B. auch hinter verglasten Loggien,

Veranden und Wintergärten zulässig), wenn die Aufenthaltsräume

trotzdem ausreichend belichtet und belüftet werden können.
§ 40
Wohnungen

(1) Jede Wohnung muß haben

  1. mindestens einen Wohnraum,
  2. eine Küche oder Kochnische,
  3. ein Badezimmer mit einer Waschgelegenheit und einer Dusche oder
    Badewanne und
  4. ein Klosett. In Wohnungen mit mehr als zwei Wohnräumen (ohne
    Küche gerechnet) ist ein eigener Klosettraum erforderlich.
(2)
Wohnräume müssen eine Nutzfläche von mindestens 10 m2 haben; bei
Wohnungen mit nur einem Wohnraum jedoch mindestens 18 m2.
(3)
Bei der Berechnung der Nutzfläche von Wohnräumen im Dachgeschoß
werden Raumteile mit einer lichten Höhe von weniger als 1,50 m
nicht mitgerechnet.
§ 41
Wohnungen und Aufenthaltsräume im
Dachgeschoß
(1)
Folgende Bauteile von Aufenthaltsräumen (samt Nebenräumen und
dem Zugang) müssen brandhemmend ausgeführt werden:
  1. Dachschrägen
  2. Decken über Dachgeschoßräumen
  3. Trennwände gegen nicht ausgebaute Dachräume
  4. Dachkonstruktionsteile innerhalb von Dachgeschoßräumen (z.B.
    Stuhlsäulen, Sparren, Kopfbänder)
(2)
Für Dachschrägen, an die die Dachdeckung
anschließt, und für Trennbauteile gegen nichtbegehbare
Dachbodenresträume (z.B. Seitenböden), gilt der erforderliche
Brandwiderstand von innen nach außen.
(3)
Begehbare Dachbodenresträume (z.B. Spitzböden, Seitenböden) mit
mehr als 5 m2 Grundfläche müssen zur Brandbekämpfung zugänglich
sein. Die Abschlüsse der Zugangsöffnungen müssen brandhemmend
sein.

§ 42
Belüftung von Nebenräumen
Nebenräume müssen entsprechend ihrem Verwendungszweck eine wirksame
Lüftung haben.

8. Abschnitt
Möglichkeit von Ausnahmen
§ 43
Ausnahmen

(1) Über ausdrückliches Verlangen des Bauwerbers finden bei der
Errichtung oder Abänderung

  1. eines Einfamilienhauses oder
  2. eines Zweifamilienhauses, bei dem der Bauwerber glaubhaft macht,
    zumindest eine der beiden Wohnungen für seine Wohnzwecke zu

verwenden, die folgenden Bestimmungen der nachstehenden Abschnitte

keine Anwendung:

Abschnitt 1: § 7

Abschnitt 3: §§ 23 Abs. 4 und 24 Abs. 2

Abschnitt 4: §§ 26 Abs. 1, 27 Abs. 1 und 28 Abs. 4

Abschnitt 6: § 35 Abs. 3

Abschnitt 7: §§ 37 Abs. 1 Z. 1, Abs. 2 und 3, 38, 39 Abs. 2 bis 6, 40

und 42.

(2) Für nicht zum Wohnen bestimmte Nutzungsbereiche in Ein- oder
Zweifamilienhäusern, die allgemein zugänglich sind (z.B.
Arztpraxis), gilt Abs. 1 nicht.

3. Teil
Andere Gebäude und Bauwerke

9. Abschnitt
Allgemeine Anforderungen
§ 44
Dauerhaftigkeit

(1)
Bauwerke müssen je nach ihrem Verwendungszweck gegen das
Eindringen und Aufsteigen von Wasser im Boden (z.B.
Bodenfeuchtigkeit, Grundwasser) abgedichtet sein.
(2)
Sind Bauteile sonstigen schädigenden Einwirkungen ausgesetzt, so
müssen sie aus dementsprechend widerstandsfähigen Baustoffen
hergestellt oder gegen diese Einwirkungen geschützt sein.
§ 45
Allgemeiner Brandschutz
(1)
Brandbeständige Bauteile müssen in ihren wesentlichen Teilen aus
nichtbrennbaren Baustoffen bestehen; dies gilt nicht für
brandbeständige Abschlüsse von Öffnungen.
(2)
Leichtbrennbare Baustoffe dürfen dann nicht verwendet werden,
wenn sie einen Brand oder dessen Ausbreitung begünstigen können.
(3)
Bauwerke sind mit Brandschutzeinrichtungen (z.B. tragbare
Feuerlöscher, ortsfeste Löschanlagen, Brandmeldeanlagen,
Brandrauchentlüftung) auszustatten, wenn dies wegen ihrer Lage,
Größe oder ihres Verwendungszweckes notwendig ist, um Gefahren für
Personen und Sachen zu vermeiden.
(4)
Bauwerke sind mit Blitzschutzanlagen auszustatten, wenn sie
  1. wegen ihrer Lage, Größe oder Bauweise durch Blitzschlag gefährdet
    sind oder
  2. es der Verwendungszweck erfordert.
    § 46
    Fluchtwege
(1)
Jede in sich geschlossene Einheit mit Aufenthaltsräumen (z.B.
Wohnungen, Praxen, Büros) muß in jedem Geschoß mit
Aufenthaltsräumen zwei voneinander unabhängige Fluchtwege haben.
Es genügt jedoch ein Fluchtweg, wenn über diesen ein sicheres
Verlassen des Gebäudes im Brandfall möglich ist.
(2)
Der zweite Fluchtweg darf über eine Stelle führen, die von der

Feuerwehr von außen mit ihren üblichen Rettungsgeräten erreicht
werden kann. Führt dieser Fluchtweg (Rettungsweg) über eine
Stelle, die nur

  1. mit einer Fluchtleiter erreicht werden kann, so darf diese Stelle
    nicht höher als 8 m über dem anschließenden Gelände liegen, und es
    müssen die dafür erforderlichen Zugänge und Durchgänge vorhanden
    sein;
  2. mit Hubrettungsgeräten erreicht werden kann, so müssen die dafür
    erforderlichen Zufahrten und Durchfahrten, sowie Aufstellflächen
    und Bewegungsflächen für die Feuerwehrfahrzeuge vorhanden sein.

§ 47
Wärmeschutz

(1) Bei Bauteilen von beheizten Räumen dürfen folgende
Wärmedurchgangskoeffizienten nicht überschritten werden:
Bauteil W/m2K

  1. Wände gegen Außenluft (z.B.
    Außenwände, Wände gegen nicht
    ausgebaute Dachräume) 0,40
  2. Wände gegen unbeheizte
    Gebäudeteile und Brandwände 0,70
  3. Wände gegen getrennte Wohnungen
    oder Betriebseinheiten 1,60
  4. Erdberührte Wände und Fußböden 0,50
  5. Decken gegen Außenluft (z.B.
    Flachdächer, Decken über
    Durchfahrten, Decken gegen nicht
    ausgebaute Dachräume) 0,22
  6. Decken gegen unbeheizte
    Gebäudeteile 0,40
  7. Decken gegen getrennte Wohnungen
    oder Betriebseinheiten 0,90
  8. Fenster und Türen gegen Außenluft
    (gemittelt über Rahmen und
    Verglasung) 1,80
  9. Außenfassaden von beheizten
    Gebäudeteilen, bei denen die Fläche
    von Fenstern und Türen mehr als 30 %
    der Fassadenfläche beträgt 0,90
(2)
Für Dachschrägen gelten die Bestimmungen des Abs. 1 für Wände,
jedoch bei einer Dachneigung von weniger als 60o die für Decken.
(3)
Abweichend von Abs. 1 sind höhere Wärmedurchgangskoeffizienten
bei Gebäuden oder Gebäudeteilen zulässig,
  1. wenn nachgewiesen wird (z.B. durch die Berechnung einer
    Energiekennzahl), daß durch besondere bauphysikalische Maßnahmen
    nur jener Transmissionswärmeverlust entsteht oder nur jener
    Heizwärmebedarf notwendig ist, der gegeben wäre, würden die
    Anforderungen nach Abs. 1 eingehalten
  2. die nach ihrem Verwendungszweck nur unwesentlich beheizt werden
  3. mit gewerblichem, landwirtschaftlichem oder forstwirtschaftlichem
    Verwendungszweck, soweit dies aus technischen oder betrieblichen
    Gründen notwendig ist
(4)
Bauteile müssen so aufgebaut sein, daß weder im Inneren noch an
deren Oberfläche eine schädigende Wasserdampfkondensation
auftritt.
§ 48
Schallschutz und Erschütterungsschutz
(1)
Für Wohnungen gelten folgende Anforderungen:

1. Luftschalldämmung von
Außenbauteilen
bewertetes Schalldämm-Maß Rw,
mindestens
a)Außenwände und Dachschrägen 47 dB
b)Außendecken (z.B. Flachdächer)

sowie Wände und Decken gegen

nicht ausgebaute Dachräume 47 dB

resultierendes Schalldämm-Maß,

mindestens

c)Außenwände einschließlich

Fenster und Türen, Dachschrägen
mit Fenstern 38 dB

2. Luftschalldämmung von
Trennbauteilen
bewertetes Schalldämm-Maß Rw,
mindestens
a)Wohnungstrennwände und

Wohnungstrenndecken 57 dB

b)Wohnungstrennwände und
Wohnungstrenndecken gegen
Betriebsräume, wenn es deren
Verwendungszweck erfordert 60 dB

c)Wände und Decken zwischen
Wohnungen und solchen Garagen,
die nicht zur Wohnung gehören 63 dB

3. Trittschalldämmung
bewerteter Normtrittschall pegel Ln,T,w, höchstens
a)Wohnungstrenndecken und Decken

gegen Wohnungen 48 dB

b)Decken unter Dachböden, sofern
diese genutzt werden (z.B. als
Trockenböden) 60 dB

c)Decken innerhalb einer Wohnung,
sofern andere Wohnungen durch
Schall-Längsleitung beeinträchtigt
werden 48 dB

d)Stiegen und deren Podeste, sofern
sie mit Wohnungstrennwänden
gegen Wohnräume verbunden sind 50 dB

(2)
Haustechnische Einrichtungen oder Anlagen, bei deren Betrieb
Schall in Wohnräume übertragen werden kann, sind gegen diese
Schallübertragung so abzudämmen, daß keine unzumutbaren
Belästigungen entstehen.
(3)
Für Gebäude und Gebäudeteile mit Aufenthaltsräumen, an die
ähnliche Ruheansprüche wie an Wohnungen gestellt werden (z.B.
Klassenzimmer, Krankenzimmer), gelten die Abs. 1 und 2 sinngemäß.
(4)
Ortsfeste Einrichtungen (Maschinen oder Geräte), von denen
Erschütterungen oder Schwingungen auf Bauwerke ausgehen, sind so
zu dämpfen, daß keine Gefahren oder unzumutbaren Belästigungen
entstehen.

10. Abschnitt
Wände, Decken, Fußböden, Verputze,
Verkleidungen, Dächer und Vorbauten

1. Kapitel
Wände
§ 49
Brandwiderstand von Wänden

(1) Brandbeständig müssen folgende Wände sein:

  1. Außenwände und tragende Innenwände von Kellerräumen und
  2. sofern nichts anderes bestimmt ist,
    a) sonstige Außenwände und tragende Innenwände
    b) Wohnungstrennwände
    c) Wände von allgemein zugänglichen Hauptgängen
(2)
Nichttragende Außenwände müssen nicht brandbeständig sein, wenn
keine Gefahr einer Brandübertragung besteht oder durch geeignete
Maßnahmen verhindert wird (z.B. durch vorkragende brandbeständige
Bauteile).
(3)
Bei Gebäuden mit höchstens zwei Hauptgeschossen müssen Wände nach
Abs. 1 Z. 2 nicht brandbeständig sein. Sie müssen aber einen
solchen Brandwiderstand haben, der wegen der Lage, der Größe oder
des Verwendungszweckes für die Sicherheit von Personen und
Sachen erforderlich ist.
(4)
Wände von brandgefährdeten Räumen müssen brandbeständig sein.
Sind diese Wände bei einem Brand erhöhten mechanischen
Beanspruchungen ausgesetzt, so müssen sie als Brandwände
ausgeführt werden.
(5)
Für aussteifende Wände, tragende Pfeiler und Stützen sowie für
deren Unterstützungsbauteile gelten die Abs. 1, 3 und 4. Für
Stiegenhauswände gilt § 72 Abs. 1.
§ 50
Brandwände
(1)
Brandwände müssen brandbeständig und so beschaffen sein, daß sie
bei einem Brand ihre Standsicherheit nicht verlieren und die

Ausbreitung von Feuer auf andere Gebäude, Gebäudeteile oder
Nachbargrundstücke verhindern.

(2)
Diese Anforderungen müssen auch in Verbindung mit anderen
Bauteilen (z.B. Decken, Dachstuhl, Außenwandverkleidungen) erfüllt
werden.
(3)
Brandwände sind entweder mindestens 15 cm über Dach hochzuführen
oder es ist, wenn es der Baustoff zuläßt, der auf Brandwänden
aufliegende Teil der Dacheindeckung hohlraumfrei in Mörtel zu
verlegen.
(4)
Brandwände müssen öffnungslos sein, sofern nichts anderes

bestimmt ist.
§ 51
Außenwände als Brandwände
Außenwände sind als Brandwände zu errichten

  1. an einer Grundstücksgrenze, sofern nicht das angrenzende
    Grundstück als Verkehrsfläche, Parkanlage oder Grüngürtel gewidmet
    oder ein Gewässer (mindestens 5 m breit) ist;
  2. gegen eine Reiche;

3. bei einem Abstand von weniger als 3 m, gerichtet gegen eine
Grundstücksgrenze, wenn es die Sicherheit von Personen und Sachen
aufgrund der zulässigen Bebauung auf dem Nachbargrundstück
erfordert, es sei denn
a) das angrenzende Grundstück ist als Verkehrsfläche, Parkanlage
oder Grüngürtel gewidmet oder es ist ein Gewässer (mindestens 5
m breit) oder
b) es handelt sich lediglich um Vorbauten und diese sind im

Verhältnis zur Außenwand untergeordnet.
§ 52
Innenwände als Brandwände

(1) Innenwände sind als Brandwände zu errichten

  1. mindestens alle 40 m innerhalb von Gebäuden sowie bei angebauten
    Gebäuden auf einem Grundstück; größere Abstände sind zulässig,
    wenn
    a) es der Verwendungszweck des Gebäudes erfordert und
    b) die Sicherheit von Personen und Sachen gewährleistet ist;
  2. mindestens alle 20 m bei brandgefährdeten Räumen; größere Abstände
    sind zulässig, wenn es der Verwendungszweck erfordert und durch
    andere Maßnahmen ein gleichwertiger Brandschutz gesichert ist.
(2)
Anstelle von durchgehenden Brandwänden sind zur Bildung von
Brandabschnitten auch Brandwände zusammen mit öffnungslosen und
brandbeständigen Decken zulässig, wenn es der Verwendungszweck des
Gebäudes erfordert und keine Gefahr einer vertikalen
Brandübertragung von Geschoß zu Geschoß besteht.
(3)
Öffnungen in diesen Brandwänden sind zulässig, wenn es der
Verwendungszweck des Gebäudes erfordert und diese
  1. mit brandbeständigen und selbstschließenden Abschlüssen versehen
    sind (z.B. Türöffnungen und Toröffnungen) oder
  2. brandbeständig abgeschlossen sind (z.B. Iichtdurchlässige
    Teilflächen).
    Eine kürzere Brandwiderstandsdauer der Abschlüsse ist zulässig,
    wenn die Sicherheit von Personen und Sachen durch andere bauliche
    Maßnahmen (z.B. Brandschutzschleuse) gewährleistet ist.

(4) Leitungen und Fördereinrichtungen (z.B. Förderschnecken,
Förderbänder) dürfen durch diese Brandwände geführt werden, sofern
eine Übertragung von Feuer oder Rauch nicht zu befürchten ist oder
dagegen Maßnahmen getroffen werden.

2. Kapitel
Decken
§ 53
Brandwiderstand von Decken

(1) Brandbeständig müssen folgende Decken sein:

  1. über Kellerräumen
  2. in Gebäuden mit mehr als vier Hauptgeschossen
  3. zwischen Wohnungen und Betriebsräumen, wenn wegen deren
    Verwendungszweck im Brandfall eine erhöhte Gefährdung zu erwarten
    ist
  4. über und unter brandgefährdeten Räumen
  5. über Durchfahrten sowie Durchgängen, die den einzigen Fluchtweg
    bilden
(2)
Hochbrandhemmend müssen Decken in Gebäuden oder Gebäudeteilen mit
höchstens vier Hauptgeschossen sein, soweit Abs. 1 oder der 11.
Abschnitt (für Stiegenhäuser) nichts anderes bestimmt.
(3)
Bei Gebäuden mit höchstens zwei Hauptgeschossen müssen Decken
nach Abs. 2 nicht hochbrandhemmend sein. Sie müssen aber
einen solchen Brandwiderstand haben, der für die
Sicherheit von Personen und Sachen erforderlich ist.
§ 54
Sonstige Anforderungen an Decken
(1)
Die Decke über dem obersten Hauptgeschoß muß so tragfähig sein,
daß sie im Brandfall auch die Trümmerlast der darüber
befindlichen Bauteile tragen kann.
(2)
Bildet den oberen Raumabschluß keine Decke, sondern ein Dach, so
gelten die Bestimmungen für Dachgeschosse (§ 109) sinngemäß.
(3)
r ebenerdige Gebäude und Gebäudeteile mit besonderem
Verwendungszweck (z.B. Sporthallen) gilt Abs. 1 und 2 dann nicht,
wenn wegen ihrer Lage und baulichen Ausführung die

Sicherheit von Personen und Sachen trotzdem gewährleistet ist.

3. Kapitel
Fußböden
§ 55
Fußböden und Fußbodenbeläge

(1) Fußbodenbeläge müssen abwaschbar sein in Räumen,

  1. die wegen ihres Verwendungszweckes aus hygienischen
    Gründen leicht und wirksam gereinigt werden müssen oder
  2. in denen erhöhte Feuchtigkeit entsteht (z.B. Großküchen,
    Sanitärräume).
(2)
Der Fußboden ist soweit erforderlich gegen eindringende
Feuchtigkeit zu schützen (z.B. Duschanlagen).
§ 56
Brennbarkeit von Fußbodenbelägen
(1)
Nichtbrennbare Fußbodenbeläge sind erforderlich
  1. in Gebäuden mit mehr als vier Hauptgeschossen auf Hauptstiegen
    innerhalb von Stiegenhäusern und in dem davon ins Freie führenden
    Gang
  2. in Dachböden
  3. in brandgefährdeten Räumen
  4. im Bereich von Feuerstätten in einem ihrer Art und Größe
    entsprechenden Ausmaß (z.B. offene Kamine)

(2) Schwerbrennbare und im Brandfall schwach qualmende Fußbodenbeläge
sind erforderlich

    1. in Gebäuden mit mehr als zwei Hauptgeschossen auf
      a) Hauptgängen, soweit diese allgemein zugänglich sind
      b) Hauptstiegen innerhalb von Stiegenhäusern bei Gebäuden mit
    2. höchstens vier Hauptgeschossen
      c) Hauptstiegen, soweit diese allgemein zugänglich sind
  1. in Räumen, wenn dies wegen des Verwendungszweckes und der

Raumgröße für die Sicherheit von Personen und Sachen
erforderlich ist (z.B. Großraumbüro).

4. Kapitel
Verputze und Verkleidungen
§ 57
Außenwände

(1)
Außenwände sind zu verputzen oder zu verkleiden, soweit deren
Oberflächen von außen sichtbar sind. Dies gilt nicht für Wände,
die gegen Witterungseinflüsse beständig sind.
(2)
Außenputze sowie deren Dämmschicht (Wärmedämmverbundsysteme)
müssen bei Gebäuden mit mehr als zwei Hauptgeschossen mindestens
schwerbrennbar sein.
(3)
Fassadenverkleidungen sowie deren Unterkonstruktion (z.B.
Lattenrost) und Dämmschicht müssen bei Gebäuden mit mehr als zwei
Hauptgeschossen folgenden Anforderungen entsprechen:

Bauteil
Zahl der Hauptgeschosse
drei oder vier
mehr als vier

  1. Verkleidung
    nichtbrennbar *)
    nichtbrennbar
  2. Dämmschicht
    schwerbrennbar
    nichtbrennbar
  3. Unterkonstruktion
    normalbrennbar
    schwerbrennbar

*) Die Verkleidung darf schwerbrennbar sein, wenn keine Gefahr

einer Brandausbreitung oder Brandweiterleitung besteht.
§ 58
Wände, Decken und Dachuntersichten

(1)
Wände, Decken und Dachuntersichten sind raumseitig zu
verputzen oder zu verkleiden, wenn dies nach dem Verwendungszweck
aus hygienischen oder aus Gründen des Brandschutzes erforderlich
ist.
(2)
In Räumen gemäß § 55 Abs. 1 müssen die Wände in einer solchen
Höhe abwaschbar sein, die dem Verwendungszweck des Raumes
entspricht. Die Wände sind soweit erforderlich gegen eindringende
Feuchtigkeit zu schützen (z.B. Duschanlagen).
(3)
Nicht zündend abtropfen dürfen
  1. Beläge und Verkleidungen von Wänden und Decken
  2. Dachuntersichten
    Darüberhinaus gelten bei Stiegenhäusern sowie allgemein
    zugänglichen Hauptgängen und Hauptstiegen hinsichtlich des
    Brandschutzes die Bestimmungen des § 56 Abs. 1 Z. 1 und Abs. 2 Z.
    1 über Fußböden dann auch für Beläge und Verkleidungen von Wänden
    und Decken sowie für Dachuntersichten.

5. Kapitel
Dächer
§ 59
Dachkonstruktion
Die Dachkonstruktion darf in Gebäuden mit mehr als zwei
Hauptgeschossen mit einer nichtbrandbeständigen Decke (z.B.
Holzdecke) über dem obersten Hauptgeschoß nicht konstruktiv verbunden
sein.
§ 60
Dachneigung

(1)
Dachneigungen von mehr als 45o sind zulässig, wenn der
erforderliche Lichteinfall auf Hauptfenster zulässiger Gebäude auf
Nachbargrundstücken und bestehender bewilligter Gebäude auf dem
Baugrundstück gesichert und im Bebauungsplan nichts anderes
bestimmt ist.
(2)
Bei Dachneigungen von mehr als 25o sind Vorrichtungen
anzubringen, die das Herabfallen von Schnee und Eis auf
Verkehrsflächen, allgemein zugängliche Flächen und
Nachbargrundstücke verhindern.

§ 61
Dacheindeckung
Die Dacheindeckung muß aus Baustoffen bestehen, die

  1. widerstandsfähig gegen Flugfeuer und Wärmestrahlung sind;
  2. nichtbrennbar sind, allerdings nur bei Dächern mit traufenseitigen

Brandwänden.

