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Salzburger Baupolizeigesetz 1997 BauPolG
§ 1 Begriffsbestimmungen
§ 2 Bewilligungspflichtige Maßnahmen
§ 3 entfallen auf Grund LGBl Nr 65/2004
§ 4 Unterlagen bei Bewilligungsansuchen
§ 5 Pläne und technische Beschreibung
§ 6 Duldung technischer Vorarbeiten
§ 7 Parteien
§ 8 Ermittlungsverfahren
§ 8a Übergangene Nachbarn
§ 8b Begutachtung durch den Gestaltungsbeirat
§ 9 Entscheidungen über das Bewilligungsansuchen
§ 10 Anzeigeverfahren
§ 11 Zur Ausführung baulicher Maßnahmen befugte Personen
§ 12 Beginn der Ausführung einer baulichen Maßnahme
§ 13 Rücksichten bei der Ausführung baulicher Maßnahmen
§ 14 Duldung der Inanspruchnahme fremder Liegenschaften
§ 15 Überprüfung der Ausführung der baulichen Maßnahme
§ 16 Folgen der bescheidwidrigen oder nicht bewilligten Ausführung baulicher Maßnahmen
§ 17 Vollendung der baulichen Maßnahme
§ 17a Energieausweis von Bauten
§ 18 Orientierungsnummern
§ 19 Instandhaltung und Benützung baulicher Anlagen
§ 19a Besondere Vorschriften für den Betrieb von Aufzügen
§ 20 Aufsicht über den Bauzustand baulicher Anlagen und die Benützung von Bauten
§ 21 Besondere Bestimmungen für baupolizeiliche Beseitigungs- und Abbruchaufträge
§ 22 Behörden
§ 23 Strafbestimmungen
§ 24 Inkrafttreten novellierter Bestimmungen und Übergangsbestimmungen dazu
§ 25 Umsetzungshinweis
Salzburger Bautechnikgesetz BauTG
Salzburger Bebauungsgrundlagengesetz BGG
Steiermark
Tirol
Vorarlberg
Wien
OIB Richtlinien
Deutschland
Schweiz

Österreich - Salzburg
Salzburger Baupolizeigesetz 1997 BauPolG
geändert am 11.10.2006

I. Abschnitt
§ 10 Anzeigeverfahren

(1) Die in den Abs 3 bis 9 getroffenen Sonderbestimmungen gelten vorbehaltlich Abs 2 für das Verfahren über folgende bauliche Maßnahmen:
                                               
      1. die Errichtung von Bauten mit einem umbauten Raum von nicht mehr als 4.000 m³ und höchstens drei oberirdischen Geschoßen einschließlich solcher Zu- und Aufbauten, durch die diese Größe und Höhe nicht überschritten wird, sowie die Errichtung von technischen Einrichtungen gemäß § 2 Abs 1 Z 2 von solchen Bauten;

      2. die erhebliche Änderung im Sinn des § 2 Abs 1 Z 3 und 4 von unter Z 1 fallenden Bauten und technischen Einrichtungen;

      3. die Änderung der Art des Verwendungszweckes im Sinn des § 2 Abs 1 Z 5 von unter Z 1 fallenden Bauten oder Teilen davon, wenn die Bewilligung der Errichtung des Baues oder Teils davon mit der neuen Art des Verwendungszweckes im vereinfachten Verfahren zulässig wäre;

      4. die Errichtung und erhebliche Änderung von Aufzügen, Fahrtreppen oder Fahrsteigen;

      5. die Errichtung und erhebliche Änderung von Jauche- und Güllegruben;

      6. die Errichtung und erhebliche Änderung von Ein- und Ausfahrten zu bzw von Kraftfahrzeug-Abstellplätzen oder Garagen von bzw in Straßen mit öffentlichem Verkehr, wenn sie in Verbindung mit einer nur im vereinfachten Verfahren zu behandelnden Maßnahme steht und nicht die Zustimmung des Straßenerhalters oder ein im § 2 Abs 1 Z 6a genannter Bescheid vorliegt;

      7. die Errichtung oder erhebliche Änderung von Zu- und Abfahrten zu bzw von Kraftfahrzeug-Stellplätzen sowie von dazu gehörigen Wendeplätzen, die in Verbindung mit einer nur im vereinfachten Verfahren zu behandelnden Maßnahme steht.