§ 62

Dachöffnungen und Dachaufbauten

(1)
Dachöffnungen und Dachaufbauten sind in Dächern mit
traufenseitigen Brandwänden (bei giebelständigen Gebäuden) nur
dann zulässig, wenn keine Gefahr einer Brandübertragung
besteht.
(2)
Bei Dächern mit giebelseitigen Brandwänden müssen von den
Brandwänden entfernt sein:
  1. Dachöffnungen mindestens 1 m;
  2. Dachgauben oder ähnliche Dachaufbauten (z.B. Dacherker)
    mindestens 3 m; ein geringerer Abstand ist zulässig, wenn keine
    Gefahr einer Brandübertragung besteht.
    Bei der Beurteilung der Gefahr einer Brandübertragung (Abs. 1 und
    2 Z. 2) ist die zulässige Bebauung auf dem Nachbargrundstück zu
    berücksichtigen.
(3)
Durch Dachaufbauten (z.B. Dachgauben, Dacherker) darf der
erforderliche Lichteinfall auf Hauptfenster zulässiger Gebäude auf
Nachbargrundstücken und bestehender bewilligter Gebäude auf dem
Baugrundstück nicht beeinträchtigt werden.
§ 63
Zugänge zu nicht ausgebauten Dachräumen
(1)
Die Zugänge müssen mindestens brandhemmende Abschlüsse haben.
Zugangstüren müssen nach außen aufschlagen und selbstschließend
sein.
(2)
Erfolgt der Zugang unmittelbar von brandgefährdeten Räumen, so
müssen die Abschlüsse brandbeständig sein.
(3)
Kein Brandwiderstand ist für die Abschlüsse erforderlich, wenn
trotzdem die Sicherheit von Personen und Sachen gewährleistet ist

(z.B. bei Zugängen unmittelbar vom Freien).
§ 64
Ableitung der Dachwässer
Dachrinnen, Abfallrohre oder sonstige Einrichtungen zur technisch
einwandfreien Sammlung und Ableitung von Niederschlagswässern sind
dann erforderlich, wenn

  1. diese von einem Dach auf Verkehrsflächen oder Nachbargrundstücke
    gelangen können oder
  2. eine gesammelte Ableitung zur Vermeidung von
    Beeinträchtigungen (z.B. Durchfeuchtungen) erforderlich ist.

6. Kapitel
Vorbauten
§ 65
Anforderungen an Vorbauten
Für Vorbauten (z.B. Balkone, Erker und Veranden) gelten die
Bestimmungen für Wände, Decken und Dächer sinngemäß. Ein geringerer
oder kein Brandwiderstand ist erforderlich, wenn trotzdem die
Sicherheit von Personen und Sachen gewährleistet ist.

11. Abschnitt
Gänge, Stiegen und Stiegenhäuser
§ 66
Gänge und sonstige Verbindungswege

(1)
Von jeder Stelle eines Aufenthaltsraumes muß in einer Entfernung
von höchstens 40 m eine Hauptstiege oder ein sicherer Ausgang ins
Freie erreichbar sein.
(2)
Innenhöfe müssen von allgemein zugänglichen Teilen eines
Gebäudes (z.B. Durchfahrt, Hausflur) möglichst geradlinig
erreichbar sein, und zwar vom Erdgeschoß oder der Angriffsebene
der Feuerwehr. Dies gilt nicht für Innenhöfe von Wohngebäuden mit
höchstens zwei Wohnungen.
(3)
Brandschutzbestimmungen für offene, an den Außenwänden gelegene
Gänge:
Eine brandbeständige Ausführung aller tragenden Teile und eine
brandbeständige Überdeckung über dem obersten Gang gegen das Dach
ist dann notwendig, wenn der Gang die einzige Verbindung
zwischen Aufenthaltsräumen und der Hauptstiege ist.
Eine nichtbrandbeständige Ausführung ist zulässig
  1. bei Gebäuden mit höchstens zwei Hauptgeschossen, wenn trotzdem
    die Sicherheit von Personen und Sachen gewährleistet ist;
  2. bei Gebäuden in nichtbrandbeständiger Bauweise.
(4)
Brandgefährdete Räume dürfen mit Hauptgängen nur durch
Brandschutzschleusen verbunden werden, wenn diese Gänge die
einzige Verbindung zwischen Aufenthaltsräumen und der Hauptstiege
sind.
(5)
Einzelstufen sind in allgemein zugänglichen Gängen nicht
zulässig.
§ 67
Stiegen
(1)
Über eine Stiege (notwendige Stiege) müssen erreichbar sein:
  1. jedes nicht ebenerdig zugängliche Geschoß und
  2. der Dachboden.
    Aufzüge und Fahrtreppen können notwendige Stiegen nicht ersetzen.
    Betriebsräume und Wohnungen dürfen nur dann über eine gemeinsame
    Stiege erreichbar sein, wenn keine Gefahr für die Sicherheit von
    Personen besteht.
(2)
In Gebäuden mit höchstens zwei Hauptgeschossen sind für Zugänge
zu Dachböden anstelle von Stiegen auch andere Aufstiegshilfen
(z.B. Einschubtreppen, Klapptreppen) zulässig. Dies gilt
unabhängig von der Zahl der Hauptgeschosse auch für Zugänge zu
Spitzböden.
(3)
Notwendige Stiegen müssen
  1. brandhemmend sein in Gebäuden mit höchstens zwei Hauptgeschossen
  2. brandbeständig sein in Gebäuden mit mehr als zwei Hauptgeschossen
    und
  3. in Stiegenhäusern eine geschlossene Untersicht haben.

(4) Folgende Stiegen müssen nicht brandbeständig oder brandhemmend
sein:

  1. Hauptstiegen innerhalb einer abgeschlossenen Einheit, die sich
    über höchstens zwei Geschosse erstreckt, wenn keine Gefahr für die
    Sicherheit von Personen besteht
  2. Kellerstiegen und Dachbodenstiegen in Gebäuden oder Gebäudeteilen
    ohne Aufenthaltsräume
  3. Fluchtstiegen an der Gebäudeaußenseite.
(5)
In den Podesten von allgemein zugänglichen Stiegen sind
Einzelstufen nicht zulässig.
(6)
Rampen sind auch anstelle von Stiegen zulässig. Die Bestimmungen

über den Brandschutz, die Durchgangsbreite und die Durchgangshöhe von
Stiegen gelten auch für Rampen. Rampen sind - soweit erforderlich

-durch Podeste zu unterteilen. Die Längsneigung der Rampen darf an
keiner Stelle mehr als 10 % betragen.

(7)
Für zusätzliche Stiegen und für Stiegen, die ausschließlich als
Zugang für die Wartung oder Überprüfung baulicher Anlagen oder
technischer Einrichtungen dienen, gelten die Bestimmungen für
notwendige Stiegen nur dann und insoweit, als es die Sicherheit
von Personen erfordert.
§ 68
Durchgangsbreite und Durchgangshöhe von Gängen und Stiegen
(1)
Mindeste Breite von Hauptgängen und Hauptstiegen: 1,20 m
Die Breite muß bemessen werden
  1. nach dem Verwendungszweck des Gebäudes und
  2. nach der Zahl der Personen

(2) Höchste Breite von Hauptstiegen: 2,40 m
Hauptstiegen mit einer Breite von mehr als 2,40 m (z.B.
Repräsentationsstiegen) sind zulässig, wenn

  1. sie nur über ein Geschoß führen und wenn
  2. das Gebäude im Gefahrenfall sicher verlassen werden kann.

(3) Eine Breite von 1 m genügt

  1. für Hauptgänge und Hauptstiegen
    a) in Wohngebäuden mit höchstens vier Wohnungen sowie
    b) innerhalb von Wohnungen oder Einheiten vergleichbarer Größe
  2. für Hauptgänge und Hauptstiegen, die nur einen Aufenthaltsraum
    erschließen und wenn die dort regelmäßig anwesenden Personen den
    Aufenthaltsraum sicher verlassen können
  3. für Nebengänge und Nebenstiegen

(4) Zulässige Einengung der Breite von Gängen, Stiegen und
Stiegenpodesten (Durchgangsbreite):

  1. durch vorstehende Bauteile (z.B. Handläufe, Geländer, Pfeiler):
    höchstens 10 cm
  2. durch nachträglich eingebaute Aufstiegshilfen (z.B.
    Treppenschrägaufzug): höchstens 30 cm (weggeklappt), wenn es die
    Sicherheit von Personen zuläßt

(5) Mindeste lichte Durchgangshöhe

  1. von Hauptstiegen und Hauptgängen: 2,10 m
  2. von Wohnungsstiegen, Nebenstiegen und Nebengängen: 2 m
    § 69
    Zwischenpodeste und Stufen
(1)
Hauptstiegen müssen nach höchstens 20 Stufen durch
Zwischenpodeste unterteilt werden.
Tiefe der Zwischenpodeste: mindestens 1,20 m
(2)
Das Steigungsverhältnis der Stufen muß je nach dem
Verwendungszweck, der Lage (außerhalb oder innerhalb von Gebäuden)
und der Stiegenform so gewählt werden, daß die Stiege sicher
begangen werden kann.
(3)
Mindestmaße und Höchstmaße von Stufenhöhen und Stufenauftritten
    1. Stufenhöhe: höchstens
      a)Hauptstiegen allgemein 18 cm
      b)Wohnungsstiegen und
    2. Nebenstiegen 20 cm
  1. Stufenauftritt: mindestens
    a)Hauptstiegen allgemein 27 cm
    b)Wohnungsstiegen und

Nebenstiegen 25 cm
Die Stufen einer Stiege müssen innerhalb eines Geschosses gleich
hoch sein und in der Gehlinie gemessen gleiche Auftritte haben.

(4) Stufenauftritt für Stiegen mit gerundetem Stiegenlauf:

  1. mindestens 25 cm (20 cm vom inneren Stiegenrand gemessen)
  2. höchstens 40 cm (20 cm vom äußeren Stiegenrand gemessen)
(5)
Stufenauftritt für Stiegen mit gewendeltem Stiegenlauf:
mindestens 13 cm (20 cm vom inneren Stiegenrand gemessen)
(6)
Für Nebenstiegen gelten die Bestimmungen für Hauptstiegen, wenn
es die Sicherheit von Personen erfordert (z.B. im Restaurant für
die Stiege zu den im Keller gelegenen Sanitärräumen).
(7)
Bei Stiegen ohne Setzstufen darf das lichte Maß der Öffnung
zwischen den Stufen höchstens 12 cm betragen, wenn diese nach dem
Verwendungszweck des Gebäudes auch für Kinder zugänglich sind.
§ 70
Handläufe
(1)
Handläufe müssen bei notwendigen Stiegen mit mehr als vier Stufen
angebracht werden:
  1. jedenfalls an einer Seite
  2. bei Stiegen mit einer Durchgangsbreite von mehr als 1,50 m an
    beiden Seiten, wenn es die Sicherheit von Personen erfordert
    Bei gewendelten Stiegen muß der Handlauf am äußeren Stiegenrand
    angeordnet sein.
(2)
Handläufe müssen fest und griffsicher sein und so hoch angebracht
werden, daß sie bequem und sicher benützt werden können.
(3)
Soweit es die Sicherheit von Personen erfordert, sind

1. Handläufe ohne offene Enden auszubilden (z.B. bei allgemein
zugänglichen Hauptstiegen in Gebäuden für größere

Menschenansammlungen, Schulen) und

2. Stiegen mit einer nutzbaren Breite von mehr als 2,40 m durch
Zwischenhandläufe zu unterteilen.

(4) Abs. 1 gilt nicht, wenn es dem Verwendungszweck widerspricht

(z.B. bei Ausgleichsstufen zwischen Sitzstufen).
§ 71
Stiegenhäuser

(1) Alle zur Erschließung der Geschosse notwendigen Stiegen müssen in
einem eigenen durchgehenden Stiegenhaus liegen. Dieses muß einen
sicheren Ausgang ins Freie haben. Dieser Ausgang darf nicht
schmäler sein als die Durchgangsbreite der Hauptstiegen. Das
Stiegenhaus muß mit der Dachbodenstiege unmittelbar verbunden
sein.
Stiegenhäuser, die keinen kurzen Weg und keinen sicheren Ausgang
ins Freie haben (z.B. Stiegenhallen und mit Eingangshallen offen
verbundene Stiegenhäuser) sind nur dann zulässig, wenn die

  1. Brandausbreitung durch andere Maßnahmen eingeschränkt wird
    und
  2. eine Rettung von Personen im Brandfall auf andere Art gesichert
    ist.

(2) Kein eigenes und durchgehendes Stiegenhaus ist erforderlich

  1. in Wohngebäuden mit höchstens zwei Wohnungen
  2. in Reihenhäusern

3. in anderen Gebäuden
a) mit höchstens zwei Hauptgeschossen und ohne Aufenthaltsräume
über dem zweiten Hauptgeschoß oder
b) wenn innerhalb einer Wohnung oder Einheit vergleichbarer Größe
höchstens zwei Geschosse durch eine innere Stiege erschlossen
werden und von dem durch die innere Stiege erschlossenen
Geschoß entweder das Stiegenhaus erreichbar ist oder auf andere

Weise die Rettung von Personen im Brandfall gesichert ist.

(3)
In Stiegenhäusern muß in jedem Geschoß eine Geschoßbezeichnung
angebracht sein.
§ 72
Brandschutzbestimmungen für Stiegenhäuser
(1)
Wände und Decken müssen brandbeständig sein.
Nichtbrandbeständig dürfen folgende Wände und Decken von
Stiegenhäusern sein:
  1. in Gebäuden, für die eine nichtbrandbeständige Bauweise zulässig
    ist
  2. Außenwände, wenn sie aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen und
    trotzdem die Sicherheit von Personen und Sachen gewährleistet ist
(2)
Glasdächer und Deckenoberlichten sind im Stiegenhaus nur
zulässig, wenn das Stiegenhaus im Brandfall sicher benützt werden
kann.
(3)
In Wohngebäuden müssen die Stiegenhäuser an einer Außenwand
liegen und durch Fenster belichtet und belüftet werden können.

Jedoch sind auch in solchen Gebäuden innenliegende Stiegenhäuser
zulässig, wenn sie höchstens drei Hauptgeschosse haben und über
einen Spindelraum ausreichend belichtet und belüftet werden.

(4) Brandhemmende und selbstschließende Türen sind erforderlich für
Öffnungen zum

  1. Kellergeschoß,
  2. Dachboden und zu
  3. Betriebsräumen, soweit dies der Brandschutz erfordert (z.B.
    Werkstätten).
    Dichtschließende und vollwandige Türen sind in Wohngebäuden für
    alle anderen Öffnungen erforderlich, die nicht unmittelbar ins
    Freie führen (z.B. Wohnungseingangstüren).

(5)
Eine Fluchtwegorientierungsbeleuchtung ist erforderlich

  1. in Stiegenhäusern von Wohngebäuden und
  2. in allen innenliegenden Stiegenhäusern
    Die Fluchtwegorientierungsbeleuchtung muß sich bei Stromausfall
    automatisch einschalten und dann mindestens 1 Stunde leuchten.

(6) Eine Brandrauchabzugsöffnung ist erforderlich für innenliegende
Stiegenhäuser oder in Gebäuden mit mehr als drei Hauptgeschossen.
Die Brandrauchabzugsöffnung muß

  1. an der obersten Stelle angeordnet sein,
  2. einen Öffnungsquerschnitt von mindestens 5 % der Grundfläche des
    Stiegenhauses haben, jedenfalls aber 1 m2 groß sein und
  3. vom Erdgeschoß (oder der Angriffsebene der Feuerwehr) und vom

letzten Hauptpodest unabhängig vom öffentlichen Stromnetz
geöffnet werden können.

(7) Für die Verbindung von Stiegenhäusern mit brandgefährdeten Räumen
gilt § 66 Abs. 4.

12. Abschnitt
Fenster, Türen, Verglasungen, Geländer, Brüstungen, Schächte und
Falltüren
§ 73
Fenster

(1)
Über die Straßenfluchtlinie dürfen Fenster und Fensterläden nur
dann aufschlagen, wenn die Verkehrssicherheit nicht beeinträchtigt
wird.
(2)
Fenster müssen so angebracht werden, daß sie ohne Gefahr für die
Sicherheit von Personen gereinigt werden können. Können Fenster
nicht auf gefahrlose Weise gereinigt werden, so müssen
entsprechende Einrichtungen (z.B. Reinigungsbühnen) vorhanden
sein.
(3)
Fensteröffnungen von brandgefährdeten Räumen müssen mit einer
brandwiderstandsfähigen Verglasung abgeschlossen werden, wenn
  1. die Gefahr einer Brandübertragung auf andere Gebäudeteile besteht
    oder
  2. dies zur Sicherung von Fluchtwegen erforderlich ist.
(4)
In Kindergärten müssen Fenster bis zu einer Parapethöhe von 2 m
über dem Fußboden (Standfläche) mit einer Drehsperre ausgestattet
sein.
§ 74
Türen und Tore
(1)
Türen und Tore müssen leicht und ohne Gefahr benützt
werden können.
(2)
Türen und Tore dürfen nicht über die Straßenfluchtlinie
aufschlagen. Dies gilt nicht für Balkontüren.
(3)
Türen von Fluchtwegen müssen, soweit es für die Sicherheit von
Personen erforderlich ist (z.B. Bauwerke für größere
Menschenansammlungen, Einkaufszentren, Verkaufsstätten,
Verwaltungsgebäude, Schulen),

in die Hauptfluchtrichtung aufschlagen,
dürfen im geöffneten Zustand die erforderliche Fluchtwegbreite nicht
einengen,
müssen als Flügeltüren oder sicherheitstechnisch gleichwertige

Türen ausgeführt werden und
müssen sich einfach auf die volle Breite öffnen lassen (z.B. durch
Druck oder einen einzigen Handgriff).

(4) Lichte Breite von Türen:

  1. Hauseingangstüren: mindestens so breit wie die geringst zulässige
    Durchgangsbreite der Hauptstiegen
  2. Türen von Klassenzimmern und Gruppenräumen in Schulen: mindestens
    1 m
  3. Wohnungseingangstüren und alle Türen, die zu Aufenthaltsräumen
    führen: mindestens 80 cm
  4. Türen von Nebenräumen: mindestens 60 cm.
(5)
Türen und Tore von brandgefährdeten Räumen müssen mindestens
brandhemmend und selbstschließend sein; führen die Türen und Tore
von den brandgefährdeten Räumen unmittelbar ins Freie, so genügt
eine nichtbrennbare Ausführung, wenn keine Gefahr einer
Brandübertragung besteht. Die Flügeltüren und Flügeltore müssen
aber jedenfalls in Fluchtrichtung aufschlagen.
(6)
Türen, die ganz aus Glas bestehen, müssen aus
Sicherheitsglas hergestellt und so gekennzeichnet werden, daß sie
auch von Kindern leicht wahrgenommen werden können.
(7)
Für Türen in Stiegenhäusern gilt zusätzlich noch § 72 Abs. 4.
§ 75
Verglasungen
(1)
Folgende Verglasungen müssen aus Sicherheitsglas oder aus
sicherheitstechnisch gleichwertigem Material hergestellt oder
unfallsicher abgeschirmt werden:
    1. Verglasungen in Türen von Fluchtwegen und Glaswände oder
    2. Fensterwände, jeweils bis zu einer Höhe von 1,25 m über dem
      Fußboden (Standfläche) und
  1. sonstige Verglasungen unterhalb der Brüstungshöhe

aber nur

3. in den allgemein zugänglichen Bereichen von
a) Gebäuden mit allgemeinem Parteienverkehr (z.B. Amtsgebäude),
Besucherverkehr (z.B. Museum) oder Kundenverkehr (z.B.
Kaufhaus)

b) Wohngebäuden
c) Arztpraxen und
d) Einrichtungen des öffentlichen Verkehrs

4. in Gebäuden, die nach ihrem Verwendungszweck ausschließlich oder
überwiegend dem Aufenthalt von Kindern oder alten, kranken oder
behinderten Menschen dienen (z.B. Kindergärten, Kindertagesheime
oder Schulen, Pensionistenheime, Pflegeheime, Krankenanstalten

und Kuranstalten), und zwar in allen Bereichen, die von diesem
Personenkreis benützt werden.

(2)
Unter Glasdächern, Dachverglasungen und Dachflächenfenstern oder
Oberlichtverglasungen in Decken muß eine Schutzvorrichtung gegen
das Herabfallen von Glasstücken angebracht werden, es sei denn es
wird Sicherheitsglas oder sicherheitstechnisch gleichwertiges
Material verwendet. Dies gilt jedoch nicht für Gewächshäuser.
(3)
Absturzsichernde Verglasungen sind aus Verbundsicherheitsglas
auszuführen. Andere Glasarten sind nur dann zulässig, wenn
die Sicherheit von Personen trotzdem gewährleistet ist.
§ 76
Geländer und Brüstungen
(1)
An allen nach dem Verwendungszweck zugänglichen Stellen eines
Gebäudes, von denen Personen abstürzen können, müssen standsichere
Geländer oder Brüstungen angebracht werden, außer die
Absicherung widerspricht dem Verwendungszweck (z.B. bei Laderampen
oder Schwimmbädern).
(2)
Geländer und Brüstungen müssen mindestens 1 m hoch sein; eine
Höhe von 90 cm genügt für Brüstungen, die oben mindestens 20 cm
dick sind. Eine Höhe von mindestens 1,10 m ist erforderlich für
Geländer und Brüstungen (nicht aber für Fensterbrüstungen), wenn
die Absturzhöhe mehr als 12 m beträgt. Diese Mindesthöhen gelten
aber nicht für Brüstungen, die das Abstürzen auf andere Art
verhindern.
(3)
Die Höhe von Geländern (Brüstungen) ist zu messen:
Lotrecht von der zu sichernden Stelle (bei Stiegen
von der Stufenvorderkante) bis zur Geländeroberkante
(Brüstungsoberkante), bei Fensterbrüstungen bis zur
Fensterrahmenkante.
(4)
Geländer und Brüstungen müssen auch Kinder ausreichend schützen,
wenn die absturzgefährdeten Stellen nach dem Verwendungszweck des
Gebäudes auch für Kinder zugänglich sind. Sie müssen daher
folgende Anforderungen erfüllen:
  1. Sie dürfen das Überklettern nicht erleichtern und
  2. müssen das Durchkriechen verhindern.

(5) Eine Schutzvorrichtung gegen das Herunterfallen von Gegenständen

(z.B. Fußleiste) muß am Fuß von Geländern gegen
Verkehrsflächen, allgemein zugängliche Flächen oder
Nachbargrundstücke angebracht werden (z.B. bei Balkonen,

Loggien, Dachterrassen, Galerien und Fenstertüren). Dies gilt

auch über Nutzungsbereichen anderer Wohnungen oder

Betriebseinheiten.

§ 77
Schächte und Falltüren

(1)
Schächte sind tragsicher und verkehrssicher abzudecken
(z.B. Kellerlichtschächte, Putzschächte, Brunnenschächte).
(2)
Falltüren müssen gegen Selbstzufallen und gegen Absturz von
Personen gesichert sein. Auf Fluchtwegen dürfen keine Falltüren
angebracht werden.

13. Abschnitt
Feuerungsanlagen
§ 78
Andere Rechtsvorschriften
Die Bestimmungen des 13. Abschnittes lassen andere, insbesondere
bundesrechtliche Vorschriften für Feuerungsanlagen, deren
Aufstellräume, die Abgasführung und die Brennstofflagerung unberührt.

1. Kapitel
Feuerstätten
§ 79
Allgemeine Betriebssicherheit

(1)
Feuerstätten müssen so beschaffen sein, daß sie durch ihren
Betrieb weder Personen noch Sachen gefährden.
(2)
Feuerstätten müssen
  1. von brennbaren Bauteilen, Verkleidungen und festen Einbauten (z.B.
    Einbaumöbel) einen solchen Abstand aufweisen oder so abgeschirmt
    sein, daß diese unter allen beim Betrieb auftretenden Temperaturen
    nicht entzündet werden und nicht schmelzen können
  2. ungehindert betrieben, geprüft und gewartet werden können und
  3. die erforderliche Verbrennungsluft erhalten.
    § 80
    Aufstellen von Feuerstätten
(1)
Feuerstätten dürfen nicht aufgestellt werden in solchen Räumen,
in denen nach Lage, Größe, Beschaffenheit oder Verwendungszweck
Gefahren für Personen und Sachen entstehen können (z.B.
Stiegenhäuser).
(2)
Nur in Heizräumen dürfen aufgestellt werden:
Feuerstätten für feste oder flüssige Brennstoffe von
Zentralheizungsanlagen, deren Nennwärmeleistung mehr als 26 kW
beträgt.
§ 81
Ableitung der Abgase
(1)
Abgase von Feuerstätten sind durch Schornsteine über Dach so ins

Freie abzuleiten, daß die Sicherheit von Personen und Sachen
gewährleistet ist.

(2) Abgase von raumluftunabhängigen Gasfeuerstätten, die die
Verbrennungsluft unmittelbar vom Freien ansaugen, dürfen auch auf
kurzem Weg ohne Schornstein abgeleitet werden, wenn trotzdem die
Sicherheit von Personen und Sachen gewährleistet ist und:

  1. dies durch die Außenwand erfolgt; zulässig ist dies jedoch nur bei
    bestehenden Gebäuden, wenn kein geeigneter Schornstein vorhanden
    ist; oder
  2. durch das Dach, dann allerdings nur, wenn die
    Verbrennungsluftzuführung und die Abgasabführung folgende
    Voraussetzungen erfüllen:
    a) sie dürfen außerhalb des Aufstellraums der Feuerstätte durch

andere Räume höchstens 2 m lang geführt werden (z.B. durch
Dachböden, Spitzböden oder seitliche Restböden);
b) sie müssen sinngemäß den Bestimmungen des § 84 Abs. 1
entsprechen.

(3) Werden Abgase bei bestimmungsgemäßem Betrieb der Feuerstätte

  1. unter Überdruck abgeleitet, so darf gegenüber Aufenthaltsräumen
    und zugehörigen Nebenräumen kein Überdruck entstehen;
  2. unter deren Taupunkttemperaturen abgekühlt (z.B. bei
    Brennwertkessel), so
    a) muß das Kondensat rückstaufrei über eine Kondensatleitung mit

einer Abgassperre (z.B. Siphon) so abgeleitet werden, daß keine
Gefahren für Personen und Sachen entstehen und
b) müssen alle davon berührten Bauteile gegen dieses Kondensat
beständig sein.

2. Kapitel
Schornsteine und Verbindungsstücke
§ 82
Brandbeständigkeit von Schornsteinen

(1) Schornsteine müssen

  1. brandbeständig und rußbrandbeständig sein und
  2. aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen, die gegen Beanspruchungen
    durch Abgase und Verbrennungsprodukte widerstandsfähig sind.

(2) Folgende Schornsteine müssen - sofern die Sicherheit von Personen
und Sachen trotzdem gewährleistet ist - nicht brandbeständig sein:

  1. Schornsteine in eingeschossigen Gebäuden oder Gebäudeteilen, bei
    denen der obere Raumabschluß durch das Dach gebildet wird oder
  2. Schornsteine und Schornsteinabschnitte im Freien
(3)
Schornsteine müssen nicht rußbrandbeständig sein, wenn wegen der
angeschlossenen Feuerstätten (z.B. Gasfeuerstätten) kein Rußbrand
entstehen kann.
(4)
Aus brennbaren Baustoffen sind abgasführende Innenrohre dann
zulässig, wenn wegen der besonderen Bauart und der niedrigen
Abgastemperatur der Feuerstätte (z.B. Brennwertkessel), der
Sicherheitseinrichtungen sowie der Formbeständigkeit und

Wärmebeständigkeit der Innenrohre die Brandsicherheit und

Betriebssicherheit gegeben ist.

§ 83

Sonstige Anforderungen an Schornsteine

(1) Schornsteine müssen so bemessen und hergestellt werden, daß

  1. sie betriebsdicht sind,
  2. sie Abgase wirksam und gefahrlos ableiten,
  3. ausfallendes Kondensat im Schornstein nicht zu Schäden führen kann
    und
  4. Wärmedehnungen nicht behindert werden.
(2)
Schornsteine müssen lotrecht geführt werden. Ziehungen mit
einer Abweichung bis zu 30o von der Lotrechten sind zulässig,
soweit systembedingt die Funktion gesichert ist. Beginn und Ende
einer Ziehung dürfen jedoch nicht im Deckenbereich liegen.
(3)
Schornsteinzüge dürfen nicht vereinigt werden.
(4)
Schornsteine dürfen durch andere Bauteile (z.B. Decken) nicht
unterbrochen oder belastet werden; dies gilt nicht für bauseitige
Ummantelungen.
(5)
Die freien Außenseiten gemauerter Schornsteine müssen im
Gebäudeinneren verputzt oder gleichwertig verkleidet werden.

(6) Holzbalken, Dachstuhlhölzer und sonstige Bauteile aus brennbaren
Baustoffen müssen von den Schornsteinen mindestens einen solchen
Abstand haben, daß keine Brandgefahr entsteht. Sie müssen von
brandbeständigen Schornsteinen mindestens 5 cm entfernt sein,
außer es handelt sich um brennbare Baustoffe, die nur mit geringer
Fläche angrenzen (z.B. Fußleisten, Dachlatten).

§ 84
Mündungen und Querschnitte von
Schornsteinen

(1) Die Mündungen von Schornsteinen müssen

1. so weit über Dach liegen, daß
a) einwandfreie Zugverhältnisse gewährleistet sind; sie müssen
aber den First mindestens 40 cm überragen oder von der
Dachfläche, senkrecht zu ihr gemessen, mindestens 80 cm
entfernt sein,
b) sie innerhalb eines Umkreises von 10 m alle Hauptfenster um
mindestens 1 m überragen, soweit diese der Schornsteinmündung
zugekehrt sind,

und

2. ungeschützte Bauteile aus brennbaren Baustoffen, ausgenommen die
Dacheindeckung, mindestens 1 m überragen oder von diesen,
waagrecht gemessen, mindestens 3 m entfernt sein.
Von Z. 1 lit.b darf abgewichen werden, wenn aufgrund der
Hauptwindrichtung, der baulichen Umgebung und der verwendeten
Brennstoffe keine Bedenken bestehen.

(2) Schornsteine müssen in ihrer ganzen Höhe einen nach Form und
Fläche gleichbleibenden lichten Querschnitt mit materialbezogenen

glatten Innenflächen aufweisen. Geringfügige

Querschnittsverengungen im Mündungsbereich durch Aufsätze,

nachträgliche Hochführungen oder durch Bauteile zum Schutz gegen

Eindringen von Niederschlagswasser sind zulässig. Im Zuge von

Hochführungen ist ein Wechsel der Querschnittsformen zulässig,

soweit der Übergang in strömungstechnisch geeigneter Form erfolgt.

(3)
Für die lichten Abmessungen gilt für die Seitenlänge oder den
Durchmesser:
Brennstoff mindestens
  1. fest 14 cm
  2. flüssig 12 cm
  3. gasförmig 10 cm
    Bei rechteckigen oder ovalen Querschnitten darf die längere Seite
    das 1,5-fache der kürzeren nicht überschreiten.
(4)
Abs. 3 gilt nicht für Schornsteine, bei denen die Abgase unter
Überdruck abgeleitet werden.
§ 85
Wärmedurchlaßwiderstand
(1)
Schornsteine müssen mindestens folgenden
Wärmedurchlaßwiderstand aufweisen:
  1. allgemein 0,12 m2K/W
  2. gegen das Freie, nicht
    ausgebaute Dachräume oder
    unbeheizte Gebäudeteile 0,22 m2K/W
  3. für Feuerstätten, deren
    Abgastemperatur am
    Abgasstutzen mehr als
    400oC beträgt und für
    Zentralheizungen 0,40 m2K/W
(2)
Die Mindestanforderungen an den Wärmedurchlaßwiderstand gemäß
Abs. 1 gelten nicht für Schornsteine, in denen eine Abkühlung der
Abgase unter deren Taupunkttemperaturen zulässig ist.
§ 86
Einleitung in Schornsteine
(1)
In denselben Schornstein dürfen nur Abgase aus Feuerstätten eines
Geschosses und auch nur einer Wohnung oder Betriebseinheit
eingeleitet werden.
(2)
In denselben Schornstein (z.B. Luft-Abgas-Sammler) dürfen Abgase
aus Feuerstätten verschiedener Geschosse oder Wohnungen oder
Betriebseinheiten eingeleitet werden, wenn
  1. es sich um raumluftunabhängige Gasfeuerstätten handelt,
  2. die Gasfeuerstätten und der Schornstein (z.B. Luft-Abgas-Sammler)
    dafür geeignet sind und
  3. die Wirksamkeit durch eine Strömungsberechnung nachgewiesen ist.
    § 87
    Schornsteinanschlüsse

(1) Anschlüsse müssen in der Höhe jeweils mindestens 40 cm (Mitte zu

Mitte) versetzt angeordnet sein.

(2)
Anschlüsse für die Abgase gasförmiger Brennstoffe müssen über dem
höchstgelegenen Anschluß für Abgase fester oder flüssiger
Brennstoffe liegen.
(3)
Anschlüsse, in die keine Feuerstätten einmünden, müssen mit
wärmegedämmten Verschlüssen aus nichtbrennbaren Baustoffen
betriebsdicht so verschlossen sein, daß keine Gefahr der
Brandübertragung besteht. Sie müssen zur Kontrolle jederzeit
zugänglich sein, andernfalls sind sie systemgerecht zu
verschließen.
§ 88
Reinigung von Schornsteinen
(1)
Jeder Schornstein muß zur leichten Reinigung und Überprüfung
ausreichend große Reinigungsöffnungen mindestens am unteren
(Putzöffnung) und am oberen Ende (Kehröffnung) haben. Keine
Kehröffnung ist erforderlich, wenn der Schornstein über einen
gesicherten Zugang von der Mündung gekehrt werden kann.
(2)
Reinigungsöffnungen müssen mit betriebsdichten und versperrbaren
doppelten, nichtbrennbaren Verschlüssen ausgestattet sein, die
unter allen beim Betrieb auftretenden Temperaturen formbeständig
bleiben und nicht schmelzen.
(3)
Reinigungsöffnungen müssen zugänglich sein und dürfen nicht in
versperrbaren Dachbodenabteilen oder Kellerabteilen, Garagen,
Brennstofflagerräumen, brandgefährdeten Räumen, ausgenommen
Heizräumen, und nicht in fremden Wohnungen oder Betriebseinheiten
liegen.
(4)
Liegen Reinigungsöffnungen außerhalb von Wohnungen oder
Betriebseinheiten, so sind sie zu kennzeichnen mit der
  1. Geschoßnummer und Orientierungsnummer jener Wohnung oder
    Betriebseinheit, zu der der betreffende Schornstein gehört und
  2. Kurzbezeichnung der Brennstoffart der jeweils angeschlossenen
    Feuerstätten.
(5)
Die Putzöffnung muß mindestens 25 cm über der Schornsteinsohle
und dem Fußboden sowie mindestens 20 cm unter dem untersten
Feuerstättenanschluß liegen.
(6)
Die Kehröffnung
  1. muß mindestens 70 cm über der Standfläche liegen
  2. muß von ungeschützten brennbaren Bauteilen mindestens 50 cm
    Abstand haben; bei mit nichtbrennbaren Baustoffen brandhemmend
    verkleideten Bauteilen genügen 25 cm
  3. darf nicht in Aufenthaltsräumen liegen; in zugehörigen Nebenräumen

(z.B. Abstellräume) nur dann, wenn diese ins Freie entlüftet sind
§ 89
Verbindungsstücke

(1) Verbindungsstücke (Abgasrohre, Abgaspoterien oder Abgaskanäle)
müssen

  1. die Feuerstätte an den Schornstein betriebsdicht anschließen und
  2. gereinigt werden können.
(2)
Verbindungsstücke müssen samt ihren Befestigungen und
Unterstützungen aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen, die unter
allen beim Betrieb auftretenden Temperaturen formbeständig bleiben
und nicht schmelzen. Mit dem Gebäude fest verbundene
Verbindungsstücke (Abgaspoterie, Abgaskanal) müssen auch
brandbeständig sein.
(3)
Verbindungsstücke mit Innenrohren aus brennbaren Baustoffen sind
zulässig, wenn § 82 Abs. 4 eingehalten wird.
(4)
Verbindungsstücke müssen von Bauteilen, Verkleidungen und
festen Einbauten (z.B. Einbaumöbel) einen solchen Abstand
aufweisen, daß diese unter allen beim Betrieb auftretenden
Temperaturen nicht entzündet werden und nicht schmelzen können.
(5)
Abgasrohre dürfen nicht geführt werden
  1. durch Räume, in denen Feuerstätten unzulässig sind;
  2. durch Decken, in Wänden oder unzugänglichen Hohlräumen (z.B.
    hinter Verkleidungen).

(6) Abgasrohre aus brennbaren Baustoffen müssen dann nicht innerhalb
eines nichtbrennbaren Schutzrohres geführt werden, wenn sie in
einem Heizraum liegen.

3. Kapitel
Heizräume
§ 90
Anforderungen an Heizräume

(1) Für Heizräume ist erforderlich:

  1. ein eigener Brandabschnitt mit brandbeständigen Wänden und Decken
    sowie einem Fußboden aus nichtbrennbaren Baustoffen
  2. eine ausreichende Lüftung
  3. eine elektrische Beleuchtung
(2)
Durch Heizräume darf kein Zugang zu anderen Räumen führen,
ausgenommen zum Brennstofflagerraum.
(3)
Heizraumtüren müssen in Fluchtrichtung aufschlagen und mindestens
brandhemmend und selbstschließend sein. Für Fenster gilt § 73 Abs.

3.

4. Kapitel
Brennstofflager
§ 91
Allgemeine Anforderungen

(1)
Die Brennstoffe sind so zu lagern, daß keine Gefahren oder
unzumutbaren Belästigungen entstehen.
(2)
In Gebäuden mit Aufenthaltsräumen gelten für Brennstofflagerräume
für feste Brennstoffe die Bestimmungen für den Brandschutz von
Heizräumen (§ 90) entsprechend. Davon ausgenommen sind
Lagerräume mit einer Fläche von höchstens 15 m2 ohne automatischer
Brennstofftransporteinrichtung.
(3)
In Heizräumen (§ 90) dürfen Lagerbehälter mit Pellets bis
zu einer Gesamtmenge von höchstens 15 m3 aufgestellt werden, wenn

trotzdem die Sicherheit von Personen und Sachen gewährleistet ist

und
sich im Heizraum nur ein Wärmeerzeuger (zugehörige
Pelletsfeuerstätte) mit einer Nennwärmeleistung von höchstens 26 kW
befindet und
durch den Heizraum kein Zugang zu anderen Räumen besteht.
§ 92
Öllagerräume

(1) In Gebäuden dürfen flüssige Brennstoffe in

bewilligungspflichtigen Mengen grundsätzlich nur in eigenen
Lagerräumen (Öllagerräumen) aufbewahrt werden, die im
Kellergeschoß oder Erdgeschoß liegen müssen. Für eine

Lagerung in Heizräumen gilt § 201 Abs. 4.

(2)
Öllagerräume müssen einen eigenen Zugang haben. Ein
Zugang durch den Heizraum ist jedoch dann zulässig, wenn im
Öllagerraum insgesamt höchstens 10.000 Liter gelagert werden.
(3)
Für Öllagerräume ist erforderlich:
  1. ein eigener Brandabschnitt mit brandbeständigen Wänden und Decken
    1. ein Fußboden aus nichtbrennbaren Baustoffen; bei einwandigen
    2. Öllagerbehältern hat der Fußboden mit den Wänden eine
      Auffangwanne zu bilden, die
      a) flüssigkeitsdicht und mineralölbeständig ist und
      b) den Gesamtinhalt der Behälter aufnehmen kann
  2. eine ausreichende Lüftung
  3. eine elektrische Beleuchtung
(4)
Türen müssen in Fluchtrichtung aufschlagen und mindestens
brandhemmend und selbstschließend sein. Für Fenster gilt § 73 Abs.
3.
(5)
Die Lüftungsöffnungen müssen:
  1. mit dem Freien ständig und direkt verbunden sein
  2. einen Mindestquerschnitt von 20 cm x 20 cm haben und
  3. durch ein Drahtnetz abgesichert sein.
    Für Öllagerräume, deren Fußboden mehr als 3 m unter oder deren
    Decken nicht über dem angrenzenden Gelände liegen, sind zwei
    Lüftungsöffnungen möglichst raumdiagonal anzuordnen.

(6) In Öllagerräumen dürfen keine andersartigen Lagerungen
untergebracht werden.

14. Abschnitt
Haustechnische Anlagen

1. Kapitel
Aufzüge
§ 93
Anforderungen an Aufzüge

(1)
Aufzüge sind innerhalb eigener und brandbeständiger Schächte zu
führen. Solche Schächte sind dann nicht notwendig, wenn der
Brandschutz und die Sicherheit von Personen gewährleistet ist.
(2)
Bei brandbeständigen Schachtwänden müssen die Schachttüren und

andere Öffnungen das Übergreifen von Feuer oder Rauch auf andere
Gebäudeteile verhindern können.

(3)
In den Fahrschächten und Triebwerksräumen dürfen nur Leitungen,
Installationen und Einrichtungen liegen, die zum Aufzug gehören.
(4)
Für Triebwerksräume gilt:
  1. sie müssen über allgemein zugängliche Teile des Gebäudes sicher zu
    erreichen sein
  2. Wände und Decken müssen brandbeständig sein
  3. Zugangstüren müssen selbstschließend und brandhemmend sein sowie
    in Fluchtrichtung aufschlagen
  4. beim Zugang müssen Niveauunterschiede durch Stufen oder Rampen

ausgeglichen werden
§ 94
Personenaufzüge und Fahrtreppen

(1)
Für den Neubau von Gebäuden mit mehr als drei Hauptgeschossen
sind je nach ihrem Verwendungszweck ein oder mehrere
Personenaufzüge erforderlich.
(2)
Unzulässig sind
  1. Umlaufaufzüge für Personen sowie
  2. Fahrtreppen in Wohngebäuden und den zum Wohnen bestimmten Teilen
    von Gebäuden.

2. Kapitel
Lüftungen
§ 95
Allgemeines

(1)
Lüftungsanlagen, Luftleitungen und Luftschächte müssen so
beschaffen sein, daß keine Gefahren für Personen und Sachen
entstehen.
(2)
Lüftungsanlagen, Luftleitungen und Luftschächte sind so
anzuordnen und herzustellen, daß sie
  1. Staub und Gerüche nicht in andere Räume übertragen,
  2. den Betrieb von Feuerstätten nicht beeinträchtigen,
  3. gereinigt werden können und
  4. die Abluft ins Freie führen.
    § 96
    Brandsicherheit

(1) Im Brandfall darf durch Lüftungsanlagen, Luftleitungen oder
Luftschächte Feuer oder Rauch nicht übertragen werden in

  1. Stiegenhäuser und andere Fluchtwege
  2. andere Geschosse, Wohnungen, Betriebseinheiten oder
    Brandabschnitte
  3. Dachböden und nicht ausgebaute Dachräume
    und zwar bei Überbrückung
  4. von Brandwänden auf die Dauer von 90 Minuten
  5. anderer Trennbauteile auf die Dauer des erforderlichen
    Brandwiderstandes des überbrückten Trennbauteils.

(2) Luftleitungen einschließlich ihrer Dämmstoffe und Luftschächte

müssen aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen. Brennbare
Baustoffe sind nur dann zulässig, wenn trotzdem die Sicherheit von
Personen und Sachen gewährleistet ist.

(3)
Luftleitungen und Luftschächte von brandgefährdeten oder
explosionsgefährdeten Räumen müssen außerhalb dieser Räume jedoch
brandbeständig sein; dies gilt auch für Räume mit solchen
Luftleitungen und Luftschächten, in denen sich vermehrt leicht
brennbare Stoffe ablagern können (z.B. Abluftleitungen von
Großküchen).
Ausgenommen sind Leitungsabschnitte im Freien, wenn durch sie ein
Brand nicht übertragen werden kann.
(4)
Luftleitungen und Luftschächte nach Abs. 3 dürfen nicht mit
anderen Luftleitungen oder Luftschächten verbunden sein oder
andere Räume belüften oder entlüften.
(5)
Werden Luftleitungen oder Luftschächte anderer Räume durch
brandgefährdete oder explosionsgefährdete Räume geführt, so müssen
sie in diesen Räumen brandbeständig und öffnungslos sein.

§ 97
Lüftung ohne mechanische Lüftungsanlage
Für Luftleitungen oder Luftschächte, die nicht Bestandteil einer
mechanischen Lüftungsanlage sind, gilt zusätzlich, daß die lichten
Querschnitte, die Ziehungen und die Reinigungsöffnungen sinngemäß den
Bestimmungen über Schornsteine (13. Abschnitt, 2. Kapitel)
entsprechen müssen.
§ 98
Raumlufttechnische Anlagen
Die Bestimmungen der §§ 95 und 96 gelten sinngemäß für
raumlufttechnische Anlagen (z.B. Warmluftheizungsanlagen,
Klimaanlagen).

3. Kapitel
Wasser und Abwässer
§ 99
Trinkwasserversorgung

(1) Ist ein Gebäude an eine Wasserversorgungsanlage angeschlossen, so
müssen Wasserentnahmestellen eingerichtet werden

  1. in jeder Wohnung
  2. in Gebäuden mit mehr als vier Wohnungen auch allgemein zugänglich

(z.B. im Keller oder Erdgeschoß)

(2)
Trinkwasserbrunnen müssen zum Schutz gegen Verunreinigung
einwandfrei angelegt und gefaßt werden (z.B. ausreichende
Abstände von grundwassergefährdenden Lagerungen oder zu
Füllstellen von brennbaren Flüssigkeiten, Hochführen des oberen
Brunnenendes über das umgebende Niveau, oberflächenwasserdichte
Brunnenabdeckung und Brunnenkranzausbildung).
§ 100
Anlagen für Abwässer
(1)
Ableitungsanlagen müssen so bemessen und hergestellt werden, daß

Abwässer technisch einwandfrei, gefahrlos sowie störungsfrei
abgeleitet werden und die Anlagen überprüft und gereinigt werden
können.

(2)
Falleitungen für Schmutzwässer müssen mit einem für die
Entlüftung wirksamen Querschnitt über Dach geführt werden.
(3)
Bei Einleitung der Abwässer in eine öffentliche Kanalanlage
sind alle Entwässerungsgegenstände (z.B. Klosett, Waschbecken),
die unterhalb der Rückstauebene liegen, gegen Rückstau so zu
sichern, daß oberhalb der Rückstauebene anfallende Abwässer - auch
im Falle eines Rückstaus - in das öffentliche Kanalnetz abfließen
können.
§ 101
Senkgruben und Sickergruben
(1)
Senkgruben, Sickergruben und Abwasserkanäle müssen von
Trinkwasserbrunnen und Quellfassungen für Trinkwasser einen
Mindestabstand von 10 m haben, jedenfalls aber so weit entfernt
sein, daß entsprechend den Bodenverhältnissen und
Grundwasserverhältnissen keine Gefahr einer Verunreinigung des
Trinkwassers besteht.
Ein geringerer Abstand ist für Senkgruben und Abwasserkanäle dann
zulässig, wenn sie doppelwandig ausgeführt werden.
(2)
Für Senkgruben und Sickergruben gilt zusätzlich:
  1. sie müssen dicht, tragsicher und verkehrssicher abgedeckt sowie
    mit den erforderlichen Einstiegsöffnungen versehen sein
  2. die Einstiegsöffnungen müssen im Freien liegen und eine lichte
    Weite von mindestens 60 cm haben
  3. Senkgruben
    a) müssen über Dach entlüftet werden (auch über die Falleitung

zulässig),
b) müssen flüssigkeitsdicht sein und
c) dürfen weder unter Aufenthaltsräumen noch unmittelbar

angrenzend an Wände von Aufenthaltsräumen errichtet werden.