(2) Die im Folgenden getroffenen Sonderbestimmungen gelten nicht für die Errichtung einschließlich Zu- und Aufbauten oder erhebliche Änderung folgender Bauten:
                                               
      1. Versammlungs- und Veranstaltungsbauten;

      2. Geschäftshäuser, Handelsgroßbetriebe (§ 17 Abs 9 ROG 1998);

      3. gastgewerblich genutzte Bauten einschließlich Jugend- und Ferienheime;

      4. Pensionisten- und Seniorenheime;

      5. Kranken- und Kuranstalten;

      6. Kindergärten, Horte, Kinderheime;

      7. Schulen, Schüler- und Studentenheime.

(3) Der Bewilligungswerber hat im Bauansuchen das Vorliegen oder Nichtvorliegen der Voraussetzungen für ein vereinfachtes Verfahren zu erklären.

(4) Abweichend von § 5 Abs 9 zweiter und dritter Satz müssen die Unterlagen jedenfalls von einer dazu nach gewerberechtlichen oder sonstigen Rechtsvorschriften ausdrücklich befugten Person verfasst und von dieser unterfertigt sein. Dies gilt nicht bei zu Wohnbauten gehörigen und dem Bedarf der Bewohner dienenden eingeschossigen Nebenanlagen (Garagen, überdachte Kraftfahrzeug-Stellplätze, Garten- und Gerätehütten, Holzlagen, Glas- und Gewächshäuser udgl) mit einer überdachten Fläche von nicht mehr als 20 m². Der Verfasser der Unterlagen hat ausdrücklich zu bestätigen, dass alle im Zeitpunkt des Bauansuchens geltenden baurechtlichen Anforderungen eingehalten werden, soweit nicht gleichzeitig um eine Ausnahme davon angesucht wird.

(5) Für die Errichtung oder erhebliche Änderung von Aufzügen ist eine von einem Aufzugsprüfer auf Grund einer Vorprüfung gemäß § 17 der Aufzüge-Sicherheitsverordnung 1996 – ASV 1996, BGBl Nr 780, zuletzt geändert durch die Verordnung BGBl II Nr 117/2004, ausgestellte Bestätigung über die Einhaltung der grundlegenden Sicherheitsanforderungen (§ 6 ASV 1996) vorzulegen; die für diese Vorprüfung maßgeblichen Unterlagen sind vom Aufzugsprüfer mit einem Kontrollvermerk zu versehen.

(6) Im vereinfachten Verfahren hat sich die bautechnische Prüfung durch die Baubehörde nur auf folgende Punkte zu beziehen:
                                               
      1. die Gestaltung der Bauten und sonstigen baulichen Anlagen;

      2. die Erfüllung der Erfordernisse der ausreichenden Versorgung mit gesundheitlich einwandfreiem Trinkwasser und der einwandfreien Abwasserbeseitigung;

      3. die Einhaltung der Bestimmungen, die subjektiv-öffentliche Rechte begründen;

      4. die Voraussetzungen für die Gewährung einer angesuchten Ausnahme.

Die Baubehörde ist befugt, von ihr ohne nähere Prüfung festgestellte, offensichtliche Abweichungen von bautechnischen Vorschriften in das Verfahren einzubeziehen. Die danach erfolgte Einbeziehung bautechnischer Vorschriften in die bautechnische Beurteilung ist in die Baubewilligung aufzunehmen.

(7) § 8b ist nicht anzuwenden.

(8) Die Baubehörde hat ohne unnötigen Aufschub, spätestens aber drei Monate nach Einlangen des Bauansuchens zu entscheiden. Fehlen zur Beurteilung notwendige Unterlagen, beginnt die Entscheidungsfrist nach Aufforderung zur Behebung dieses Mangels innerhalb von vier Wochen ab Einlangen des Bauansuchens erst nach Vorliegen aller verlangten Unterlagen zu laufen.

(9) Die Baubewilligung erfasst die bauliche Maßnahme nur so weit, als die Baubehörde zur Prüfung verpflichtet war und sich eine Einbeziehung bautechnischer Vorschriften in die bautechnische Beurteilung gemäß Abs 6 letzter Satz aus dem Bescheid ergibt (Baukonsens).