4. Kapitel
Abfall
§ 102
Abfallsammelräume

(1) Für Abfallsammelräume ist erforderlich:

  1. ein eigener Brandabschnitt, soweit dies wegen der Lage und Größe
    des Abfallsammelraumes für die Sicherheit von Personen und Sachen
    erforderlich ist
  2. ein abwaschbarer, nichtbrennbarer Fußboden
  3. ein Ausgang ins Freie oder mindestens auf einen Gang, der
    unmittelbar ins Freie führt
  4. eine ausreichende Belüftung und Entlüftung

(2) Türen zu Abfallsammelräumen nach Abs. 1 Z. 1
müssen

1. entweder brandbeständig sein oder brandhemmend, wenn sie mit einer

Brandschutzschleuse verbunden sind,

  1. Iediglich nichtbrennbar sein, wenn sie unmittelbar ins Freie
    führen und keine Gefahr einer Brandübertragung besteht und
  2. selbstschließend sein und in Fluchtrichtung aufschlagen.
    § 103
    Abwurfschächte
(1)
Abwurfschächte und deren Einwurföffnungen müssen außerhalb
von Wohnungen oder Aufenthaltsräumen liegen und in einen
ausreichend großen Abfallsammelraum münden.
(2)
Abwurfschächte müssen brandbeständig sein und aus nichtbrennbaren
Baustoffen mit glattwandigen und abwaschbaren Innenflächen
bestehen.
(3)
Abwurfschächte müssen am oberen Ende eine versperrbare
Reinigungsöffnung haben und sind bis dahin senkrecht mit
unverändertem Querschnitt zu führen sowie über Dach zu entlüften.
(4)
Alle Öffnungen müssen mit rauchdichten, nichtbrennbaren
Verschlüssen versehen sein. Einwurföffnungen sind so einzurichten,
daß sperrige Abfälle nicht eingeworfen werden können und daß
beim Öffnen die Verbindung zum Abwurfschacht unterbrochen ist.
(5)
Innerhalb der Abwurfschächte dürfen nur Leitungen,
Installationen und Einrichtungen liegen, die zum Abwurfschacht
gehören.

5. Kapitel
Leitungen
§ 104
Verlegung von Leitungen

(1) Leitungen müssen so verlegt werden, daß sie

  1. die mechanische Festigkeit, die Standsicherheit, den
    Brandwiderstand sowie die Wärmedämmung und Schalldämmung von
    Bauteilen nicht beeinträchtigen und
  2. andere Leitungen nicht nachteilig beeinflussen.

(2) Brennbare Baustoffe für Leitungen und deren Dämmung sind
zulässig, wenn aus Gründen des Brandschutzes keine Bedenken
bestehen.

15. Abschnitt
Wohnungen, Aufenthaltsräume und
Räume anderer Art
§ 105
Niveau der Räume

(1) Der Fußboden von Aufenthaltsräumen zum Wohnen muß liegen:

  1. über dem anschließenden Gelände (bei Gebäuden an der
    Straßenfluchtlinie über dem Niveau in der Straßenfluchtlinie),
  2. mindestens 50 cm über dem höchsten örtlichen Grundwasserspiegel
    und
  3. in Hochwasserüberflutungsgebieten mindestens 30 cm über dem
    100jährlichen Hochwasser

(2)

Bei Gebäuden, die am Hang liegen, muß der Fußboden von
Aufenthaltsräumen zum Wohnen mindestens an einer Seite über dem

anschließenden Gelände
liegen. Die Wände der Räume dürfen höchstens zur Hälfte der
jeweiligen Wandfläche erdberührt sein.

(3)
Andere Aufenthaltsräume dürfen unter dem anschließenden
Gelände liegen, wenn besondere Vorkehrungen gegen
eindringendes Wasser (§ 44 Abs. 1) getroffen werden.
(4)
Im Kellergeschoß müssen Aufenthaltsräume von anderen Räumen
durch brandbeständige Wände getrennt sein.
§ 106
Raumhöhe
(1)
Die lichte Raumhöhe muß entsprechend dem
Verwendungszweck der Räume festgelegt werden. Sie muß mindestens
betragen:
    1. in Kindergärten (Gruppen-und Bewegungsräume), in
    2. Schulen (Klassenzimmer und Gruppenräume), in Räumen für
      größere Menschenansammlungen und in Verkaufsstätten: 3 m;
  1. in anderen Aufenthaltsräumen und in Wohnräumen: 2,60 m;
  2. in Räumen anderer Art (z.B. Nebenräumen): 2,10 m.
(2)
Für Teilflächen (z.B. bei Podien, Galerien, Rängen, Raumnischen,
Deckenabschrägungen) darf die Mindestraumhöhe unterschritten
werden, soweit es der Verwendungszweck zuläßt.
(3)
Im Dachgeschoß muß jeder Aufenthaltsraum über mindestens der
halben Fußbodenfläche eine lichte Raumhöhe von mindestens 2,40
m haben; Raumteile mit einer lichten Höhe von weniger als 1,50 m
werden in die Fußbodenfläche nicht eingerechnet.
§ 107
Beheizung, Belichtung und Belüftung von
Aufenthaltsräumen
(1)
Schornsteinanschlüsse nach § 57 der NÖ Bauordnung 1996, LGBl.
8200, müssen für den Anschluß einer Feuerstätte für feste
Brennstoffe geeignet sein.
(2)
Aufenthaltsräume müssen durch unmittelbar ins Freie führende
Fenster (Hauptfenster) ausreichend belichtet und belüftet werden
können.
(3)
Hauptfenster müssen so angeordnet sein, daß ein freier
Lichteinfall unter 45o gesichert ist (bei einer seitlichen
Abweichung des Lichteinfalles von höchstens 30o). Untergeordnete
Bauteile, die den Lichteinfall auf Hauptfenster nur
unwesentlich beeinträchtigen (z.B. Schornsteinköpfe, Geländer),
bleiben unberücksichtigt.
(4)
Bei der Berechnung des freien Lichteinfalls dürfen Grundflächen
eines angrenzenden Grundstückes einbezogen werden, wenn sie auf
Grund der baurechtlichen Bestimmungen oder eines grundbücherlich
sichergestellten Rechtes nicht bebaut werden dürfen.
(5)
Die Gesamtfläche der Hauptfenster (Fensterfläche) muß in der

Architekturlichte gemessen mindestens ein Zehntel der
Fußbodenfläche des zugehörigen Aufenthaltsraumes betragen. Bei
Wohnräumen mit Raumtiefen von mehr als 5 m ist die Fensterfläche
um je 10 % für jeden vollen Meter Mehrtiefe zu vergrößern.
Ragen Bauteile (z.B. Balkone, Dachvorsprünge) über Hauptfenster

desselben Gebäudes mehr als 50 cm horizontal gemessen in den
freien Lichteinfall hinein, so muß die erforderliche

Fensterfläche mindestens ein Sechstel der Fußbodenfläche des

zugehörigen Aufenthaltsraumes betragen. Solche Bauteile über

Hauptfenstern dürfen jedoch nicht mehr als 2 m in den freien

Lichteinfall ragen.

(6)
Aufenthaltsräume müssen dann nicht unmittelbar ins Freie führende
Hauptfenster haben (z.B. auch hinter verglasten Loggien,
Veranden und Wintergärten zulässig), wenn die Aufenthaltsräume
trotzdem ausreichend belichtet und belüftet werden können, und die
Sicherheit von Personen und Sachen gewährleistet ist.
(7)
Aufenthaltsräume müssen dann nicht natürlich belüftet und
belichtet werden oder einen freien Lichteinfall nach Abs. 3 auf
die zugehörigen Belichtungsöffnungen aufweisen, wenn dies nach dem
Verwendungszweck aus technischen oder betrieblichen Gründen
unzulässig, störend oder unzweckmäßig wäre.
§ 108
Wohnungen
(1)
Jede Wohnung muß haben
  1. mindestens einen Wohnraum,
  2. eine Küche oder Kochnische,
  3. ein Badezimmer mit einer Waschgelegenheit und einer Dusche oder
    Badewanne und
  4. ein Klosett. In Wohnungen mit mehr als zwei Wohnräumen (ohne
    Küche gerechnet) ist ein eigener Klosettraum erforderlich.
(2)
Wohnräume müssen eine Nutzfläche von mindestens 10 m2 haben; bei
Wohnungen mit nur einem Wohnraum jedoch mindestens 18 m2.
(3)
In Wohngebäuden mit mehr als zwei Wohnungen muß jede Wohnung
einen eigenen Wohnungseingang haben.
(4)
Bei der Berechnung der Nutzfläche von Wohnräumen im Dachgeschoß
werden Raumteile mit einer lichten Höhe von weniger als 1,50 m
nicht mitgerechnet.
(5)
Abs. 1 bis 4 gelten nicht für Beherbergungsstätten und Heime.
§ 109
Wohnungen und Aufenthaltsräume im
Dachgeschoß
(1)
Aufenthaltsräume im Dachgeschoß (samt Nebenräumen und Zugängen)
müssen von der Dachkonstruktion und vom nicht ausgebauten Dachraum
durch brandbeständige Bauteile getrennt sein.
(2)
In Gebäuden mit höchstens drei Hauptgeschossen ist für folgende
Bauteile von Aufenthaltsräumen samt Nebenräumen und dem Zugang vom
Stiegenhaus auch eine hochbrandhemmende Ausführung zulässig:
  1. Dachschrägen
  2. Decken über Dachgeschoßräumen
  3. Trennwände gegen nicht ausgebaute Dachräume
  4. Dachkonstruktionsteile innerhalb von Dachgeschoßräumen (z.B.
    Stuhlsäulen, Sparren, Kopfbänder)
    Für Dachschrägen, an die die Dachdeckung
    anschließt, und für Trennbauteile gegen nichtbegehbare
    Dachbodenresträume (z.B. Seitenböden), gilt der erforderliche
    Brandwiderstand von innen nach außen.

(3) Die Bauteile nach Abs. 2 dürfen auch brandhemmend sein bei
Gebäuden mit höchstens zwei Hauptgeschossen

  1. mit entweder einer Wohnung oder einer Einheit vergleichbarer Größe
    im Dachgeschoß oder
  2. bei Reihenhäusern, wenn die Wohnungen durch Brandwände voneinander
    getrennt sind.
(4)
Aufenthaltsräume in einem zweiten Dachgeschoß, die nicht zur
darunterliegenden Wohnung gehören, sind nur dann zulässig, wenn
die tragenden Wände, die Decke und die Dachschrägen des
darunterliegenden Dachgeschosses brandbeständig sind.
§ 110
Dachbodenresträume
(1)
Begehbare Dachbodenresträume (z.B. Spitzböden, Seitenböden) mit
mehr als 5 m2 Grundfläche müssen zur Brandbekämpfung zugänglich
sein. Die Abschlüsse der Zugangsöffnungen müssen brandhemmend
sein.
(2)
Dachbodenresträume, in denen Reinigungsöffnungen von
Schornsteinen, Luftleitungen oder Luftschächten liegen, müssen von
allgemein zugänglichen Teilen des Gebäudes erreichbar sein.
§ 111
Belüftung von Nebenräumen
Nebenräume müssen entsprechend ihrem Verwendungszweck eine wirksame
Lüftung haben.
§ 112
Waschküchen, Wäschetrocknungsräume,
Einstellräume und Abstellräume
(1)
Wohngebäude mit mehr als vier Wohnungen (ausgenommen
Reihenhäuser) müssen folgende Räume haben:
  1. Einstellraum für Kinderwagen und Fahrräder
  2. eigener Abstellraum für jede Wohnung (z.B. Kellerabteil)
  3. Waschküche, sofern nicht in jeder Wohnung ein Aufstellplatz und
    die Anschlüsse für eine Waschmaschine vorgesehen werden
  4. Wäschetrocknungsraum

(2) Diese Räume sind in einer den Bedarf deckenden Zahl und Größe

herzustellen. Einstellräume für Kinderwagen und Fahrräder
müssen leicht erreichbar sein (mit der Möglichkeit Fahrrad und
Kinderwagen zu schieben).

4. Teil

Sondervorschriften für bestimmte
Bauwerke

16. Abschnitt
Abgrenzung und erhöhte Anforderungen
§ 113
Abgrenzung

(1) Der 4. Teil enthält Sondervorschriften für

  1. künstlerisch oder kulturell erhaltungswürdige Bauwerke und
    Althausbauten
  2. Bauwerke im Grünland oder auf Verkehrsflächen
  3. Bauwerke vorübergehenden Bestandes
  4. Nebengebäude und Kleinbauwerke
  5. barrierefreie Gestaltung von Bauwerken
  6. Reihenhäuser und Kleinwohnhäuser
  7. Betriebsgebäude
  8. Bauwerke für größere Menschenansammlungen, Verkaufsstätten,
    Hochhäuser
  9. landwirtschaftliche und forstwirtschaftliche Bauwerke
  10. Abstellanlagen für Kraftfahrzeuge
  11. Schutzräume

(2) Soweit der 4. Teil keine Sondervorschriften für Bauwerke nach

Abs. 1 enthält, gelten dafür die Vorschriften des 3. Teils.
§ 114
Besonderer Verwendungszweck
Unterliegen Bauwerke oder Teile davon wegen ihres besonderen
Verwendungszwecks erhöhten oder sonst abweichenden Anforderungen, so
müssen die dafür notwendigen Maßnahmen den wesentlichen Anforderungen
nach § 43 der NÖ Bauordnung 1996, LGBl. 8200, entsprechen.

17. Abschnitt
Erhaltungswürdige Bauwerke, Althausbauten, Bauwerke auf bestimmten
Flächenwidmungen und Kleinbauwerke
§ 115
Erhaltungswürdige Bauwerke und
Althausbauten
Bauliche Maßnahmen sind abweichend von den bautechnischen
Vorschriften dieser Verordnung zulässig, wenn trotzdem die Sicherheit
von Personen und Sachen gewährleistet ist und vom Standpunkt der
Hygiene keine Bedenken bestehen

  1. zur Erhaltung von künstlerisch oder kulturell wertvollen
    Bauwerken, wenn dies aus künstlerischen oder technischen Gründen
    notwendig ist
    und
  2. für Gebäude, die vor dem 31. Dezember 1969 errichtet wurden, zur
    Schaffung von Aufenthaltsräumen in bestehenden Dachräumen, von
    Aufzügen oder aufzugsähnlichen Einrichtungen sowie für Zubauten
    und Abänderungen von Gebäuden, wenn die Einhaltung dieser
    Vorschriften unter Berücksichtigung der Lage und Eigenart des

Gebäudes entbehrlich ist.
§ 116
Nebengebäude, Bauwerke im Grünland, auf Verkehrsflächen und Bauwerke
vorübergehenden Bestandes
Nebengebäude, Bauwerke im Grünland, auf Verkehrsflächen oder Bauwerke

vorübergehenden Bestandes dürfen von den Vorschriften des 3.
Teils dann und insoweit abweichen, als
1. es nicht Sondervorschriften im 4. Teil gibt und
2. wenn wegen ihrer Lage, Größe oder ihres Verwendungszwecks die
Sicherheit von Personen und Sachen gewährleistet ist.

Für Nebengebäude, die zum Einstellen von Kraftfahrzeugen bestimmt

sind, gilt Abschnitt 25.
§ 117
Kleinbauwerke
Für Kleinbauwerke (z.B. Telefonzellen, Wartehäuschen, Verkaufshütten)
gelten die Bestimmungen für Brandschutz, Wärmeschutz und Schallschutz
nicht.

18. Abschnitt
Barrierefreie Gestaltung von
Bauwerken
§ 118
Allgemeines

(1) Die Bestimmungen der §§ 119 bis 121 gelten für Bauwerke
oder Teile davon mit folgendem Verwendungszweck:

  1. Dienststellen der Gebietskörperschaften mit Parteienverkehr
  2. Schulen, Kindergärten oder Volksbildungseinrichtungen
  3. Ordinationen, Krankenanstalten oder Kuranstalten,
    Pensionistenheime oder Pflegeheime
  4. Einrichtungen der Sozialversicherung, Sozialhilfe,
    Jugendwohlfahrt oder anderer Formen der Daseinsvorsorge
  5. Einrichtungen des öffentlichen Verkehrs
  6. Bauwerke für größere Menschenansammlungen
  7. Einkaufszentren, Fachmarktzentren und Verkaufsstätten
(2)
Bauwerke gemäß Abs. 1 Z. 1 müssen einen Raum haben, der für
behinderte Menschen ohne besondere Schwierigkeiten (barrierefrei)
zu erreichen ist.
(3)
Die für Schüler, Patienten, Benützer, Besucher oder Kunden
bestimmten Räume in Bauwerken gemäß Abs. 1 Z. 2 bis 7 müssen
auch von behinderten Menschen benützt werden können.
§ 119
Eingänge, Stiegen und Aufzüge
(1)
Ein Eingang in das Bauwerk muß stufenlos erreicht werden können.
(2)
Stiegenläufe von Hauptstiegen müssen gerade sein; gerundete
Stiegenläufe (§ 69 Abs. 4) sind dann zulässig, wenn ein
Personenaufzug (Abs. 5) vorhanden ist.
(3)
Für Stufen von Hauptstiegen gilt:

1. Stufenhöhe höchstens 16 cm

2. Stufenauftritt mindestens 30 cm

Dies gilt nicht, wenn ein Personenaufzug (Abs. 5) vorhanden
ist.
(4) Hauptstiegen mit mehr als 16 Stufen sind durch Podeste zu
unterteilen.
(5)
Werden Personenaufzüge errichtet, so muß einer davon für
Rollstuhlfahrer geeignet sein und vom Eingang (Abs.
1) und von allen Geschossen (Erschließungsebenen)
stufenlos erreicht werden können.
(6)
Die Längsneigung von Rampen darf an keiner Stelle mehr als 6 %
betragen.
(7)
Hauptstiegen und Rampen müssen beidseitig Handläufe haben.
§ 120
Gänge und Türen
(1)
Gänge müssen mindestens 1,50 m breit sein.
(2)
Türanschlagschwellen dürfen höchstens 3 cm hoch sein.
(3)
Für Rollstuhlfahrer müssen gegeben sein:
  1. Wendekreise mit einem Durchmesser von mindestens 1,50 m
  2. Durchgangsbreiten bei Türen, Zugängen oder Durchgängen von
    mindestens 80 cm
  3. leicht entfernbare Sperreinrichtungen (z.B. aushebbare Drehkreuze)
    § 121
    Klosette
(1)
Je nach ihrem Verwendungszweck müssen Bauwerke oder Teile
davon Klosette für behinderte Menschen haben.
(2)
Die Klosetträume für behinderte Menschen müssen
  1. Türen haben, die nach außen aufschlagen und von außen auch
    entriegelt werden können, und
  2. Bewegungsflächen mit einem Durchmesser von mindestens 1,50 m
    haben. Bei unterfahrbaren Einrichtungen (z.B. Waschbecken) dürfen
    auf diesen Durchmesser höchstens 20 cm angerechnet werden.

§ 122
Wohngebäude

(1) In Wohngebäuden mit mehr als drei Hauptgeschossen oder mehr als
15 Wohnungen (ausgenommen Reihenhäuser) müssen

  1. die allgemein zugänglichen Teile den §§ 119 und 120 entsprechen
    und
  2. Badezimmer oder Klosetträume müssen zumindest einen nachträglichen
    Einbau eines Klosetts für behinderte Menschen zulassen, sofern die
    Wohnungen ebenerdig oder durch einen Aufzug erreichbar sind.
    Für den nachträglichen Einbau eines Klosetts für behinderte
    Menschen ist eine Fläche von mindestens 1,55 m mal 1,55 m
    vorzusehen.

(2) Wohnungen für behinderte Menschen müssen nach deren individuellen

Anforderungen gestaltet und ausgestattet werden.
§ 123
Zubauten und Abänderungen

(1)
Bei einer bestehenden Wohnung darf ein Klosett für behinderte
Menschen auch in das Badezimmer eingebaut werden; dann ist
kein eigener Klosettraum erforderlich.
(2)
Für Zubauten und Abänderungen von Bauwerken gelten die
Bestimmungen der §§ 119 bis 122 insoweit nicht, als
unverhältnismäßige Mehrkosten entstehen würden.

19. Abschnitt
Reihenhäuser und Kleinwohnhäuser
§ 124
Gemeinsame Bestimmungen

(1) Die Bestimmungen der Abs. 2 bis 4 gelten für

  1. Reihenhäuser
  2. Kleinwohnhäuser
(2)
Notwendige Stiegen (Hauptstiegen, Kellerstiegen und
Dachbodenstiegen) müssen nicht brandhemmend sein. Für
Kleinwohnhäuser (§ 126) gilt dies nur für Stiegen innerhalb einer
Wohnung.
(3)
Für Nebengänge und Nebenstiegen genügt eine Breite von 90 cm.
(4)
Für Aufenthaltsräume gilt als lichte Raumhöhe in den
Hauptgeschossen mindestens 2,50 m.
§ 125
Reihenhäuser
(1)
Die Bestimmungen der Abs. 2 bis 4 gelten für Reihenhäuser
dann, wenn
  1. jede Wohnung höchstens zwei Hauptgeschosse hat und
  2. die Wohnungen durch Brandwände voneinander getrennt sind.

(2) Mindestens brandhemmend müssen sein

  1. Außenwände und tragende Innenwände, die nach § 49 Abs. 1 Z.
    2 brandbeständig sein müssen
  2. Decken, es sei denn sie müssen nach § 53 Abs. 1 brandbeständig
    sein
(3)
Kellerdecken dürfen hochbrandhemmend sein.
(4)
Der Fußboden im Dachboden muß nur im Bereich von
Reinigungsöffnungen von Schornsteinen nichtbrennbar sein (in
einem Umkreis von mindestens 60 cm gemessen in der
Grundrißprojektion).

§ 126
Kleinwohnhäuser
Mindestens hochbrandhemmend müssen sein:

  1. Wände, die nach § 49 Abs. 1 Z. 2 brandbeständig sein müssen
  2. Decken, es sei denn sie müssen nach § 53 Abs. 1 brandbeständig
    sein

20. Abschnitt
Hochhäuser
§ 127
Brandabschnitte

(1) Alle Geschosse sind durch Brandwände so zu unterteilen, daß

Brandabschnitte von höchstens 700 m2 Geschoßfläche entstehen.
Flächen von Stiegenhäusern, Sicherheitsschleusen oder
Aufzugsschächten zählen dabei nicht mit.

(2) Brandwände sind mindestens alle 30 m herzustellen. Größere
Abstände sind zulässig, wenn

  1. es der Verwendungszweck des Gebäudes erfordert und
  2. die Sicherheit von Personen und Sachen durch andere Maßnahmen

(z.B. Brandschutzeinrichtungen) trotzdem gewährleistet ist.

(3)
Verschieden hohe Gebäudeteile sind nur zulässig, wenn keine
Gefahr einer Brandübertragung besteht oder diese durch geeignete
Maßnahmen verhindert wird.
(4)
Zwischen Öffnungen in Außenwänden verschiedener Brandabschnitte
muß mindestens 1 m Abstand eingehalten werden, soweit nicht durch
andere Maßnahmen ein gleichwertiger Schutz gegen Brandübertragung
erreicht wird.
§ 128
Tragende Bauteile
Tragende Bauteile müssen brandbeständig sein und aus nichtbrennbaren
Baustoffen bestehen. Sie müssen aber hochbrandbeständig sein, wenn
ihnen eine besondere Bedeutung für die Standsicherheit des Gebäudes
zukommt.
§ 129
Außenputze und Fassadenverkleidungen
(1)
Außenputze sowie deren Dämmschicht, Fassadenverkleidungen sowie
deren Dämmschicht und Unterkonstruktion (einschließlich
Halterungen und Befestigungen), und sonstige Bauteile an der
Außenwand (z.B. Sonnenschutzvorrichtungen) müssen nichtbrennbar
sein.
(2)
Die Hinterlüftung einer Fassadenverkleidung darf vertikal
höchstens über zwei Brandabschnitte reichen.
§ 130
Fensterbrüstungen, Loggien und Balkone
(1)
Fensterbrüstungen müssen mindestens 1 m hoch sein. Dies gilt
nicht für Fensterbrüstungen im Erdgeschoß oder zu Loggien,
Balkonen oder Terrassen.
(2)
Loggien und Balkone müssen
  1. mindestens 1 m tief sein,
  2. eine Brüstung haben, die mindestens 1,10 m hoch ist und
  3. in ihrer Tragkonstruktion der Brandwiderstandsdauer der

anschließenden Decke entsprechen.
§ 131
Sicherheitsschleusen

(1) Für folgende Verbindungswege sind Sicherheitsschleusen nach
Abs. 2 erforderlich und zwar zwischen:

  1. Kellerstiegen und Hauptstiegen
  2. Brandabschnitten und innenliegenden Sicherheitsstiegen
  3. Brandabschnitten und Feuerwehraufzügen
  4. Garagen und Stiegenhäusern sowie Aufzügen
  5. Abfallsammelräumen sowie Räumen der Haustechnik (z.B.
    Transformatorenräume, Lüftungszentrale) und anderen Räumen

(2) Sicherheitsschleusen müssen

  1. ausreichend belüftbar und entlüftbar sein,
  2. brandbeständige Umfassungsbauteile und einen nichtbrennbaren
    Fußboden haben und
  3. brandhemmende und selbstschließende Türen haben, die in
    Fluchtrichtung aufschlagen, mit einem Mindestabstand von 3 m
    voneinander.

§ 132
Stiegen
Stiegen müssen mindestens 1,50 m breit sein und dürfen nicht
gewendelt sein.
§ 133
Hauptstiegenhäuser, Verbindungsgänge und Kellerstiegenhäuser

(1)
Hauptstiegenhäuser müssen Sicherheitsstiegenhäuser (§ 134) sein.
In Wohnhochhäusern muß in allen Geschossen mindestens ein
Sicherheitsstiegenhaus über ins Freie führende offene
Verbindungsgänge erreichbar sein.
(2)
Jeder Brandabschnitt muß an zwei Sicherheitsstiegenhäuser
angeschlossen sein. Dabei dürfen mehrere Brandabschnitte auch
einem Sicherheitsstiegenhaus zugeordnet sein.
(3)
Nur ein Sicherheitsstiegenhaus ist zulässig, wenn
  1. die Geschoßflächen jeweils nicht mehr als 250 m2 betragen
    (ohne Flächen von Stiegenhäusern, Sicherheitsschleusen und
    Aufzugsschächten) und
  2. der Fußboden des obersten Geschosses nicht mehr als 60 m über dem
    anschließenden Gelände liegt.
(4)
Sicherheitsstiegenhäuser innerhalb eines Brandabschnitts müssen
in allen Hauptgeschossen durch einen Gang verbunden sein.
(5)
Sicherheitsstiegenhäuser müssen entweder im obersten Geschoß oder
über Dach durch einen brandbeständigen Gang verbunden sein.
(6)
Die Türen der Verbindungsgänge nach Abs. 4 und 5 müssen jederzeit
und ohne Hilfsmittel zu öffnen sein.
(7)
Kellerstiegenhäuser müssen von Sicherheitsstiegenhäusern
brandbeständig getrennt sein und eigene direkte Ausgänge ins Freie
haben.
§ 134
Sicherheitsstiegenhäuser
(1)
Ein Sicherheitsstiegenhaus muß
  1. durch brandbeständige Wände und Decken gegen andere Gebäudeteile
    abgeschlossen sein,
  2. in allen Geschossen erreichbar sein
    a) über ins Freie führende, offene Verbindungsgänge oder
    b) über Sicherheitsschleusen, die zusammen mit dem

Sicherheitsstiegenhaus Druckbelüftungsanlagen haben (zum Schutz

gegen Rauch) und

3. im Erdgeschoß einen direkten Ausgang ins Freie haben.

(2) Sicherheitsstiegenhäuser mit offenen Verbindungsgängen müssen

eine Brandrauchabzugsöffnung haben. Diese muß
an der obersten Stelle gelegen sein,
einen Öffnungsquerschnitt von mindestens 5 % der Grundfläche des
Stiegenhauses haben (mindestens aber 1 m2) und
vom Erdgeschoß oder der Angriffsebene der Feuerwehr sowie vom letzten
Hauptpodest unabhängig vom öffentlichen Stromnetz geöffnet werden
können.

Die offenen Verbindungsgänge müssen
mindestens so breit sein wie die zugehörige Stiege,
mindestens doppelt so lang sein wie sie breit sind und
mindestens an einer Längsseite offen sein.

(3) Sicherheitsstiegenhäuser mit Druckbelüftung müssen

  1. in Rauchabschnitte mit höchstens sechs Geschossen unterteilt
    werden und
  2. die Druckbelüftungsanlagen müssen von anderen Lüftungsanlagen

unabhängig sein und sich bei einem Brand selbsttätig einschalten.
§ 135
Personenaufzüge

(1)
Ein Hochhaus muß mindestens zwei Personenaufzüge haben.
(2)
Die Aufzugsstationen müssen einmünden entweder
  1. in Stiegenhäuser oder
  2. in Sicherheitsschleusen oder
  3. in einen belüftbaren und entlüftbaren Vorraum, der als
    Rauchabschnitt auszubilden ist.
(3)
Jeder Brandabschnitt muß mit einem Feuerwehraufzug verbunden
sein.
§ 136
Sicherheitsbeleuchtung und
Ersatzstromanlage
(1)
Allgemein zugängliche Teile müssen eine Sicherheitsbeleuchtung
haben.
(2)
Die Sicherheitsbeleuchtung muß
vom allgemeinen Stromnetz unabhängig sein,
sich bei Ausfall der allgemeinen Beleuchtung (im gesamten Gebäude
oder Teilen davon) selbsttätig einschalten,
mindestens drei Stunden leuchten und
eine Handschaltung an gesicherter Stelle haben.
(3)
Brandschutzeinrichtungen und Druckbelüftungsanlagen

müssen eine eigene Steuerung und eine
Ersatzstromversorgung haben.

21. Abschnitt
Bauwerke für größere
Menschenansammlungen
§ 137

Verwendungszweck

(1)
Bauwerke für größere Menschenansammlungen sind Bauwerke
oder Teile davon mit dem Verwendungszweck für
Veranstaltungen mit mehr als 120 Personen.
(2)
Bauwerke nach Abs. 1 mit einer Vollbühne für

schauspielerische und ähnliche Darbietungen haben als Merkmale
1.das Zuschauerhaus: der Gebäudeteil, der die Zuschauerräume und die
mit ihnen in baulichem Zusammenhang stehenden Räume umfaßt,
2.das Bühnenhaus: der Gebäudeteil, der die Bühnen und die mit
ihnen in baulichem Zusammenhang stehenden Räume umfaßt,
3.die Bühnenöffnung: die Öffnung in der Trennwand zwischen
Zuschauerhaus und Bühnenhaus,
4.die Bühne: der hinter der Bühnenöffnung liegende Gebäudeteil mit
einer Spielfläche von mehr als 150 m2 sowie einer Oberbühne mit einer
lichten Höhe von mehr als 2,5 m über der Bühnenöffnung oder einer
Unterbühne; dabei ist

a) die Oberbühne: der Gebäudeteil über der Bühnenöffnung zur
Unterbringung einer Obermaschinerie und
b) die Unterbühne: der begehbare Gebäudeteil unter dem Bühnenboden
zur Unterbringung einer Untermaschinerie.

(3) Ein Verwendungszweck nach Abs. 1 und 2 ist nicht zulässig

    1. in Bauwerken, in denen leichtbrennbare, explosive oder
    2. gesundheitsschädliche Stoffe erzeugt, verarbeitet oder in
      gefahrbringender Menge gelagert werden,
  1. im Gefahrenbereich von Bauwerken gemäß Z. 1 und
  2. in Traglufthallen.
    § 138
    Ausnahmen
    Folgende Bauwerke sind entsprechend der Lage und dem Verwendungszweck
    von den Bestimmungen der §§ 139 bis 145 dann ausgenommen, wenn
    trotzdem die Sicherheit von Personen und Sachen gewährleistet ist:
  1. bauliche Anlagen im Freien
  2. Veranstaltungszelte
    § 139
    Brandschutz
(1)
Die tragende Konstruktion muß brandbeständig sein.
(2)
Eine nichtbrandbeständige Konstruktion ist zulässig, wenn
gewährleistet sind:
  1. der erforderliche Brandschutz und
  2. die Sicherheit von Personen
    durch die Lage und Größe oder durch zusätzliche Maßnahmen (z.B.
    selbsttätige Löschanlagen, Brandrauchentlüftung,
    Brandmeldeanlagen).

(3) Für Bauwerke mit Vollbühnen gilt:

  1. Das Bühnen- und das Zuschauerhaus sind durch eine Brandwand zu
    trennen.
  2. Die Bühnenöffnung muß gegen den Zuschauerraum durch einen Vorhang

aus nichtbrennbarem Material brandhemmend und rauchdicht
geschlossen werden können (Schutzvorhang).
Der Schutzvorhang muß

so angeordnet sein, daß er im geschlossenen Zustand an allen Seiten
an brandbeständigen Bauteilen anschließt, wobei der Bühnenboden unter

dem Schutzvorhang durchgeführt werden darf,
einem Druck von 450 Pa nach beiden Richtungen standhalten und
durch sein Eigengewicht innerhalb von höchstens 30 Sekunden schließen
können.

Die Vorrichtung zum Schließen des Schutzvorhangs muß mindestens
an zwei Stellen, von denen eine auf der Bühne liegen muß, von
Hand ausgelöst werden können. Beim Schließen muß auf der Bühne ein
Warnsignal deutlich zu sehen oder zu hören sein.

3. Im Bühnenhaus und im Zuschauerraum sind an lüftungstechnisch
geeigneten Stellen Rauchabzüge anzuordnen; diese müssen von zwei
jederzeit zugänglichen Stellen, von denen eine auf der Bühne
liegen muß, unabhängig vom öffentlichen Stromnetz geöffnet werden
können.
Das Gesamtausmaß der Rauchabzüge muß bezogen auf die jeweilige
Grundrißfläche betragen

beim Bühnenhaus mindestens 5 % und

beim Zuschauerraum mindestens 2,5 %.
Jeder Rauchabzug muß einen wirksamen Mindestquerschnitt
von 1 m2 aufweisen.

§ 140
Gänge und Stiegen

(1) In Hauptgängen und auf Hauptstiegen müssen aus nichtbrennbaren
Baustoffen bestehen:

  1. Wandverkleidungen und Deckenverkleidungen (samt ihrer
    Unterkonstruktion) und
  2. Fußbodenbeläge und Stufenbeläge.
    Anstelle von nichtbrennbaren Baustoffen sind auch schwerbrennbare
    und im Brandfall schwach qualmende Baustoffe zulässig, wenn
    aufgrund der Lage und Größe der Veranstaltungsräume trotzdem die
    Sicherheit von Personen gewährleistet ist (z.B. bei ebenerdiger
    Lage der Veranstaltungsräume mit unmittelbar ins Freie führenden
    Ausgängen).
(2)
Einzelstufen sind zulässig im Bereich von Galerien, Rängen und
Balkonen.
(3)
Ein eigenes Stiegenhaus ist nicht erforderlich für Stiegen
innerhalb eines Raumes, die höchstens von 120 Personen benützt
werden.
(4)
Bauwerke mit unterschiedlichen Verwendungszwecken müssen für den
Verwendungszweck Veranstaltungen ab 240 Personen eigene
Hauptstiegen und Hauptgänge haben. Dies ist nicht erforderlich,
wenn die Sicherheit von Personen auf andere Weise gewährleistet
ist (z.B. aufgrund der Lage der Stiegen, der Gänge und Ausgänge).
(5)
Jedes Stiegenhaus muß eine Brandrauchabzugsöffnung haben. Diese
muß
  1. an der obersten Stelle gelegen sein,
  2. einen Öffnungsquerschnitt von mindestens 5 % der Grundfläche des
    Stiegenhauses haben (mindestens aber 1 m2) und
  3. vom Erdgeschoß oder der Angriffsebene der Feuerwehr sowie vom
    letzten Hauptpodest unabhängig vom öffentlichen Stromnetz geöffnet
    werden können.

§ 141
Ausgänge und Fluchtwege

(1)
Bauwerke für größere Menschenansammlungen müssen mindestens zwei
voneinander unabhängige Ausgänge haben. Ein Ausgang muß für
Rollstuhlfahrer benützbar und als solcher gekennzeichnet sein.
(2)
Die Ausgänge von Bauwerken mit einem Verwendungszweck für
Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen müssen an zwei
verschiedenen Gebäudefronten liegen. Von diesen Ausgängen muß die
öffentliche Verkehrsfläche erreichbar sein.
(3)
Fluchtwege müssen unmittelbar ins Freie führen. Vor den Ausgängen
müssen im Freien ausreichende Stauflächen für Menschenansammlungen
vorhanden sein.
(4)
Fluchtwege über Höfe müssen 6 m breiter als die sonst
erforderliche Fluchtwegbreite sein. Eine zusätzliche Breite von 3
m genügt dann, wenn der Fluchtweg entlang von öffnungslosen und
brandbeständigen Wänden führt.
(5)
Ausgänge und Fluchtwege müssen ausreichend gekennzeichnet sein.
§ 142
Sicherheitsbeleuchtung und
Ersatzstromanlage
(1)
Allgemein zugängliche Teile müssen eine Sicherheitsbeleuchtung
haben.
(2)
Die Sicherheitsbeleuchtung muß
vom allgemeinen Stromnetz unabhängig sein,
sich bei Ausfall der allgemeinen Beleuchtung (im gesamten Gebäude
(2)
Für weitere über 1.000 Personen ist die Anzahl auf ein Drittel
und über 20.000 auf ein Sechstel der im Abs. 1 geforderten
Klosette bzw. Pißstände zu reduzieren.
(3)
Die Gesamtsumme der ermittelten Zahlen ist auf ganze Zahlen
oder Teilen davon) selbsttätig einschalten,
mindestens drei Stunden leuchten und
eine Handschaltung an gesicherter Stelle haben.
(3) Brandschutzeinrichtungen müssen eine eigene Steuerung und
eine Ersatzstromversorgung haben.
§ 143
Klosettanlagen
(1) Bis zu 1.000 Personen ist für je 30 Frauen und je 100 Männer
ein Klosett und für je 50 Männer ein Pißstand
einzurichten.

aufzurunden.
§ 144
Sitzplätze

(1)
Sitzplätze müssen so angeordnet, miteinander verbunden oder am
Boden befestigt sein, daß der Raum im Gefahrenfall geordnet
verlassen werden kann.
(2)
Zwischen Sitzreihen muß ein freier Durchgang von 40 cm bleiben.
(3)
Kein Sitzplatz einer Sitzreihe darf vom nächsten Verkehrsweg
durch mehr als 10 Sitzplätze getrennt sein.
(4)
Werden Sitzplätze vor Tischen angeordnet, darf kein Sitzplatz vom
nächsten Verkehrsweg mehr als 6 m entfernt sein.
(5)
Verkehrswege müssen mindestens 1,20 m breit sein.
§ 145
Stehplätze
(1)
Sind die Stehplätze in Stufen angeordnet, müssen die Stufen
mindestens 40 cm breit sein.
(2)
Schutzgeländer und Drängegeländer müssen auf geneigten oder
stufenförmigen Stehplatzanlagen in ausreichender Zahl angebracht
werden (entsprechend dem Fassungsraum, der Lage und Höhe der
Stufen und der Stufengänge), damit die Stehplatzanlagen bei Gefahr
geordnet verlassen werden können.
(3)
An Geländern von Balkonen und Galerien müssen Fußleisten
angebracht werden.

22. Abschnitt
Verkaufsstätten
§ 146
Verwendungszweck

(1)
Verkaufsstätten sind Bauwerke oder Teile davon mit dem
Verwendungszweck für den Verkauf von Waren (z.B. Kaufhäuser,
Einkaufszentren) und mit einer Verkaufsfläche von mehr als 1000
m2.
(2)
Die Verkaufsfläche ist jene Fläche, auf der Waren ausgestellt
(1)
Die tragende Konstruktion muß brandbeständig sein.
(2)
Eine nichtbrandbeständige Konstruktion ist zulässig, wenn
gewährleistet sind:
oder zum Verkauf angeboten werden, einschließlich der
Flächen zur Abwicklung des Kundenverkehrs.
§ 147
Brandschutz
  1. der erforderliche Brandschutz und
  2. die Sicherheit von Personen
    durch die Lage und Größe und den Verwendungszweck oder durch
    zusätzliche Maßnahmen (z.B. selbsttätige Löschanlagen,
    Brandrauchentlüftung, Brandmeldeanlagen).

(3) Die Verkaufsräume

1. dürfen sich auf höchstens vier übereinanderliegende Geschosse über
dem anschließenden Gelände und das oberste Kellergeschoß

erstrecken und

2. müssen von anderen Räumen (z.B. Büroräumen, Werkstätten,
Lagerräumen) durch Brandwände getrennt sein.

(4)
Ein Brandabschnitt darf höchstens 10.000 m2 umfassen.
§ 148
Brandschutzeinrichtungen
(1)
Über eine Lautsprecheranlage muß jeder Verkaufsraum erreicht
werden können.
(2)
Brandmeldeanlagen sind erforderlich für Verkaufsstätten mit
einer Verkaufsfläche von mehr als 2000 m2.
(3)
Selbsttätige Löschanlagen (z.B. Sprinkleranlagen) sind
erforderlich für Brandabschnitte mit einer Verkaufsfläche von mehr
als 3000 m2.
§ 149
Ausgänge und Verkehrswege
(1)
Keine Stelle der Verkaufsfläche darf mehr als 40 m von einem
sicheren Ausgang ins Freie oder von einer Hauptstiege in einem
Stiegenhaus entfernt sein.
(2)
Die lichte Mindestbreite von Verkehrswegen ist zu bemessen nach
der Art der Verkaufsstätte und der Zahl der benützenden Personen.
Sie muß jedoch mindestens betragen:
  1. für Hauptverkehrswege: 2 m
  2. für Nebenverkehrswege: 1,20 m
(3)
Niveauunterschiede von weniger als 40 cm müssen mit Rampen
ausgeglichen werden.
(4)
Verkaufsstände an Hauptverkehrswegen müssen unverrückbar
angebracht sein.
§ 150
Sicherheitsbeleuchtung und
Ersatzstromanlage
(1)
Allgemein zugängliche Teile müssen eine Sicherheitsbeleuchtung
haben.
(2)
Die Sicherheitsbeleuchtung muß
vom allgemeinen Stromnetz unabhängig sein,
sich bei Ausfall der allgemeinen Beleuchtung (im gesamten Gebäude
oder Teilen davon) selbsttätig einschalten,
mindestens drei Stunden leuchten und
eine Handschaltung an gesicherter Stelle haben.
(3)
Brandschutzeinrichtungen müssen eine eigene Steuerung und eine
Ersatzstromversorgung haben.

23. Abschnitt
Betriebsgebäude
§ 151
Brandschutz

(1)
Die tragende Konstruktion von Betriebsgebäuden muß brandbeständig
sein.
(2)
Eine nichtbrandbeständige Konstruktion ist zulässig, wenn

gewährleistet sind:

  1. der erforderliche Brandschutz und
  2. die Sicherheit von Personen
    durch die Lage und Größe und den Verwendungszweck oder durch die
    Bildung von Brandabschnitten oder durch zusätzliche Maßnahmen

(z.B. selbsttätige Löschanlagen, Brandrauchentlüftung,
Brandmeldeanlagen).

(3)
Brandabschnitte mit mehr als 40 m Länge (§ 52 Abs. 1) müssen
mindestens mit einer Seite an einer Außenwand liegen; diese muß
von der Feuerwehr in ganzer Länge zugänglich sein.
(4)
Hat ein Betriebsgebäude Außenwände aus brennbaren Baustoffen, so
muß ein ausreichender Sicherheitsabstand eingehalten werden
  1. zu anderen Gebäuden auf demselben Grundstück und
  2. zu Nachbargrundstücken.
    Der Sicherheitsabstand muß entsprechend der Lage, der Größe und
    dem Verwendungszweck so bemessen werden, daß er eine
    Brandübertragung verhindert.

24. Abschnitt
Landwirtschaftliche und
forstwirtschaftliche Bauwerke
§ 152
Wände und Decken von Wirtschaftsgebäuden

(1)
Die Außenwände, tragenden Innenwände und Decken von
eingeschossigen Wirtschaftsgebäuden dürfen brandhemmend ausgeführt
werden.
(2)
Kein Brandwiderstand ist erforderlich für Außenwände von
Wirtschaftsgebäuden, wenn die Tragkonstruktion des Gebäudes
mindestens brandhemmend ist oder aus nichtbrennbaren Baustoffen
besteht.
(3)
Wirtschaftsgebäude oder Gebäudeteile mit landwirtschaftlichem
oder forstwirtschaftlichem Verwendungszweck müssen von Gebäuden
oder Gebäudeteilen mit Aufenthaltsräumen (ausgenommen
Aufenthaltsräume in Stallungen) durch Brandwände getrennt werden.
(4)
Bei Außenwänden aus brennbaren Baustoffen, die einer
Grundstücksgrenze zugekehrt sind, muß der Abstand zur
Grundstücksgrenze der Gebäudehöhe entsprechen, jedoch mindestens 5
m betragen.
(5)
Kein Brandwiderstand ist erforderlich
  1. für Decken unter dem Dach, wenn auf diesen keine brennbaren Güter
    gelagert werden
  2. für das Dach, wenn der obere Raumabschluß nicht durch eine Decke
    sondern durch das Dach gebildet wird

(6) Ausnahmen von den brandschutztechnischen Erfordernissen und
Mindestabständen der Abs. 1 bis 4 und vom Verbot des Lagerns von
brennbaren Gütern gemäß Abs. 5 Z. 1 sind zulässig, wenn aufgrund
der Lage, der Größe und des Verwendungszweckes der Brandschutz und
die Sicherheit von Personen gewährleistet sind.

§ 153
Stallungen

(1) Aufenthaltsräume dürfen in Stallungen nur eingerichtet werden,
wenn sie für die Tierhaltung notwendig sind.
Diese Aufenthaltsräume müssen

  1. von den Stallräumen durch brandhemmende Umfassungsbauteile
    getrennt sein und
  2. einen unmittelbar ins Freie führenden Ausgang haben.
(2)
Von jeder Stelle einer Stallung muß in einer Entfernung von
höchstens 40 m ein sicherer Ausgang ins Freie erreichbar sein.
(3)
Zwei Ausgänge müssen Stallungen für mehr als 10 Stück
Großvieh oder für mehr als 30 Schweine, Ziegen oder Schafe haben.
Ein Ausgang muß unmittelbar ins Freie führen.
(4)
Stalltüren ins Freie müssen so angelegt werden, daß die Tiere bei
Gefahr rasch ins Freie gebracht werden können. Sie müssen
mindestens 90 cm breit und 2 m hoch sein und nach außen
aufschlagen oder als äußeres Schiebetor angebracht sein.
(5)
Stallböden, auf denen Stallmist, Jauche, Gülle oder
Reinigungswässer anfallen, müssen flüssigkeitsdicht sein. Gleiches
gilt für Auffangräume unter Spaltenböden und für Sammelkanäle.
(6)
Öffnungen in Außenwänden von Stallungen (z.B. Türen, Fenster,
Lüftungsöffnungen) müssen mindestens 3 m entfernt sein
  1. von allen Fenstern von Aufenthaltsräumen
  2. von gewidmeten Verkehrsflächen
    Dies gilt nicht für Fenster, die luftdicht abgeschlossen sind und
    keine beweglichen Teile haben.

§ 154
Düngersammelanlagen

(1)
Wenn es der Betrieb erfordert, müssen Stallungen mit
Düngersammelanlagen ausgestattet sein.
(2)
Düngersammelanlagen und Silos für Naßsilagen müssen
flüssigkeitsdicht sein. Die Abflüsse aus Düngersammelanlagen
für festen Dünger und aus Silos für Naßsilagen sind in
flüssigkeitsdichte Sammelgruben zu leiten.
(3)
Abdeckungen von Sammelgruben (z.B. Güllegruben, Jauchegruben)
müssen tragsicher und verkehrssicher sowie mit den erforderlichen
Einstiegsöffnungen (lichte Weite mindestens 60 cm) ausgestattet
sein.
(4)
Aus Düngersammelanlagen darf keine Einleitung in Abwasseranlagen
erfolgen.
(5)
Düngersammelanlagen müssen von Trinkwasserbrunnen und
Quellfassungen für Trinkwasser so weit entfernt sein, daß
entsprechend den Bodenverhältnissen und Grundwasserverhältnissen
keine Gefahr einer Verunreinigung des Trinkwassers besteht. Die
Mindestentfernung von 10 m ist aber jedenfalls einzuhalten.

25. Abschnitt
Abstellanlagen für Kraftfahrzeuge

1. Kapitel
Allgemeine Bestimmungen
§ 155
Anzahl der Stellplätze

(1) Die Anzahl der nach § 63 Abs. 1 der NÖ Bauordnung 1996, LGBl.
8200, zu errichtenden Stellplätze wird für Personenkraftwagen je
nach dem Verwendungszweck des Gebäudes wie folgt festgesetzt:
für ein Stellplatz für je

  1. Wohngebäude 1 Wohnung
  2. Kinder- und Jugend wohnheime 20 Betten
  3. Ledigenwohnheime 2 Betten
  4. Seniorenwohnheime 8 Betten
  5. Industrie- und
    Betriebsgebäude 5 Beschäftigte
  6. Büro- und
    Verwaltungsgebäude 40 m2 Nutzfläche
  7. Kaufhäuser 50 m2 Verkaufsfläche
  8. Einkaufszentren und
    Fachmarktzentren 30 m2 Verkaufsfläche
  9. Gaststätten 10 Sitzplätze
  10. Gaststätten mit über örtlicher Bedeutung,
    Diskotheken und
    Tanzlokale 5 Sitzplätze
  11. Hotels, Pensionen
    und sonstige
    Beherbergungs betriebe 5 Betten
  12. Motels 2 Betten
  13. Jugendherbergen 10 Betten
  14. Schulen 5 Lehrpersonen und
    5 Schüler über 18 Jahre
  15. Kranken- und
    Kuranstalten 4 Betten
  16. Pflegeheime 10 Betten
  17. Ambulatorien und
    Arztpraxen 30 m2 Nutzfläche
  18. Kasernen 3 Betten
  19. Sporthallen 100 m2 Hallensportfläche,
    zusätzlich einer für
    10 Zuschauerplätze
  20. öffentliche Hallenbäder 10 Kleiderablagen,
    zusätzlich einer für
    10 Zuschauerplätze
    1. Saunas und andere
    2. öffentliche Bäder in
      Gebäuden 10 Kleiderablagen
  21. Kursstätten 10 Sitzplätze
  22. Veranstaltungs betriebsstätten und

Kinos 10 Zuschauerplätze
Für jede volle und angefangene Einheit ist ein Stellplatz zu
berechnen.
(2)Bei den im § 118 angeführten Gebäuden ist von je angefangenen 50
Stellplätzen mindestens ein Stellplatz behindertengerecht
auszuführen, soweit nicht aufgrund des besonderen Verwendungszwecks

(z.B. Krankenanstalten, Kuranstalten) ein höherer Bedarf an

Stellplätzen für behinderte Menschen erforderlich ist; bei
Wohngebäuden nach § 122 ist mindestens ein behindertengerechter
Stellplatz herzustellen.
Die Stellplätze für Kraftfahrzeuge von behinderten Menschen müssen
mindestens 3,50 m breit sein und sind zu kennzeichnen.
(3)Für die Ermittlung der Anzahl der Stellplätze bei nicht in Abs. 1
genannten Gebäuden sowie für andere Kraftfahrzeuge als
Personenkraftwagen sind der voraussichtliche Bedarf der Benützer und
Besucher und für diesen der vorgesehene Verwendungszweck und die
Wohndichteklassen maßgeblich.
(4)Wenn Teile eines Gebäudes dauernd verschiedenen Verwendungszwecken
gewidmet werden, dann ist der Stellplatzbedarf für jeden
Verwendungszweck getrennt zu ermitteln. Die so erhaltenen Werte sind
zusammenzuzählen.
Wenn bei Gebäuden oder Gebäudeteilen verschiedene
Verwendungszwecke für verschiedene Zeiträume in Betracht kommen, dann
ist jeweils der größere Stellplatzbedarf zu berücksichtigen.
§ 156
Zu- und Abfahrten
(1)Zu-und Abfahrten zwischen Abstellanlagen und öffentlichen
Verkehrsflächen sind so anzulegen, daß der Verkehr auf den
öffentlichen Verkehrsflächen im Einmündungsbereich gut zu übersehen
ist.
(2)Von Straßenkreuzungen, jeweils gemessen vom Schnittpunkt der
Straßenfluchtlinien oder deren gedachten Fortsetzungen, muß die
Einbindung von Zu- und Abfahrten in öffentliche Verkehrsflächen
folgende Abstände aufweisen:
mindestens 5 m bei Abstellanlagen mit höchstens 100 m2 Nutzfläche,
mindestens 20 m bei Abstellanlagen mit mehr als 100 m2 Nutzfläche.

Geringere Abstände sind zulässig, wenn aus Gründen der
Verkehrssicherheit keine Bedenken bestehen.

(3)
Zu- und Abfahrten von Abstellanlagen sind
der zu erwartenden Verkehrsbelastung entsprechend zu befestigen und
im Bereich ihrer Einbindung in öffentliche Verkehrsflächen so
auszugestalten, daß von ihnen Niederschlagswässer nicht auf die
öffentlichen Verkehrsflächen gelangen können.
(4)
Bei Abstellanlagen mit mehr als 100 m2 Nutzfläche müssen
Zu- und Abfahrten mindestens 3 m - wenn nur die Benutzung durch
Personenkraftwagen vorgesehen ist, mindestens 2,50 m - breit sein;
Kurven im Verlauf der Zu- und Abfahrten einen Innenradius von

mindestens 5 m, werden sie mit Lastkraftwagen befahren, mindestens 10
m aufweisen;
vor Schranken, Toren oder anderen die Zufahrt behindernden Anlagen
den Erfordernissen der Sicherheit, Leichtigkeit und Flüssigkeit des
Verkehrs und der Größe der Abstellanlagen entsprechende Stauräume für
einfahrende Fahrzeuge außerhalb der öffentlichen Verkehrsflächen
angelegt werden.

Soweit es die Verkehrssicherheit erfordert, müssen Zu- und
Abfahrten, Fahrbahnen und Fahrtrichtungen sowie Wege für Fußgänger
gekennzeichnet und bei Dunkelheit beleuchtet werden.

(5)
Bei Abstellanlagen mit mehr als 400 m2 Nutzfläche
sind zwischen Abstellflächen und Aus- und Eingängen von den Zu- und
Abfahrten getrennte Wege mit einer Mindestbreite von 80 cm anzulegen
getrennte Zu- und Abfahrten herzustellen, wenn es die Sicherheit
erfordert.
§ 157
Rampen
(1)
Die Neigung von Rampen darf höchstens 15 % betragen bei
überdeckten Rampen oder
Abstellanlagen mit nicht mehr 100 m2 Nutzfläche.
In allen anderen Fällen darf die Neigung 10 % nicht überschreiten.
(2)
Wenn die Neigung der Rampen bei Abstellanlagen mit höchstens 100
m2 Nutzfläche mehr als 10 % und in allen anderen Fällen mehr als 5
% beträgt, dann muß zwischen der öffentlichen Verkehrsfläche und
der Rampe eine für die Länge der abzustellenden Fahrzeuge
ausreichende, mindestens aber 5 m lange Fläche liegen. Diese
Fläche darf nur eine solche Neigung haben, die zur Ableitung von
Niederschlagswässern erforderlich ist.
(3)
In zwei- oder mehrgeschossigen Garagen mit mehr als 400 m2
Nutzfläche müssen
vor dem unteren und dem oberen Ende der einzelnen Rampen

jeweils in Rampenbreite mindestens 5 m lange, ständig
freizuhaltende Verkehrsflächen angeordnet und
die Rampen -außer bei offenen Garagen nach § 166 Abs. 4 - an
ihren Seiten in der ganzen Länge durch brandbeständige Wände von den
Garagenräumen getrennt werden.

2. Kapitel
Garagen
§ 158
Bauliche Gestaltung von Garagen mit
höchstens 100 m2 Nutzfläche

(1) Wände, Decken und sonstige tragende Bauteile (z.B. Stützen,
Unterzüge) müssen

  1. brandhemmend sein oder aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen bei
    Garagen mit nicht mehr als 35 m2 Nutzfläche,
  2. hochbrandhemmend sein bei Garagen mit mehr als 35 und höchstens
    100 m2 Nutzfläche; beträgt der Abstand zu Grundstücksgrenzen

jedoch mindestens 3 m, so genügt eine brandhemmende Ausführung
oder die Verwendung nichtbrennbarer Baustoffe.
Bei Garagen in Gebäuden müssen Wände, Decken und sonstige tragende
Bauteile jedoch brandbeständig sein; in Gebäuden, für die eine
nichtbrandbeständige Bauweise zulässig ist (z.B. Ein- oder
Zweifamilienhäuser), genügt eine hochbrandhemmende Ausführung für
Garagen mit höchstens 35 m2 Nutzfläche.

(2)
Bei freistehenden Garagen, die von Grundstücksgrenzen und
Gebäuden mindestens 5 m Abstand haben, gelten die
brandschutztechnischen Anforderungen nach Abs. 1 Z. 1 und 2 nicht.
(3)
Aneinander gebaute Garagen in nichtbrandbeständiger Bauweise nach
Abs. 1 und 2 sind zulässig, wenn sie durch Brandwände in
Abschnitte von höchstens 35 bzw. 100 m2 Nutzfläche unterteilt
werden.
§ 159
Bauliche Gestaltung von Garagen mit mehr als 100 m2 Nutzfläche
(1)
Wände, Decken und sonstige tragende Bauteile (z.B. Stützen,
Unterzüge) müssen brandbeständig sein, sofern nichts anderes
bestimmt ist.
Für nichttragende Innenwände innerhalb eines Brandabschnittes
genügt eine Ausführung aus nichtbrennbaren Baustoffen.
(2)
Bei eingeschossigen, oberirdischen und nicht überbauten Garagen
dürfen Wände, Decken und sonstige tragende Bauteile auch
  1. brandhemmend oder aus nichtbrennbaren Baustoffen,
  2. bei Garagen mit mehr als 400 m2 Nutzfläche brandhemmend aus
    nichtbrennbaren Baustoffen
    ausgeführt werden, wenn deren Umfassungsbauteile von
    Grundstücksgrenzen und Gebäuden einen Abstand von mindestens 10 m
    haben; wird nur die Decke so ausgeführt, genügt ein Abstand von
    mindestens 5 m.
(3)
Garagen oder Garagengeschosse, deren Außenwände mehr als 30 %
Öffnungs- oder Fensteranteil haben, müssen von Grundstücksgrenzen
und Gebäuden mindestens 10 m Abstand haben.
(4)
Die Mindestabstände zu Grundstücksgrenzen und Gebäuden nach Abs.

2 und 3 (Schutzabstände) dürfen unterschritten werden, wenn
aufgrund der baulichen Umgebung keine Gefahr für die Sicherheit von
Personen und Sachen besteht oder
die zugekehrte Außenwand als Brandwand ausgeführt wird.
§ 160
Fußböden
Fußböden in Garagen sind
flüssigkeitsdicht, wannenförmig oder mit einem Gefälle zu
Sammelgruben, Sammelrinnen oder zu einem Kanaleinlauf mit
angeschlossenem Öl- bzw. Benzinabscheider auszubilden und
aus nichtbrennbaren Baustoffen herzustellen.
Schwerbrennbare Fußbodenbeläge sind zulässig, wenn keine Gefahr einer
Brandausbreitung oder Brandweiterleitung besteht (z.B. Asphaltbeläge

mit einem Anteil an brennbaren Bestandteilen von höchstens 10 %).
§ 161
Tore, Türen und Fenster

(1)
Bei Garagen mit nicht mehr als 100 m2 Nutzfläche gelten für Tore
und Türen, die unmittelbar ins Freie führen, sowie für Fenster
keine brandschutztechnischen Anforderungen.
(2)
Bei Garagen mit mehr als 100 m2 Nutzfläche müssen
  1. Tore brandhemmend sein oder aus nichtbrennbaren Baustoffen
    bestehen und nach außen aufschlagende Gehtüren haben, wenn sie in
    einem Fluchtweg liegen,
  2. Fensteröffnungen mit einer brandwiderstandsfähigen Verglasung
    abgeschlossen werden, wenn die Gefahr einer Brandübertragung auf
    andere Gebäude oder Gebäudeteile besteht oder dies zur Sicherung
    von Fluchtwegen erforderlich ist.
    Diese brandschutztechnischen Anforderungen gelten sinngemäß auch
    für andere unmittelbar ins Freie führende Öffnungen (z.B. Türen).
    Für Tore zwischen Brandabschnitten gilt § 166 Abs. 5.
(3)
Mechanisch angetriebene Tore müssen bei Versagen des
Antriebsmechanismus mit der Hand geöffnet werden können.
§ 162
Verbindungen mit anderen Räumen
(1)
Türen, die zu nicht zur Garage gehörenden Räumen führen, müssen
mindestens brandhemmend und selbstschließend sein.
(2)
Von Garagen und deren brandgefährdeten Nebenräumen ist ein
unmittelbarer Zugang zu Aufenthaltsräumen, sofern sie nicht dem
Garagenbetrieb dienen (z.B. Abfertigungsräume), und zu Räumen
mit Feuerstätten mit offenem Verbrennungsraum nicht zulässig.
(3)
Bei Garagen mit mehr als 100 m2 Nutzfläche müssen Zugänge zu
Stiegenhäusern, Personenaufzügen und Fluchttunnels oder
Verbindungen zu nicht zur Garage gehörenden Gebäuden oder
Gebäudeteilen jeweils von der Garage und deren brandgefährdeten
Nebenräumen durch eine Brandschutzschleuse getrennt sein.
Bei offenen Garagen nach § 166 Abs. 4 ist eine Brandschutzschleuse
nicht erforderlich, wenn im Brandfall die Garagengeschosse sicher
verlassen werden können.
§ 163
Fluchtwege
(1)
Kein Teil einer Garage darf von einem Ausgang
ins Freie oder
in ein brandbeständiges Stiegenhaus oder
in einen brandbeständigen Fluchttunnel
mehr als 40 m entfernt sein.
(2)
Garagen mit mehr als 400 m2 Nutzfläche müssen von den Zu- und

Abfahrten getrennte Fluchtwege aufweisen. Diese Fluchtwege müssen
sicher benützbar,
deutlich gekennzeichnet und
mindestens 1 m breit

sein.
Bei unterirdischen Garagen mit mehr als zwei Geschossen muß jeder
Brandabschnitt zwei Fluchtwege haben.

§ 164
Lüftung von Garagen

(1)
Alle Teile einer Garage müssen durch eine natürliche oder
mechanische Lüftung ständig wirksam durchlüftet werden.
(2)
Bei Garagen mit natürlicher Lüftung muß der freie

Gesamtquerschnitt der Lüftungsöffnungen mindestens betragen:
in Garagen mit höchstens
100 m2 Nutzfläche 200 cm2 je Stellplatz
in Garagen mit mehr als
100 m2 Nutzfläche 600 cm2 je Stellplatz.

Diese Öffnungen sind zur Hälfte in Deckennähe, zur Hälfte
unmittelbar über dem Fußboden anzubringen.

(3)
Ist eine natürliche Lüftung nach Abs. 2 nicht ausführbar, so ist
eine mechanische Lüftungsanlage einzubauen, die einen für die
Gesundheit von Personen ausreichenden Luftwechsel ermöglicht.
Bei unterirdischen Garagen mit mehr als 1500 m2 Nutzfläche muß bei
einem Ausfall der allgemeinen Stromversorgung zumindest die halbe
Leistung der Lüftungsanlage gewährleistet sein.
§ 165
Heizungen
(1)
Heizungen in Garagen müssen so beschaffen sein, daß Treibstoffe
und deren Dämpfe nicht entzündet werden können.
(2)
Durch Luftheizungen darf die Garagenlüftung nicht beeinträchtigt
werden.
§ 166
Brandabschnitte für Garagen mit mehr als 400 m2 Nutzfläche
(1)
In Garagen mit mehr als 400 m2 Nutzfläche sind unter Bedachtnahme
auf die Übersichtlichkeit der Anlage Brandabschnitte oder sonstige
Vorkehrungen gegen eine Brandausbreitung vorzusehen.
Unterirdische Garagen dürfen höchstens vier Geschosse haben.
(2)
Unabhängig von der Größe der Brandabschnitte müssen die einzelnen
Geschosse von zwei- oder mehrgeschossigen Garagen als selbständige
Brandabschnitte ausgebildet werden.
(3)
Die Brandabschnittsfläche der Garagengeschosse darf höchstens
betragen:
    1. 2500 m2, wenn deren Fußbodenoberkante nicht mehr als 1,30 m unter
      dem anschließenden Gelände liegt und unverschließbare Öffnungen
    2. in den Umfassungswänden in einem Mindestausmaß von 2 % der
      jeweiligen Abschnittsfläche vorhanden sind,
  1. 1500 m2, wenn sie nicht die Voraussetzungen nach Z. 1 erfüllen.
    Sind selbsttätige Löschanlagen vorhanden, dann dürfen die
    Brandabschnitte nach Z. 1 und 2 bis zum Doppelten vergrößert
    werden. Die Länge der Brandabschnitte darf jedoch höchstens 80 m
    betragen.

(4) Keine Brandabschnitte sind in Garagen erforderlich, wenn

  1. die Fußbodenoberkante der Garagengeschosse nicht mehr als 1,30 m
    unter dem anschließenden Gelände liegt
    und
  2. die Umfassungswände in jedem Geschoß zumindest an zwei, möglichst
    gegenüberliegenden Seiten und in einem Gesamtausmaß von mindestens
    5 % der Geschoßfläche offen sind.
(5)
Türen und Tore zwischen Brandabschnitten müssen
hochbrandhemmend sein; ist eine selbsttätige Löschanlage vorhanden,
so genügt eine brandhemmende Ausführung,
sich bei Auftreten von Rauchgasen selbsttätig schließen und
von beiden Seiten mit der Hand geöffnet werden können.
§ 167
Rauchabzugsöffnungen
(1)
Garagen mit mehr als 400 m2 Nutzfläche müssen in jedem
Brandabschnitt in der Decke oder im oberen Drittel der
Umfassungswände an lüftungstechnisch geeigneten Stellen
Rauchabzüge im Ausmaß von mindestens 5 %o der jeweiligen
Brandabschnittsfläche haben.
Jeder Rauchabzug muß einen wirksamen Mindestquerschnitt von 1 m2
aufweisen.
(2)
Die Rauchabzüge müssen im Brandfall von einem leicht
erreichbaren, gesicherten Ort unabhängig vom öffentlichen
Stromnetz geöffnet werden können.
(3)
Mechanische Brandrauchentlüftungsanlagen sind einzurichten
  1. in Garagen, in denen natürliche Rauchabzüge nach Abs. 1 nicht
    ausführbar sind und
  2. in unterirdischen Garagen ohne selbsttätige Löschanlagen, wenn sie
    mehr als zwei Geschosse haben.
    Sie sind so anzuordnen, dass durch den Abzug der heißen Brandgase
    keine Brandausbreitung erfolgt.

§ 168
Brandmeldeanlagen, Fluchtwegorientierungs- und Sicherheitsbeleuchtung

(1)
Garagen müssen mit einer Brandmeldeanlage ausgestattet werden,
wenn
sie mehr als drei Brandabschnitte haben oder
die Größe der Brandabschnitte nach § 166 Abs. 3 Z. 1 (2500 m2) und Z.
2 (1500 m2) überschritten wird.
(2)
Eine Fluchtwegorientierungsbeleuchtung ist in Garagen mit mehr
als 100 m2 Nutzfläche erforderlich.
Die Fluchtwegorientierungsbeleuchtung muß sich bei Stromausfall
automatisch einschalten und dann mindestens 1 Stunde leuchten.
(3)
Eine Sicherheitsbeleuchtung ist in Garagen mit mehr als 1500
m2 Nutzfläche, ausgenommen Garagen nach § 166 Abs. 4,
erforderlich.
Die Sicherheitsbeleuchtung muß

vom allgemeinen Stromnetz unabhängig sein,

sich bei Ausfall der allgemeinen Beleuchtung (in der gesamten Garage
oder Teilen davon) selbsttätig einschalten,
mindestens drei Stunden leuchten und
eine Handschaltung an gesicherter Stelle haben.
§ 169
Sonderbestimmungen

(1)
Gasbetriebene Kraftfahrzeuge dürfen nur in solchen Garagen
eingestellt werden, in denen sichergestellt ist, daß austretendes
Gas (z.B. Flüssiggas) nicht zu Gefahren für Personen und Sachen
führt.
(2)
Ladestationen für elektrisch betriebene Kraftfahrzeuge sind in
Garagen nur dann zulässig, wenn entstehende Gase und Säuredämpfe
gefahrlos abgeleitet werden.
(3)
Für Garagen zum Einstellen von dieselbetriebenen Kraftfahrzeugen
oder von höchstens 5 Kraftfahrrädern sind Ausnahmen
  1. von den brandschutztechnischen Anforderungen an
    a) Wände, Decken und sonstige tragende Bauteile,
    b) Öffnungsabschlüsse,
  2. der höchstzulässigen Größe von Brandabschnitten,
  3. der zulässigen Verbindung mit anderen Räumen und
  4. vom Erfordernis einer Brandmeldeanlage, Fluchtwegorientierungs-
    und Sicherheitsbeleuchtung
    zulässig, wenn aufgrund der Lage und Größe der erforderliche
    Brandschutz und die Sicherheit von Personen gewährleistet sind.

(4) Mechanischen Garagen, bei welchen die Kraftfahrzeuge ohne
Personenbegleitung zu den Stellplätzen befördert werden
(Aufzugsgaragen), sind je nach ihrer Eigenart so auszuführen, daß
der gleiche Brandschutz wie bei Brandabschnitten mit einem
Höchstmaß von 1500 m2 gewährleistet ist.

§ 170
Verbote
In Garagen ist grundsätzlich verboten:
der Gebrauch von offenem Licht und Feuer,
das Rauchen,
das Laufenlassen der Motoren bei geschlossenen Toren und
das Hantieren mit Flüssigkeiten mit einem Flammpunkt von weniger als
21oC.

26. Abschnitt
Schutzräume
§ 171
Anzahl der Schutzplätze

(1) Die Mindestanzahl der Schutzplätze beträgt:

1. bei Wohnhäusern
je Einzimmerwohnung
(1 Aufenthaltsraum) 2 Schutzplätze
je Zweizimmerwohnung
(2 Aufenthaltsräume) 3 Schutzplätze

je Dreizimmerwohnung
(3 Aufenthaltsräume) 3,5 Schutzplätze
je Vierzimmerwohnung
(4 Aufenthaltsräume) 4 Schutzplätze
je weiteren Aufenthaltsraum
zusätzlich 1 Schutzplatz
2.bei Schulen 95 % der Schüler
und Lehrpersonen
3.bei Heimen und dgl. 95 % der Personen
bei voller Belegung
4.bei Beherbergungsbetrieben 50 % der Betten
und Personal
5.bei Büros und Werkstätten 1 Schutzplatz je
15 m2
6.bei Verkaufsflächen 1 Schutzplatz je
30 m2
7.bei sonstigen Gebäuden Anzahl der
erfahrungsgemäß
gleichzeitig über
einen längeren
Zeitraum anwesen den Personen

(2) Nur für jede volle Einheit ist ein Schutzplatz zu
berechnen. Halbe Schutzplätze sind aufzurunden.

(3) Die Mindestzahl darf unterschritten werden, wenn ein wesentlich
geringerer Bedarf nachgewiesen wird.

§ 172

Ausführung

Die Vorsorge für den Bau oder die Einrichtung von Schutzräumen hat

den Abschnitten 4 bis 10 der Technischen Richtlinien für
Grundschutz in Neubauten des Bundesministeriums für

wirtschaftliche Angelegenheiten, Stand 1995, zu entsprechen. Bei

Schutzräumen mit mehr als 50 Schutzplätzen hat diese

Vorsorge nach dem Verwendungszweck des Gebäudes und dem Stand
der Technik zu erfolgen.

5. Teil
Heizungen

27. Abschnitt
Brennstoffe
§ 173
Zulässige Brennstoffe

(1) In Feuerstätten dürfen folgende Brennstoffe verfeuert werden:

  1. feste Brennstoffe nach § 174
    1. flüssige Brennstoffe:
      a) Heizöl extra leicht (Gasöl) nach ÖNORM C 1109
      b) Heizöl leicht (Schweröl) nach ÖNORM C 1108
    2. (nur für Feuerstätten ab einer Nennwärmeleistung von 70 kW)
  2. gasförmige Brennstoffe:

a) Brenngase der öffentlichen Gasversorgung
b) Flüssiggas nach ÖNORM C 1301

(2)
Die Verwendung von Brennstoffen, die nicht in Abs. 1 angeführt
sind, ist zulässig, wenn nachgewiesen wird, daß der
Immissionsschutz nicht beeinträchtigt wird.
(3)
Schadstoffreiche Materialien dürfen nur in Anlagen mit einer
wirksamen Abgasreinigung verfeuert werden. Schadstoffreiche
Materialien sind insbesondere Altöl, Müll und Holzabfälle mit
Zusätzen (z.B. Spanplattenabfälle, kunststoffbeschichtete oder
mit Holzschutzmitteln behandelte Holzabfälle).
§ 174
Feste Brennstoffe
(1)
In Anlagen, für die ein Prüfbericht einer hiezu befugten Stelle
(staatlich autorisierte Anstalt, in einem EU- oder
EWR-Mitgliedstaat akkreditierte Stelle) vorliegt, dürfen folgende
Arten von festen Brennstoffen verfeuert werden:
  1. Steinkohlen, Steinkohlenbriketts, Steinkohlenkoks mit einem
    Massengehalt an Schwefel von nicht mehr als 1 %
  2. Braunkohlen, Braunkohlenbriketts, Braunkohlenkoks mit einem
    Massengehalt an Schwefel von nicht mehr als 1 %
  3. naturbelassenes Holz in Form von Scheiten, Stücken und Hackgut,
    Holzkohle und Preßlinge (Briketts) aus naturbelassenem Holz
(2)
Für ortsfest gesetzte Öfen und Herde, für die ein
vergleichbarer Nachweis nach § 59 Abs. 4 der NÖ Bauordnung
1996, LGBl. 8200, vorliegt, gilt Abs. 1 sinngemäß.
(3)
In Altanlagen, die weder die in Abs. 1 noch die in Abs. 2
genannten Anforderungen erfüllen, und die eine Nennwärmeleistung
von nicht mehr als 26 kW aufweisen, dürfen die folgenden festen
Brennstoffe verfeuert werden:
  1. Koks
  2. Anthrazit, Mager- und Eßkohle (Kohlen, deren Gehalt an flüchtigen
    Bestandteilen - bezogen auf wasser- und aschefreie Substanz - 18 %
    nicht überschreitet)
  3. naturbelassenes Holz in Form von Scheiten und Stücken, Holzkohle
    und Preßlinge (Briketts) aus naturbelassenem Holz

28. Abschnitt
Feuerstätten
§ 175
Allgemeine Anforderungen
Feuerstätten von 4 bis 400 kW Nennwärmeleistung dürfen aufgestellt
oder eingebaut werden, wenn sie die Anforderungen nach den §§ 176 bis
184 erfüllen.
§ 176
Emissionsgrenzwerte
Die folgenden, in mg/MJ angegebenen, Emissionsgrenzwerte dürfen nicht
überschritten werden:

1. Für feste Brennstoffe

CO

NOx

OGC

Staub

händisch

beschickt

Biogene

Brennstoffe

1100

150*

80

60

Fossile feste

Brennstoffe

1100

100

80

60

automatisch

beschickt

Biogene

Brennstoffe

500**

150*

40

60

Fossile feste

Brennstoffe

500

100

40

40

*) Der NOx-Grenzwert gilt nur für Holzfeuerungen.

**) Bei Teillastbetrieb mit 30 % der Nennwärmeleistung
kann der Grenzwert um 50 % überschritten werden.

2. Für flüssige Brennstoffe
CO
NOx
OGC
Ruß zahl
Verdampfungs-brenner
ohne
Gebläse
20
35
6
1

mit Gebläse
20
35
6
1
Zerstäubungs brenner
Heizöl
extra leicht
20
35
6
1
Heizöl
leicht
20
35
6
1

3. Für gasförmige Brennstoffe
Erdgas
Flüssiggas
CO
NOx
CO
NOx
Atmosphärische Brenner
20
30***)
35
40***)
Gebläsebrenner
20
30
20
40
***) Der NOx-Grenzwert darf für Durchlauferhitzer

(Durchlaufwasserheizer), Vorratswasserheizer
und Einzelöfen um höchstens 100 % überschritten
werden

§ 177
Wirkungsgrade
Feuerstätten von Zentralheizungsanlagen müssen mindestens die
folgenden, in Prozenten angegebenen, Wirkungsgrade aufweisen:

1. Bei festen Brennstoffen
a) händisch beschickt
bis 10 kW 73
über 10 - 200 kW (65,3 + 7,7 log Pn)

über 200 kW 83
b) automatisch beschickt
bis 10 kW 76
über 10 - 200 kW (68,3 + 7,7 log Pn)
über 200 kW 86

2. Bei flüssigen und gasförmigen Brennstoffen
Heizkessel typ (*)
Wirkungsgrad bei
Nennwärmeleistung
Wirkungsgrad
bei Teillast 30 % Pn
Durchschnitt liche Wasser temperatur des Heizkessels
(in oC)
Formel der
Wirkungs gradan forderung
(in %)
Durchschnitt liche Wasser temperatur des Heizkessels (in oC)
Formel der Wirkungs gradan forderung (in %)
Standardheiz kessel
70
>84+2 log Pn
> 50
>80+3 log Pn
Niedertemperatur- Heiz kessel
(**)
70
>87,5 + 1,5 log Pn
40
> 87,5 + 1,5 log Pn
Brennwert
kessel
70
> 91+log Pn
30 (***)
> 97+ log Pn

Pn = Nennwärmeleistung
(*) Heizkessel: der aus Kessel und Brenner be stehende
Wärmeerzeuger, der zur Übertragung

der durch die Verbrennung freigesetzten Wärme
ans Wasser dient
(**) einschließlich Brennwertkessel für flüssige
Brennstoffe

(***) Kessel-Eintrittstemperatur (Rücklauf temperatur)
§ 178
Technische Dokumentation

(1) Jeder Feuerstätte muß eine deutschsprachige, schriftliche
technische Dokumentation beigegeben sein. Diese muß folgende

Angaben enthalten:

  1. wie die Feuerstätte bestimmungsgemäß zu betreiben ist;
  2. durch welche Prüfung der Nachweis erbracht wurde, daß die
    Feuerstätte den Anforderungen dieser Verordnung entspricht
    (Bezeichnung der Prüfstelle, Nummer des Prüfzertifikates und
    Datum);
  3. Emissionswerte;
  4. Wirkungsgrade;
  5. bei händisch beschickten Feuerstätten gegebenenfalls der Hinweis,
    daß die Feuerstätte nur mit einem Pufferspeicher
    (Lastausgleichsspeicher) betrieben werden darf, wenn dies im Sinne
    des § 181 Abs. 3 erforderlich ist.

(2) Bauteile von Feuerstätten müssen mit einem Hinweis versehen sein,
aus dem hervorgeht, mit welchem Brenner bzw. mit welchem Kessel
sie kombiniert werden können, damit die Feuerstätte nachweislich
den Anforderungen dieser Verordnung entspricht.

§ 179
Typenschild
Bei jeder Feuerstätte ist ein Typenschild am Brenner bzw. am Kessel
oder, wo dies nicht möglich ist, an einem sonstigen Bauteil
anzubringen. Das Typenschild muß folgende Angaben enthalten:

  1. Name und Kennzeichen des Herstellers,
  2. Handelsbezeichnung des Gerätes,
  3. gegebenenfalls Art der Stromversorgung,
  4. Gerätekategorie,
  5. soweit eine CE-Kennzeichnung vorgesehen ist, die beiden letzten

Ziffern des Jahres, in dem die CE-Kennzeichnung angebracht wurde.
§ 180
Allgemeine Prüfbedingungen

(1)
Feuerstätten sind auf ihr Emissionsverhalten zu prüfen. Das
Prüfverfahren und die Prüfbedingungen müssen den allgemein
anerkannten Regeln der Technik entsprechen.
(2)
Die Emissionsgrenzwerte für feste und flüssige Brennstoffe nach §
176 müssen nachgewiesen werden. Die Messung hat bei
Nennwärmeleistung und kleinster angegebener Teillast des
Wärmeleistungsbereiches zu erfolgen.
(3)
Bei festen Brennstoffen hat die kleinste Teillast nach Abs. 2

höchstens:
a) 50 % der Nennwärmeleistung bei händisch beschickten Feuerstätten
b) 30 % der Nennwärmeleistung bei automatisch beschickten

Feuerstätten

zu betragen.
§ 181
Prüfbedingungen für händisch beschickte Feuerstätten

(1) Die Emissionen sind bei Nennwärmeleistung durch Beobachtung von
zwei aufeinanderfolgenden Abbrandperioden zu beurteilen. Hiebei
sind die Emissionswerte für CO, OGC und NOx als arithmetischer

Mittelwert über die Versuchszeit anzugeben. Bei ungleichförmigem
Verbrennungsverlauf sind energetisch gewichtete Mittelwerte über
die Versuchszeit anzugeben (Emissionen bezogen auf derzeitige
Wärmeleistung).

(2)
Der Emissionsgrenzwert für Staub ist der aus jeweils drei
Halbstundenmittelwerten einer Abbrandperiode gebildete
arithmetische Mittelwert. Dauert die Abbrandperiode weniger als
1,5 Stunden, so genügen jeweils zwei Halbstundenmittelwerte.
(3)
Falls bei händisch beschickten Feuerstätten der Nachweis bei
kleinster Teillast nicht erbracht werden kann, so ist auf dem
Typenschild und in der technischen Dokumentation der Einbau eines
entsprechenden Pufferspeichers (Lastausgleichsspeichers)
vorzuschreiben.

(4) Für die Beurteilung der Emissionen bei kleinster Teillast des
Wärmeleistungsbereiches genügt die Beobachtung einer
Abbrandperiode. Hiebei ist lediglich der Nachweis der
Emissionsgrenzwerte für CO und OGC zu erbringen. Der
Teillastbetrieb muß durch eine vorhandene selbsttätige Regelung
erreicht werden.

§ 182
Prüfbedingungen für automatisch beschickte Feuerstätten

(1)
Die Emissionsgrenzwerte für CO, NOx und OGC sind als
arithmetische Mittelwerte der Emission während der gesamten
Versuchszeit (zumindest drei Stunden) anzugeben.
(2)
Der Emissionsgrenzwert für Staub ist der aus zumindest drei
Halbstundenmittelwerten der Versuchszeit gebildete arithmetische
Mittelwert.
(3)
Bei kleinster Teillast des Wärmeleistungsbereiches ist lediglich
der Nachweis der Emissionsgrenzwerte für CO und OGC zu erbringen.
Der Teillastbetrieb muß durch eine vorhandene selbsttätige
Regelung erreicht werden.
§ 183
Prüfbedingungen für Feuerstätten für flüssige Brennstoffe
(1)
Bei flüssigen Brennstoffen ist der Stickstoffgehalt anzugeben.
Die Emissionsgrenzwerte für NOx beziehen sich auf einen
Stickstoffgehalt von 140 mg/kg an organisch gebundenem Stickstoff
im Heizöl.
(2)
Bei höheren bzw. niedrigeren Stickstoffgehalten des Brennstoffes
ist der Grenzwert für NOx wie folgt zu ermitteln:
  1. Bei höheren Stickstoffgehalten ist der Grenzwert pro zusätzlichem
    1 mg Stickstoff pro kg Brennstoff um 0,06 mg/MJ höher anzusetzen,
    jedoch höchstens mit 130 mg/MJ.
  2. Bei niedrigerem Stickstoffgehalt ist der Grenzwert pro 1 mg

niedrigerem Stickstoffgehalt um 0,06 mg/MJ niedriger anzusetzen.
§ 184
Besondere Prüfbedingungen für Feuerstätten für gasförmige Brennstoffe
Feuerstätten, die ausschließlich für den Betrieb mit Flüssiggas

konstruiert sind, sind mit dem Prüfgas G 31 im Sinne der ÖNORM EN 437
zu prüfen. Alle übrigen Feuerstätten, die mit Gas betrieben werden,
sind mit dem Prüfgas G 20 im Sinne der ÖNORM EN 437 zu prüfen.
§ 185
Feuerstätten über 400 kW
Nennwärmeleistung
Die in dieser Verordnung festgelegten Emissionsgrenzwerte gelten
nicht für Feuerstätten über 400 kW Nennwärmeleistung. Bei der
Aufstellung solcher Anlagen sind im Einzelfall jene
Emissionsgrenzwerte vorzuschreiben, die den Immissionsschutz nach §
48 der NÖ Bauordnung 1996, LGBl. 8200, gewährleisten.

29. Abschnitt
Betrieb von Feuerstätten
§ 186
Feuerstätten für gasförmige und für flüssige Brennstoffe

(1) Feuerstätten für gasförmige und für flüssige Brennstoffe haben
bei Betrieb folgende Grenzwerte einzuhalten:

1. Abgasverluste
Nennwärmeleistung
in Kilowatt
Grenzwerte für die
Abgasverluste
in %
bis 50
12
50 - 120
11
über 120
10
2.CO-Emissionen

Konzentration im trockenen, unverdünnten Abgas, angegeben in
ppm (bezogen auf 0 % Sauerstoff): 150

(2) Bei Feuerstätten für flüssige Brennstoffe müssen die Abgase frei
von Ölderivaten sein. Sie dürfen folgende Rußzahl nicht

überschreiten:
Anlagen
mit Verdampfungs brenner Rußzahl 2
mit Zerstäubungs brenner Rußzahl 1 bei Verwen dung von
Heizöl extra
leicht
mit Zerstäubungs brenner Rußzahl 2 bei Verwen dung von
Heizöl leicht
§ 187
Altanlagen

Für Feuerstätten, die bis zum Inkrafttreten dieser Verordnung
errichtet wurden, gelten abweichend von § 186 für die Abgasverluste
und die CO-Emissionen folgende Grenzwerte:

Nennwärmeleistung in Kilowatt
Grenzwerte für die Abgasverluste
in %
CO-Emissionen
bis 50
16
300
50 - 120
14
über 120
12

30. Abschnitt
Überprüfung von Feuerstätten
§ 188
Überprüfungsperiode

(1)
Betreiber von Feuerstätten von Zentralheizungsanlagen mit einer
Nennwärmeleistung von mehr als 11 kW bis 50 kW (sonstige
Feuerstätten von mehr als 26 kW bis 50 kW) haben diese in jedem
zweiten Kalenderjahr überprüfen zu lassen.
(2)
Betreiber von Feuerstätten mit einer Nennwärmeleistung von mehr
als 50 kW haben diese in jedem Kalenderjahr überprüfen zu lassen.
(3)
Die erste Überprüfung der Feuerstätte ist im Rahmen der
erstmaligen Inbetriebnahme durchzuführen.
§ 189
Überprüfungsumfang
(1)
Bei der Überprüfung ist die einwandfreie Funktion der

Feuerstätte zu kontrollieren. Bei Anlagen bis 400 kW
Nennwärmeleistung sind folgende Messungen durchzuführen:

  1. Bei gasförmigen Brennstoffen:
    Abgasverlust
    CO-Emission
  2. Bei flüssigen Brennstoffen:
    Abgasverlust
    CO-Emission
    Rußzahl
(2)
Bei Anlagen über 400 kW Nennwärmeleistung ist die Einhaltung
allfälliger mit Bescheid festgesetzter Grenzwerte durch Messungen
zu überprüfen.
§ 190
Überprüfungsverfahren
(1)
Die Überprüfung hat nach den allgemein anerkannten Regeln der
Technik zu erfolgen. Wenn deren Anwendung nicht möglich ist, ist
dies im Prüfbericht zu vermerken und zu begründen.
(2)
Die Abgasverluste sind nach der ÖNORM M 7510 zu bestimmen. Wenn
deren Anwendung anlagen- oder brennstoffbedingt nicht möglich ist,
so ist die Siegert´sche Formel anzuwenden.
(3)
Die Rußzahl nach Bacharach ist nach der ÖNORM M 7531 zu

bestimmen. Bei der Messung darf kein Ölderivat im Abgas vorhanden
sein.

(4) Der Nachweis von Ölderivaten hat nach ÖNORM M 7532 zu erfolgen.
§ 191
Prüfbefund
Der Prüfbefund ist nach ÖNORM M 7510-1 oder auf einem übersichtlichen
Formblatt zu erstellen, das mindestens folgende Angaben enthalten
muß:

  1. Allgemeine Angaben:
    Prüfer (befugter Gewerbetreibender, überprüfende Person,
    Registernummer) bzw. befugter Fachmann;
    Meßgeräte (Fabrikat, Type, Datum der letzten Überprüfung,
    Prüfstelle);
    Feuerungsanlage (Standort, Betreiber, Eigentümer, Fabrikat, Type,
    Baujahr, Nennwärmeleistung laut Typenschild für Brennstoff in kW);
    Mängel (Art, Behebungsfrist);
    Überprüfung (Datum, Befundnummer, Anlaß: periodische Wiederholung,
    behördliche Anordnung);
    sonstige Bemerkungen;
    Unterschrift der überprüfenden Person.
    1. Besondere Angaben bei Gasfeuerstätten:
      Gasart, Heizwert nach Angaben des Gaslieferanten;
      Art des Brenners (atmosphärischer Brenner, Gasgebläsebrenner),
      Fabrikat, Type;
      Zustand der Heizflächen, Kessel-Regeleinrichtung, Zündvorgang und
    2. Programmablauf, Funktion der Strömungssicherung, Funktion der
      Abgasklappe, Be- und Entlüftung des Heizraumes;
      Betriebszustand während der Messung (Vollast, Teillast)
      Förderdruck des Schornsteins;
      Abgastemperatur, Abgasverlust, Kesselaustrittstemperatur, CO2- oder
      O2-Gehalt;
      CO-Gehalt.
  2. Besondere Angaben bei Ölfeuerstätten:
    Art des Brennstoffes, Heizwert;
    Ölbrenner: Fabrikat, Type;
    Zustand der Heizflächen, Dichtheit des Kessels einschließlich der
    Verschlüsse, Kessel-Regeleinrichtung, Zündvorgang und Programmablauf,
    Funktion von Zugregler und Explosionsklappe, Funktion der
    Zusatzeinrichtungen, Be- und Entlüftung des Heizraumes;
    Betriebszustand während der Messung (Vollast, Teillast);
    Förderdruck des Schornsteins;
    Abgastemperatur, Abgasverlust, Kesselaustrittstemperatur, CO2- oder
    O2-Gehalt;
    CO-Gehalt;
    Rußzahl (1., 2., 3. Messung, Mittelwert), Ölderivate.
  3. Besondere Angaben bei Festbrennstoffeuerstätten:
    Art des Brennstoffes;

Dichtheit des Kessels einschließlich der Verschlüsse, Zustand der
Heizflächen, Rußbelag (Pech, Staub, Hart), Funktion von Schikanen,
Rost, Regeleinrichtungen, Abgasklappe, Verbindungsstück, Belüftung,
Entlüftung;
Förderdruck des Schornsteins;
Kesselaustrittstemperatur, Abgastemperatur.
§ 192
Überprüfungsbefugnis

(1)
Befugte Gewerbetreibende und deren Mitarbeiter dürfen
Überprüfungen nach § 34 Abs. 1 der NÖ Bauordnung 1996, LGBl. 8200,
durchführen, wenn sie die Voraussetzungen der Abs. 2 und 3
erfüllen.
(2)
Personen nach Abs. 1 müssen
  1. die erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten besitzen und
  2. über die erforderlichen Meßgeräte verfügen.

(3) Die erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten im Sinne des Abs.
2 Z. 1 werden nachgewiesen durch

  1. unbedenkliche Zeugnisse oder sonstige Nachweise der erfolgreichen
    Zurücklegung einer Ausbildung mit dem im § 194 Abs. 1 genannten
    Umfang oder
  2. die erfolgreiche Ablegung der Prüfung nach § 194.
(4)
Wird der Nachweis nach Abs. 2 durch eine in einem Unternehmen
hauptberuflich beschäftigte Person erbracht, ist ihr Ausscheiden
aus dem Unternehmen der NÖ Landesregierung unverzüglich
mitzuteilen.
(5)
Dem befugten Gewerbetreibenden wird bei seiner Bestellung eine
Registriernummer zugewiesen. Die Registriernummer und die
überprüfende Person sind in sämtlichen Prüfberichten einzutragen.
§ 193
Verlust der Überprüfungsbefugnis
(1)
Die Überprüfungsbefugnis erlischt, wenn die Voraussetzungen nach
§ 192 nicht mehr vorliegen. Dies ist von der Landesregierung mit
Bescheid festzustellen.
(2)
Die Landesregierung hat die Überprüfungsbefugnis bei einer
mißbräuchlichen oder unsachgemäßen Ausübung zu entziehen. Ein
Mißbrauch liegt insbesondere dann vor, wenn die Überprüfung
wiederholt durch andere als die in § 192 genannten Personen
erfolgt.
§ 194
Prüfung von Gewerbetreibenden
(1)
Die Prüfung (§ 192 Abs. 3 Z. 2) besteht aus einem theoretischen

Teil (schriftlich und mündlich) und einem praktischen Teil.
Sie umfaßt folgende Wissensgebiete:

1. theoretischer Teil

a) chemisch-physikalische Grundlagen
Aufbau der Materie
Verbrennungsvorgang

Grundzüge der Wärmelehre
Gasgesetze
Grundzüge der Strömungslehre
Maßeinheiten

b) Bau- und Feuerungstechnik
Heizräume
Brennstofflagerräume
Rauch- und Abgasfänge
Bauformen von Kesseln und Brennern
Sicherheitstechnik

c) Emissionen und Maßnahmen zur Emissionsminderung
d) Vorschriftenlehre

2. praktischer Teil
a) Wärmebedarfsrechnung
b) Meßtechnik

Normen und ihre Anwendung
Meßgeräte
praktische Durchführung der Messung

c) Ausstellung von Überprüfungsbefunden

(2)
Die Prüfung ist vor einer Prüfungskommission, der ein von der NÖ
Landesregierung entsandter Vorsitzender und weitere fachlich
geeignete Mitglieder anzugehören haben, abzulegen. Beim
Vorsitzenden muß es sich um einen Bediensteten des höheren
Verwaltungsdienstes des Amts der NÖ Landesregierung handeln.
§ 195
Meßgeräte
(1)
Die für die Überprüfung verwendeten Meßgeräte müssen dem Stand
der Technik entsprechen und nach der Betriebsanleitung des
Herstellers gewartet werden.
(2)
Die Meßgeräte müssen mindestens jährlich von einer
behördlich anerkannten Prüfstelle auf Funktion und Meßgenauigkeit
überprüft werden.
(3)
In einem Prüfbericht sind die Prüfstelle und das Datum der
Überprüfung einzutragen.

31. Abschnitt
Energiesparende Anforderungen an
Zentralheizungs- und
Brauchwasseranlagen
§ 196
Regelung der Feuerungsleistung bei
Zentralheizungsanlagen

(1)
Zentralheizungsanlagen, die mit flüssigen oder gasförmigen
Brennstoffen betrieben werden, sind mit selbsttätig wirkenden
Einrichtungen zur Beeinflussung der Wärmezufuhr zu den
Verbraucherstellen auszustatten (z.B. Regelung durch Thermostate).
(2)
Anlagen nach Abs. 1 mit einer Nennwärmeleistung von mehr als 120
kW sind mit Einrichtungen für eine mehrstufige oder stufenlos

verstellbare Feuerungsleistung oder mit mehreren Wärmeerzeugern

auszustatten.
§ 197
Wärmedämmung von
Wärmeverteilungsanlagen
Wärmeverteilungsanlagen sind ausreichend gegen Wärmeverluste zu
schützen, wenn ihre Verlustwärme nicht in vollem Umfang
Aufenthaltsräumen oder sonstigen Räumen, die beheizt werden sollen,
zugute kommt.
§ 198
Bestimmung der Heizlast von Gebäuden
Bei Wärmeerzeugern für Zentralheizungen darf die Nennwärmeleistung
nicht größer sein als die nach anerkannten Regeln der Technik
ermittelte Heizlast des Gebäudes. In die Berechnung sind angemessen
Zuschläge für raumlufttechnische Anlagen sowie für Zentralheizungen

mit festen Brennstoffen in Verbindung mit einem Pufferspeicher
(Lastausgleichsspeicher) einzubeziehen.

32. Abschnitt
Anzuwendende technische Normen
§ 199
Geltende technische Normen

(1) Von den in der Verordnung zitierten ÖNORMEN gilt jeweils folgende

Ausgabe:
ÖNORM TITEL AUSGABE
C 1108 Flüssige Brennstoffe - Mai 2003 Rückstandsheizöle -
Anforderungen
C 1109 Flüssige Brennstoffe - Juli 2003
Heizöl extra leicht -
Gasöl zu Heizzwecken -
Anforderungen
C 1301 Flüssiggas; Propan, Dezember 1982
Propen, Buten und
deren Gemische;
Anforderungen
M 7510-1 Überprüfung von März 1996
Heizungsanlagen
M 7531 Prüfung der Rauchgase Juli 1981
von Ölfeuerungen für
den Hausbrand und für
Kleinheizanlagen;
Bestimmungen der
Rußzahl
M 7532 Prüfung der Rauchgase Dezember 1981
von Ölfeuerungsanlagen
für den Hausbrand und für
Kleinheizanlagen; Fließ mittelverfahren zum Nach weis von
Ölderivaten

EN 437 Prüfgase, Prüfdrücke, Mai 1994
Gerätekategorien

(2) Den in Abs. 1 genannten ÖNORMEN sind gleichwertige technische
Normen, die in einem anderen EU- oder EWR-Mitgliedstaat in
Geltung stehen, gleichzuhalten.

6. Teil
Lagerung brennbarer Flüssigkeiten

33. Abschnitt
Allgemeine Bestimmungen
§ 200
Brennbare Flüssigkeiten

(1) Brennbare Flüssigkeiten sind Stoffe mit Flammpunkt, die bei 35oC
weder fest noch salbenförmig sind und bei einer Temperatur von
50oC einen Dampfdruck von nicht mehr als 3 bar (absolut)
aufweisen.
Sie werden unterteilt in solche mit einem Flammpunkt

a) unter 21oC, z.B. Benzin, (Gefahrenklasse I - leicht entzündlich),
b) von 21oC bis einschließlich 55oC, z.B. Petroleum, (Gefahrenklasse
II - entzündlich),
c) von über 55oC bis einschließlich 100oC, z.B.
Dieselkraftstoff, (Gefahrenklasse III - schwer entzündlich),

d) über 100oC, z.B. Heizöl schwer oder Biodiesel-RME; für diese
gelten die gleichen Bestimmungen wie für brennbare Flüssigkeiten
nach lit.c.

(2)
Der Flammpunkt ist mit einem der Stand der Technik
entsprechenden Prüfverfahren zu ermitteln z.B. ADR, Rn 3300 bis
3302.
(3)
In Feuerungsanlagen zur Wärmeerzeugung dürfen keine brennbaren
Flüssigkeiten der Gefahrenklassen I und II verfeuert werden.
§ 201
Lagerung
(1)
Die Lagerung brennbarer Flüssigkeiten ist verboten
in Ein-, Aus- und Durchgängen und Ein-, Aus- und Durchfahrten,
in notwendigen Verbindungen (Stiegen, Gänge),
in Pufferräumen und Schleusen,
in Dachböden, Schächten, Kanälen und schlecht durchlüfteten
schachtartigen Höfen,
in Lüftungs- und Klimazentralen, elektrischen Betriebsräumen,
Maschinenräumen, Brandmeldezentralen und ähnlichen Zwecken dienenden
Räumen,
auf und im unmittelbaren Bereich von Fluchtwegen.

Bei Lagerung brennbarer Flüssigkeiten in Bereichen, die bei
100jährlichen Hochwässern überflutet werden, ist durch besondere
Maßnahmen sicher zu stellen, daß bei Überflutung ein Ölaustritt
verhindert wird (z.B. Sicherung der Lagerräume gegen
eindringendes und drückendes Wasser oder des Behälters gegen
Aufschwimmen, Außendruck und Wassereintritt).

(2) In Gebäuden dürfen brennbare Flüssigkeiten in Behältern oder
Kanistern in Mengen von mehr als 10 bis höchstens 1000 Liter in
einem

durchlüftbaren Raum ohne Feuerstätte oder

mindestens brandhemmend ausgeführten Kellerabteil

aufbewahrt werden,

wenn

der Anteil der brennbaren Flüssigkeiten der Gefahrenklasse I 60 Liter
und der Gefahrenklasse II 120 Liter nicht übersteigt und
die Lagerung in einer Auffangwanne erfolgt.

(3) In Gebäuden, die nicht ausschließlich der Lagerung von
brennbaren Flüssigkeiten dienen, dürfen Mengen über 1000 Liter

der Gefahrenklasse III nur
in eigenen Lagerräumen und
bis höchstens 100.000 Liter

gelagert werden.

(4)
In Heizräumen (§ 90) dürfen bei Einhaltung des § 92 Abs. 5 und
6 Lagerbehälter mit brennbaren Flüssigkeiten der Gefahrenklasse
III bis zu einer Gesamtmenge von höchstens 4.000 Liter aufgestellt
werden, wenn
der Heizraum im Keller- oder Erdgeschoß liegt und durch diesen kein
Zugang zu anderen Räumen besteht,
im Heizraum sich nur ein Wärmeerzeuger (zugehörige Ölfeuerstätte) mit
einer Nennwärmeleistung von höchstens 26 kW befindet,
der Abstand zwischen Feuerstätte und Lagerbehältern mindestens 1 m
beträgt,
die Verbindung Feuerstätte und Lagerbehälter mit Einstrangsystem
erfolgt und
die Lagerbehälter doppelwandig mit Leckanzeige und mit einem
Außenbehälter aus Stahlblech oder brandschutz- und
sicherheitstechnisch gleichwertiger Außenummantelung ausgeführt sind.
(5)
Jede Lagerung von brennbaren Flüssigkeiten muß unbeschadet der
Bestimmungen des 34. Abschnittes den Anforderungen nach § 43 der
NÖ Bauordnung 1996, LGBl. 8200, entsprechen.

34. Abschnitt
Lagerbehälter und Leitungen für brennbare Flüssigkeiten der
Gefahrenklasse III
§ 202
Mindestausstattung

(1)
Lagerbehälter sind entsprechend dem Stand der Technik zu
fertigen, aufzustellen und zu prüfen. Ortsfeste Lagerbehälter sind
entweder leicht zugänglich aufzustellen (freistehend) oder
unterirdisch hohlraumfrei einzubetten (erdverlegt).
(2)
Lagerbehälter müssen
voneinander in einem Abstand von mindestens 50 cm aufgestellt werden,
ausgenommen Batterietanks,
eine Vorrichtung zur Feststellung der Lagermenge (Füllstandsanzeiger)

aufweisen, ausgenommen durchscheinende Lagerbehälter,
außen mit einem Korrosionsschutz versehen sein, wenn nicht nach ihrer
Art eine Korrosion ausgeschlossen ist,
mit einer Sicherung gegen Überfüllen ausgerüstet sein, die vor
Erreichen des zulässigen Flüssigkeitsstandes den Füllvorgang
unterbricht oder Alarm auslöst und
bei einem Inhalt von über 3000 Liter eine
Einstiegsöffnung mit 60 cm lichter Weite haben, ausgenommen
Batterietanks.

(3)
Vor Einstiegsöffnungen muß ein Freiraum von mindestens 1 m
Tiefe gewährleistet sein.
(4)
Als Füllstandsanzeiger dürfen z.B. Peilstäbe mit
Kappverschraubung, pneumatische Anzeigen, Schwimmer etc. verwendet
werden. Kommunizierende Anzeiger, z.B. aus Glas oder Kunststoff,
sind nicht zulässig. Die höchstzulässige Füllmenge ist auf dem
Füllstandsanzeiger kenntlich zu machen.
§ 203
Lagerung in Gebäuden
(1)
Lagerbehälter in Gebäuden sind entweder doppelwandig mit
Leckanzeige auszuführen oder in einer Auffangwanne aufzustellen.
(2)
Zu den Wänden und der Decke ist ein Mindestabstand von 50 cm
einzuhalten. Bei Lagerbehältern unter 20.000 Liter darf an zwei
angrenzenden Wänden dieser Mindestabstand auf 20 cm verringert
werden.
(3)
Auffangwannen müssen
öldicht ausgeführt werden und
die gesamte Lagermenge aufnehmen können.
(4)
Batterietanks dürfen bis zu einem Gesamtinhalt von höchstens
10.000 Liter zusammengeschlossen werden.
(5)
Ortsgefertigte, prismatische Lagerbehälter müssen auf mindestens
15 cm hohen Fundamentenstreifen aufgesetzt werden. Schweißnähte
dürfen nicht auf diesen Fundamenten aufliegen. Ist die Bodenplatte
des Behälters aus einem Stück, darf der Behälter auf eine
mindestens 5 cm hohe Betonplatte mit einer
feuchtigkeitsisolierenden Zwischenlage aufgesetzt werden.
§ 204
Unterirdische Lagerung
(1)
Die unterirdische Lagerung darf nur in Lagerbehältern erfolgen
die
normgerecht, zylindrisch und doppelwandig ausgeführt,
mit einem selbsttätigen Leckanzeigegerät ausgestattet und
gegen Korrosion von außen isoliert sind.
(2)
Unterirdisch verlegte Lagerbehälter müssen mindestens
mit steinfreier Erde oder Sand 1 m, ist eine Überfahrung
ausgeschlossen 50 cm, überschüttet werden,
von Grundstücksgrenzen, unterirdischen Räumen, Fundamenten, Kanälen
u.dgl. 1 m entfernt sein und

erforderlichenfalls gegen Wasserauftrieb gesichert werden.
Sie dürfen nicht überbaut werden.

(3)
Der Domschacht des Lagerbehälters
darf den Behälter nicht belasten und
ist den zu erwartenden Lasten (z.B. Fahrzeuge) entsprechend
tragsicher abzudecken.
Die Füllstelle darf im Domschacht angeordnet werden, wenn der
Kragen des Schachtes auf den Behälter nachweislich vom Hersteller
flüssigkeitsdicht angeschweißt ist.
(4)
Wird der Lagerbehälter überfahren und weist er einen Durchmesser
von mehr als 2 m auf, dann ist durch eine statische Berechnung die
Tragfähigkeit nachzuweisen.
§ 205
Lagerung im Freien
(1)
Lagerbehälter im Freien sind
standsicher aufzustellen und
doppelwandig mit einem selbsttätigen Leckanzeigegerät auszuführen
oder in eine Auffangwanne mit Schutz gegen Niederschlagswässer zu
stellen.
(2)
Bei der Aufstellung ist ein Mindestabstand von
50 cm gegen brandbeständige Wände ohne Öffnungen,
5 m gegen solche Wände mit Öffnungen,
10 m gegen nicht brandbeständige Bauwerke oder andere Lagerungen von
brennbaren Stoffen
einzuhalten.
§ 206
Leitungen
(1)
Die Leitungen müssen
  1. aus metallischen Werkstoffen bestehen,
  2. den auftretenden mechanischen, chemischen und thermischen
    Beanspruchungen standhalten und
  3. über einen ausreichenden Korrosionsschutz verfügen.
    Davon ausgenommen sind zugelassene Systeme für Batterietanks
    innerhalb von Lagerräumen.
(2)
Bewegliche Leitungen dürfen nur
an einsehbaren Stellen,
in einer Länge von höchstens 2 m und
zum unmittelbaren Anschluß an den Brenner
verlegt werden. Abs. 1 Z. 2 und 3 gelten sinngemäß.
(3)
Erdverlegte Leitungen sind so auszuführen, daß Undichtheiten
rechtzeitig erkannt werden können. Folgende Ausführungen
entsprechen dieser Voraussetzung:
  1. doppelwandig mit selbsttätiger Lecküberwachung
  2. schweres Gewinderohr mit Überwachung durch Detektorkabel oder
  3. flüssigkeitsdichtes Überschubrohr mit einem Gefälle zu einem
    flüssigkeitsdichten Kontrollschacht

(4) Der Füllstutzen ist

leicht erreich- und bedienbar anzuordnen,
mit einer Kappverschraubung abschließbar auszustatten und
gegen unbefugten Zugriff zu sichern.

Es muß sichergestellt sein, daß die Leitung nach der Füllung
entleert ist.

(5)
Lagerbehälter über 1000 Liter Inhalt sind mit einer
Lüftungsleitung auszustatten, die
ausreichend bemessen und nicht abschließbar ist,
ins Freie so hoch geführt ist, daß beim Befüllen ohne Pumpe die
Flüssigkeit nicht ausfließen kann
und
deren Rohrende gegen das Eindringen von Niederschlagswässer
gesichert ist.
(6)
Wird ein Zwischenbehälter mit einer Pumpe befüllt, muß
sichergestellt sein, daß der Zwischenbehälter nicht überfüllt
wird.
Dies ist auf jeden Fall gewährleistet, wenn die Lüftungsleitung
in den Lagerbehälter, aus dem gepumpt wird, mündet und
einen mindest gleich großen Durchmesser wie die Zuleitung aufweist.
§ 207
Absperr- und Sicherheitseinrichtungen
(1)
Absperrvorrichtungen sind in Entnahmeleitungen aus Lagerbehältern

einzubauen
innerhalb der Auffangwanne beim Austritt aus dem Lagerbehälter,
beim Austritt aus dem Zwischenbehälter und
unmittelbar vor einer Feuerungsanlage.

Erfolgt die Entnahme
durch eine Saugleitung von oben aus dem Behälter und
liegt die Leitung bis zum Brenner über dem Niveau der
Behälteroberkante,

dann darf die Absperrvorrichtung entfallen.

(2) Verläuft die Entnahmeleitung bis zum Brenner nicht über dem

Niveau der Behälteroberkante, dann ist ein Magnetventil bei
seitlicher Entnahme unmittelbar nach Austritt aus dem Behälter,
Entnahme von oben an höchster Stelle

innerhalb der Auffangwanne einzubauen.
§ 208
Aufschriften

(1)
Bei Leckanzeigegeräten sind Hinweise auf die erforderlichen
Sofortmaßnahmen, die bei einer Leckanzeige durchzuführen sind,
anzubringen.
(2)
Bei der Füllstelle ist ein Hinweis auf die gelagerte Ölsorte und
eine eingebaute Überfüllsicherung anzubringen.
§ 209
Prüfungen, Befunde
(1)
Nach Aufstellung und vor Inbetriebnahme eines Lagerbehälters
müssen beim Betreiber der Anlage folgende von befugten

Fachleuten ausgestellte Befunde über

  1. die dem Stand der Technik entsprechende Herstellung, Prüfung und
    Aufstellung oder Verlegung des Lagerbehälters,
  2. die Dichtheitsprüfung des erdverlegten Lagerbehälters
    einschließlich der Verrohrung mit 0,3 bar Überdruck,
    1. die Ausführung ölführender Rohrleitungen und Verbindungen mit
      Angabe des verwendeten Rohr- und Isoliermaterials sowie die
      Druckprobe der Leitungen und Armaturen mit dem 1,5-fachen
      Betriebsdruck, mindestens jedoch mit einem Prüfdruck von 5
    2. bar Überdruck Luft oder Inertgas,
  3. die Erdung metallischer Lagerbehälter und Rohrleitungen mit Angabe
    des gemessenen Erdübergangwiderstandes und
  4. die öldichte Ausführung von Auffangwannen, Rohrkanälen und
    Schächten
    aufliegen.
    Sie sind zur Einsichtnahme aufzubewahren.
(2)
Prüfungen nach Abs. 1 Z. 2 und 3 sind bei erdverlegten Anlagen
alle 6 Jahre zu wiederholen. Nach jeder Betriebsstörung, größeren
Reparatur und Erweiterung sind alle Anlagen durch befugte
Fachleute auf ihre Betriebssicherheit zu überprüfen.
(3)
Als befugte Fachleute (Abs. 1) gelten
staatlich autorisierte Anstalten oder in einem EU- oder
EWR-Mitgliedstaat akkreditierte Stellen einschlägiger Fachgebiete,
Ziviltechniker einschlägiger Fachgebiete,
Amtssachverständige einschlägiger Fachrichtungen,
Gewerbetreibende, die zur Herstellung und Aufstellung der jeweiligen
Anlagen berechtigt sind.

7. Teil
Umgesetzte EU-Richtlinien,
Schlußbestimmungen
§ 210
Umgesetzte EU-Richtlinien und
Informationsverfahren

(1) Durch diese Verordnung werden folgende Richtlinien der

Europäischen Gemeinschaften umgesetzt:
1.Richtlinie 78/170/EWG des Rates vom 13. Februar 1978 betreffend die
Leistung von Wärmeerzeugern zur Raumheizung und Warmwasserbereitung
in neuen oder bestehenden nichtindustriellen Gebäuden sowie die
Isolierung des Verteilungsnetzes für Wärme und Warmwasser in
nichtindustriellen Neubauten, Amtsblatt Nr. L 52 vom

23. Februar 1978, Seite 32,

2. Richtlinie 82/885/EWG des Rates vom 10. Dezember 1982
zur Änderung der Richtlinie 78/170/EWG betreffend die Leistung von
Wärmeerzeugern zur Raumheizung und Warmwasserbereitung in neuen
oder bestehenden nichtindustriellen Gebäuden sowie die Isolierung
des Verteilungsnetzes für Wärme und Warmwasser in
nichtindustriellen Neubauten, Amtsblatt Nr. L 378 vom 31. Dezember

1982, Seite 19,

3. Richtlinie 89/106/EWG des Rates vom 21. Dezember 1988
zur Angleichung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften der
Mitgliedstaaten über Bauprodukte, Amtsblatt Nr. L 40, vom

11. Februar 1989, Seite 12,

  1. Richtlinie 90/396/EWG des Rates vom 29. Juni 1990 zur Angleichung
    der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten für
    Gasverbrauchseinrichtungen, Amtsblatt Nr. L 196, vom 26. Juli
    1990, Seite 15,
    1. Richtlinie 92/42/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 über die
      Wirkungsgrade von mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen
      beschickten neuen Warmwasserheizkesseln, Amtsblatt Nr. L 167, vom
    2. 22. Juni 1992, Seite 17,
  2. Richtlinie 93/68/EWG des Rates vom 22. Juli 1993 zur Änderung der
    Richtlinien 87/404/EWG (einfache Druckbehälter), 88/378/EWG
    (Sicherheit von Spielzeug), 89/106/EWG (Bauprodukte), 89/336/EWG
    (elektromagnetische Verträglichkeit), 89/392/EWG (Maschinen),
    89/686/EWG (persönliche Schutzausrüstungen), 90/384/EWG
    (nichtselbsttätige Waagen), 90/385/EWG (aktive implantierbare
    medizinische Geräte), 90/396/EWG (Gasverbrauchseinrichtungen),
    91/263/EWG (Telekommunikationsendeinrichtungen), 92/42/EWG (mit
    flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen beschickte neue
    Warmwasserheizkessel) und 93/23/EWG (elektrische Betriebsmittel
    zur Verwendung innerhalb bestimmter Spannungsgrenzen), Amtsblatt
    Nr. L 220 vom 30. August 1993, Seite 1,
  3. Richtlinie 93/76/EWG des Rates vom 13. September 1993 zur
    Begrenzung der Kohlendioxidemissionen durch eine effizientere
    Energienutzung (SAVE), Amtsblatt Nr. L 237 vom 22. September 1993,
    Seite 28,
  4. Richtlinie 1999/32/EG des Rates vom 26. April 1999 über eine
    Verringerung des Schwefelgehalts bestimmter flüssiger Kraft- oder
    Brennstoffe und zur Änderung der Richtlinie 93/12/EWG, Amtsblatt
    Nr. L 121 vom 11. Mai 1999, Seite 13.

(2) Diese Verordnung wurde als technische Vorschrift nach
der Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates über ein
Informationsverfahren auf dem Gebiet der Normen und technischen

Vorschriften und der Vorschriften für die Dienste der
Informationsgesellschaft 98/34/EG, Amtsblatt Nr. L 204 vom
21. Juli 1998, Seite 37 und 98/48/EG, Amtsblatt
Nr. L 217 vom 5. August 1998, Seite 18, der
Kommission mitgeteilt:
1. Mitteilung 97/0837/A vom 4. Dezember 1997
2. Mitteilung 2003/114/A vom 27. März 2003
3. Mitteilung 2007/0064/A vom 6. Februar 2007
§ 211
Schlußbestimmungen

(1)Diese Verordnung tritt am Monatsersten in Kraft, der der

Kundmachung folgt.
(2)Mit dem Inkrafttreten dieser Verordnung tritt die NÖ
Bautechnikverordnung 1997 (NÖ BTV 1997), LGBl. 8200/7-0, vom 7.
Oktober 1997, kundgemacht am 24. Oktober 1997, außer Kraft.

Dokumentnummer

LRNI/8200/07